Uro-News

, Volume 21, Issue 5, pp 42–42 | Cite as

Suprapubischer Katheter von Vorteil

  • Robert Bublak
Literatur kompakt
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Die suprapubische Harnableitung ist für Patienten nach einer radikalen Prostatektomie mit signifikant geringeren Schmerzen verbunden als ein transurethraler Dauerkatheter.

Die Vorteile einer suprapubischen Harnableitung, die postoperativen Schmerzen betreffend, müssen nicht mit einer höheren Strikturrate erkauft werden, wenn auf eine Schienung der vesikourethralen Anastomose verzichtet wird. Das haben Urologen um Nina Harke in einer Studie gezeigt.

Die 160 Studienteilnehmer, Männer mit klinisch auf das Organ begrenztem Prostatakrebs, wurden roboterunterstützt radikal prostatektomiert. Allen wurde intraoperativ ein transurethraler Katheter gelegt. In randomisierter 1 : 1-Zuordnung erhielt eine Gruppe der Männer nach Kontrolle der Anastomose auf Dichtigkeit zusätzlich einen suprapubischen Katheter; bei ihnen wurde der transurethrale Katheter am Morgen des ersten postoperativen Tages gezogen. In der anderen Gruppe blieb es bei der transurethralen Harnableitung.

Die Schmerzstärke wurde vom ersten postoperativen Tag bis zum Ziehen des Katheters am Tag fünf und auch noch am sechsten postoperativen Tag gemessen. Mit Ausnahme des ersten und letzten Tages war der Schmerzwert auf einer numerischen Skala von 0 bis 10 (schlimmste Schmerzen) in der Gruppe mit suprapubischem Katheter immer signifikant — absolut betrachtet um gut 1 Punkt — niedriger als in der Gruppe mit transurethralem Katheter. Die erzielten Werte sanken dabei im Lauf der Tage von 3–4 Punkten auf 1 Punkt. Trotz fehlender Schienung waren während der medianen Nachbeobachtungszeit von 22 Monaten keine funktionellen Nachteile nach suprapubischer Harnableitung im Vergleich zur Gruppe mit transurethraler Katheterisierung zu verzeichnen. Die Häufigkeit von Bakteriurien differierte ebenfalls nicht.

Einschränkend ist zu vermerken, dass insgesamt 29 Patienten — 23 in der Gruppe mit suprapubischem Katheter, sechs in der Kontrollgruppe — aus der Wertung fielen. Hauptgründe für den Verzicht auf die suprapubische Drainage waren intraoperative Komplikationen (14 Fälle), etwa die Notwendigkeit, den Blasenhals zu rekonstruieren (sieben Fälle); vier Patienten benötigten eine zusätzliche Hernienkorrektur.

Fazit: Harke und ihre Mitarbeiter schlagen vor zu diskutieren, ob das Legen eines suprapubischen Katheters in den Therapiestandard der roboterassistierten radikalen Prostatektomie aufzunehmen sei.

Literatur

  1. Harke N et al. Postoperative patient comfort in suprapubic drainage versus transurethral catheterization following robot?assisted radical prostatectomy: a prospective randomized clinical trial. World J Urol. 2017; 35: 389–94.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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