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Uro-News

, Volume 21, Issue 5, pp 41–41 | Cite as

Sunitinib adjuvant bei lokal fortgeschrittenem RCC

  • Brigitte Schalhorn
Literatur kompakt
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Nachdem sich die antiangiogene Therapie, z.um Beispiel mit Hemmung des VEGFR-Weges durch Sorafenib oder Sunitinib, in der Behandlung des metastasierten RCC als effektiv erwiesen hat, sollte in der S-TRAC-Studie der Stellenwert von Sunitinib adjuvant nach Nephrektomie bestimmt werden.

Während frühe Stadien eines Nierenzellkarzinoms (RCC) eine günstige Prognose haben, sinkt die 5-Jahres-Überlebensrate bei lokal fortgeschrittenem RCC (Stadium III) auf 53 %. Nach der Operation stellt sich daher die Frage nach einer adjuvanten Therapie. Deshalb wurden von 2007 bis 2011 615 Patienten mit klarzelligem Hochrisiko-RCC im Stadium III (T3 und/oder N1) in die Phase-III-Studie S-TRAC aufgenommen. Die Patienten erhielten für maximal ein Jahr entweder Sunitinib (SUN; vier Wochen, danach zwei Wochen Pause) oder Placebo. Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben (DFS), sekundäre Studienziele das vom betreuenden Arzt bestimmte DFS, das Gesamtüberleben (OS) und die Sicherheit.

Das DFS war unter SUN im Vergleich zu Placebo signifikant länger (6,8 vs. 5,6 Jahre; Hazard Ratio 0,76; p = 0,03). Bestimmten die betreuenden Ärzte das DFS selbst, ergab sich ebenfalls ein numerischer Unterschied zugunsten von SUN (6,5 vs. 4,5 Jahre; nicht signifikant). Das OS kann derzeit noch nicht ausgewertet werden.

Dosisreduktionen wegen Nebenwirkungen waren unter SUN mit 34,3 % viel häufiger als unter Placebo mit 2 %. Dasselbe gilt für Therapieunterbrechungen (46,4 vs. 13,2 %) und -abbrüche (28,1 vs. 5,6 %). Grad-3/4-Nebenwirkungen traten mit 60,5 % unter SUN wesentlich häufiger auf als unter Placebo mit 19,4 %. Bei den Nebenwirkungen von SUN stand die Diarrhö (56,9 % der Patienten) im Vordergrund; Grad 3 wurde jedoch nur bei 3,9 % registriert. Sehr häufig waren außerdem ein Hand-Fuß-Syndrom mit 50,3 % und Hypertonie mit 36,9 %; auch hier waren die Schweregrade ≥ 3 mit 16,0 und 7,8 % deutlich seltener.

Bei der Lebensqualität wurden ebenfalls signifikante Unterschiede zu Ungunsten der SUN-Therapie festgestellt. Diese waren aber numerisch relativ gering und erlangten lediglich bei der Diarrhö klinische Relevanz.

Fazit: Nach Nephrektomie wegen eines klarzelligen RCC im Stadium III verlängerte die adjuvante Sunitinib-Therapie in einer großen Phase-III-Studie signifikant das DFS. Diesem positiven Ergebnis steht aber eine relevante Zunahme an Nebenwirkungen gegenüber. Aussagen bezüglich etwaiger Effekte auf das OS sind noch nicht möglich.

Literatur

  1. Ravaud A et al. Adjuvant sunitinib in high-risk renal-cell carcinoma after nephrectomy. N Engl J Med. 2016; 375(23): 2246–54.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Brigitte Schalhorn
    • 1
  1. 1.

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