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Uro-News

, Volume 23, Issue 2, pp 48–48 | Cite as

Mit Embolisation der Prostataarterien gegen benigne Prostatahyperplasie?

  • Peter Leiner
Literatur kompakt
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Bei benigner Prostatahyperplasie ist eine Prostataarterienembolisation hilfreich. Das bestätigen die Ergebnisse einer neuen Untersuchung.

Sicherheit und Effektivität der Prostataarterienembolisation (PAE) wurden in der Studie P-EASY überprüft. Daran nahmen 51 Männer mit benigner Prostatahyperplasie (BPH; Volumen > 40 ml) teil, die moderate bis ausgeprägte LUTS („lower urinary tract symptoms“) mit IPSS > 8 und maximalem Harnfluss unter 12 ml/s aufwiesen. Eine Arzneitherapie hatte zuvor nicht angesprochen oder war beendet worden, eine Operation kam nicht infrage oder wurde von den Patienten abgelehnt. Primäre Endpunkte der Studie waren Sicherheit und Machbarkeit der PAE, sekundäre Endpunkte die Veränderung des IPSS und der Lebensqualität drei Monate nach dem Eingriff.

Die Studienteilnehmer waren im Mittel 67 Jahre alt und hatten vor dem Eingriff ein durchschnittliches Prostatavolumen von 113 ml. Der IPSS-Wert (maximal 35) lag bei median 23, der Wert für die Lebensqualität bei 4,7 (max. 6 = am schlechtesten). Drei Monate nach dem Eingriff war der IPSS-Wert um durchschnittlich 18,8 Punkte (von 23,1 auf 4,3; 80,7 %) gesunken, der Wert für die Lebensqualität um 3,8 Punkte (von 4,7 auf 0,9; 80,6 %). Der maximale Harnfluss stieg von durchschnittlich 9,0 auf 11,1 ml/s. Das Restharnvolumen nach der Entleerung sank von im Mittel 159 auf 117 ml, die Nykturiehäufigkeit von 3,1 auf einmal pro Nacht. Alle Veränderungen waren signifikant.

Nach Angaben der Ärzte war die PAE nicht mit ausgeprägten Nebenwirkungen wie Harninkontinenz und erektiler Dysfunktion assoziiert, eine retrograde Ejakulation sei nach einem solchen Eingriff selten. Derzeit liefen Studien, in denen die Methode als Ersttherapie bei Männern mit BPH geprüft werde. Noch fehlten randomisierte Langzeitstudien. Es sei möglicherweise sinnvoll, die PAE als Alternative zur medikamentösen Behandlung zu prüfen.

Fazit: Gegenstand der relativ kleinen Studie mit vergleichsweise kurzen Follow-up war die Sicherheit und Effektivität der Prostatataarterienembolisation bei Männern mit symptomatischer benigner Prostatahyperplasie. Drei Monate nach dem Eingriff hatten sich in der Studie der Symptomscore IPSS und die Lebensqualität signifikant gebessert. Bestätigen sich die Ergebnisse in größeren Studien auch langfristig, könnte der minimalinvasive Eingriff bei bestimmten Patienten eine Alternative zur medikamentösen Therapie sein.

Literatur

  1. Brown N et al. Prostate artery Embolisation Assessment of Safety and feasibilitY (P-EASY): ,A potential alternative to long-term medical therapy for benign prostate hypertrophy. BJU Int. 2018, https://doi.org/10.1111/bju.14504CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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