Advertisement

Uro-News

, Volume 21, Issue 5, pp 43–43 | Cite as

Viszerale Metastasierung beim Prostatakarzinom

  • Kathrin von Kieseritzky
Literatur kompakt
  • 96 Downloads

In der AFFIRM-Studie verbesserte der Androgenrezeptorinhibitor (ARI) Enzalutamid beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) das Überleben signifikant. Nachträglich wurde untersucht, wie sich die Substanz bei viszeralen Metastasen auswirkt.

Entwickeln Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom eine Kastrationsresistenz, so ist die Prognose ungünstig — mit medianen Überlebenszeiten unter den derzeit verfügbaren Therapien von weniger als drei Jahren. Besonders ungünstig ist die Prognose bei viszeralen Metastasen, die bei 22–30 % der metastasierten Tumoren vorliegen.

In der jetzt vorliegenden Post-hoc-Analyse wurden die Daten der Phase-III-Studie AFFIRM ausgewertet, die Patienten mit Leber- und/oder Lungenmetastasen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose einschloss. Unter Berücksichtigung des ECOG-Performancestatus (0–1 vs. 2) und des mittleren Schmerzscores (0–4 vs. ≥ 4) waren die insgesamt 1.199 Teilnehmer im Verhältnis 2 : 1 randomisiert mit 160 mg/d Enzalutamid (n = 800) oder Placebo (n = 399) behandelt worden. 278 (23,2 %) von ihnen hatten bei Erstdiagnose Leber- und/oder Lungenfiliae.

Patienten mit Lebermetastasen wiesen generell ungünstigere prognostische Faktoren auf als die mit nicht viszeralen beziehungsweise Lungenmetastasen. Doch sie profitierten von der Therapie mit Enzalu tamid: Im Vergleich zu Placebo ergab sich unter Enzalutamid ein geringeres Risiko für radiologisch nachweisbare Progression (Hazard Ratio [HR]: 0,645), ein besseres 12-Monats-Gesamtüberleben (OS; 37,7 vs. 20,6 %) und ein verbessertes radiologisch progressionsfreies Überleben (PFS; 11,6 vs. 3,0 %) sowie eine höhere PSA-Ansprechrate (35,1 vs. 4,8 %).

Auch die Patienten mit Lungenmetastasen profitierten von Enzalutamid. Sie hatten gegenüber den mit Placebo Behandelten ein verbessertes medianes OS (HR: 0,848), ein substanziell geringeres Risiko für radiologisch nachweisbare Progression (HR: 0,386), ein verbessertes 12-Monats-OS (65,1 vs. 55,3 %) und ein verbessertes radiologisches PFS (30,9 vs. 8,2 %), außerdem eine verlängerte Zeit bis zur PSA-Progression (HR: 0,358) und eine bessere PSA-Ansprechrate (52,1 vs. 4,9 %). Verglichen mit den Patienten mit nicht viszeralen Metastasen entwickelten die Patienten mit viszeralen Metastasen nicht mehr therapiebedingte Nebenwirkungen.

Fazit: Patienten mit mCRPC und Lungen- oder Lebermetastasen profitieren von der Therapie mit dem ARI Enzalu tamid.

Literatur

  1. Loriot Y et al. Enzalutamide in Castration-Resistant Prostate Cancer Patients With Visceral Disease in the Liver and/or Lung: Outcomes From the Randomized Controlled Phase 3 AFFIRM Trial. Cancer. 2017; 123(2): 253–62.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Kathrin von Kieseritzky
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations