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Uro-News

, Volume 21, Issue 5, pp 42–42 | Cite as

Jeder zweite Nierenstein vermeidbar

  • Beate Schumacher
Literatur kompakt
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Einer Kohortenstudie zufolge könnten fünf Lebensstilfaktoren für mehr als die Hälfte aller Nierenkonkremente verantwortlich sein.

Dass Lebensstilfaktoren wie Gewicht, Flüssigkeitsaufnahme oder Kalziumzufuhr einen Einfluss auf das Risiko für Nierensteine haben, ist bekannt. Ärzte der Universität Rom und der Harvard Medical School haben nun untersucht, wie hoch ihr Beitrag zum erstmaligen Auftreten von symptomatischen Nierensteinen auf Bevölkerungsebene einzuschätzen ist. „Den BMI im Normbereich zu halten, ausreichend zu trinken, viel Obst und Gemüse und fettarme Milchprodukte zu essen (DASH-Diät), auf eine adäquate Kalziumzufuhr zu achten und wenig gesüßte Getränke zu trinken war mit einem klinisch relevant niedrigeren Risiko für Nierensteine assoziiert“, schreiben die Autoren um Pietro M. Ferraro.

Für die Analyse wurden Daten von drei prospektiven Kohortenstudien — Health Professionals Follow-up Study (HPFS) und Nurses‘ Health Study (NHS) I und II — mit über 190.000 Männern und Frauen ausgewertet. Während der Beobachtungszeit von median elf Jahren wurde bei 6.449 Teilnehmern erstmals ein Nierenstein diagnostiziert. In jeder Kohorte waren alle fünf untersuchten Risikofaktoren unabhängig mit dem Steinrisiko assoziiert: Personen mit Übergewicht, weniger als zwei Liter Flüssigkeitsaufnahme pro Tag, einer deutlich von der DASH-Diät abweichenden Ernährung, einer hohen Kalziumzufuhr (im obersten Quintil) und mehr als vier gesüßten Getränken pro Woche hatten ein signifikant erhöhtes Risiko. Unter der Annahme, dass es sich bei diesen Assoziationen um kausale Zusammenhänge handelt, haben die Studienautoren die „population attributable fraction“ (PAF) errechnet, also zu welchem Anteil die in den Kohorten aufgetretenen Nierensteine der Exposition zu einem bestimmten Risikofaktor zuzuschreiben waren. Den höchsten PAF-Wert erzielte in der HPFS-Kohorte eine geringe Flüssigkeitszufuhr; sie war demnach für 26,0 % aller Fälle verantwortlich. In den NHS-Kohorten dagegen wurden die meisten Fälle, 21,8 % und 18,9 %, auf einen erhöhten BMI zurückgeführt. Durch die fünf Risikofaktoren zusammen ließen sich je nach Kohorte 55,1–57,0 % aller Steinkomplikationen erklären.

Fazit: Durch die vollständige Meidung der beschriebenen Risikofaktoren wäre gut die Hälfte aller beobachteten Fälle zu verhindern gewesen. Diese Größenordnung passt laut Ferraro und Kollegen zu den publizierten Abschätzungen bezüglich des Anteils von Umwelt und Genen an der Entstehung von Nierensteinen.

Literatur

  1. Ferraro PM et al. Dietary and Lifestyle Risk Factors Associated with Incident Kidney Stones in Men and Women. J Urol. 2017; doi: 10.1016/j.juro.2017.03.124.Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  1. 1.

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