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Uro-News

, Volume 21, Issue 5, pp 43–43 | Cite as

Salvage-Radiotherapie beim Prostatakarzinom

  • Kathrin von Kieseritzky
Literatur kompakt

Welche Strahlendosis ist bei der Salvage-Radiotherapie des Prostatakarzinoms nach Prostatektomie notwendig, um ein biochemisches Rezidiv zuverlässig zu verhindern? Diese Frage war Gegenstand einer Beobachtungsstudie.

Aufgenommen wurden 2.460 erwachsene Patienten an neun US-amerikanischen Zentren, die sich wegen eines Pros tatakarzinoms (Stadium II/III) einer radikalen Prostatektomie und Lymphadenektomie unterzogen hatten und wegen wieder ansteigender PSA-Werte vor einer Salvage-Radiotherapie (RT) standen. Primärer Endpunkt war ein biochemisches Rezidiv nach RT, sekundärer Endpunkt Fernmetastasierung. Drei Therapiegruppen wurden definiert: < 66,0 Gy, 66,0–69,9 Gy und ≥ 70,0 Gy.

Ausgewertet wurden die Daten von 1.108 Patienten. Die mediane Zeit von der radikalen Prostatektomie bis zur Salvage-RT betrug 19,3 Monate, die mediane Nachbeobachtungszeit 65,2 Monate. Im Beobachtungszeitraum zeigte sich ein Trend zu höheren Strahlendosen von mindestens 70 Gy, die im Zeitraum von 1985 bis 1999 1 % der Patienten erhalten hatte, danach 27 %.

Die kumulative Inzidenz eines biochemischen Rezidivs nach Salvage-RT betrug nach fünf Jahren 36,5 %, nach zehn Jahren 50,2 %. Ein hoher Gleasonscore, hohe PSA-Werte vor Salvage-RT und eine Invasion der Samenblasen (T3b) waren mit ungünstiger Prognose assoziiert.

Höhere Strahlendosen senkten das Risiko für ein biochemisches Rezidiv um 26–35 %. So waren beispielsweise 61 % der Patienten, die mindestens 70 Gy erhalten hatten, im zehnten Jahr noch rezidivfrei, verglichen mit 43 % derer, die weniger als 66 Gy erhalten hatten. Zwischen den Gruppen mit 66,0–69,9 Gy und ≥ 70,0 Gy gab es keinen Unterschied.

Die kumulative Inzidenz distaler Metastasen betrug nach zehn Jahren 12,4 %. Hier waren ein hoher Gleasonscore, hohe PSA-Werte vor Salvage-RT und ein Stadium T3b mit einer ungünstigeren Prognose assoziiert. Mehr als ein Viertel der Patienten mit einem Gleasonscore von 8–10 oder Stadium T3b entwickelte innerhalb von zehn Jahren Fernmetastasen. Eine Verzögerung der Salvage-RT bis zu PSA-Werten von mehr als 1,0–2,0 ng/ml war mit einem dreifach höheren Risiko für Fernmetastasen assoziiert.

Fazit: In der vorliegenden Studie war kein Unterschied bezüglich biochemischer Rezidive zwischen Strahlendosen von 66 und ≥ 70 Gy bei der Salvage-RT des Prostatakarzinoms nach Prostatektomie festzustellen. Dosen < 66 Gy waren mit einer ungünstigeren Prognose assoziiert.

Literatur

  1. Pisansky TM et al. Salvage Radiotherapy Dose Response for Biochemical Failure of Prostate Cancer after Prostatectomy — A Multi-Institutional Observational Study. Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2016; 96(5): 1046–53.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Kathrin von Kieseritzky
    • 1
  1. 1.

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