Uro-News

, Volume 21, Issue 5, pp 13–13 | Cite as

Neue Therapiewege beim Nierenzellkarzinom

  • Ine Schmale
Medizin aktuell
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Die einzige kurative Therapie beim Nierenzellkarzinom ist die partielle oder radikale Nephrektomie. Patienten mit Nierenzellkarzinom, für die Nephrektomie oder ablative Verfahren nicht geeignet sind, benötigen neue Therapiestrategien. Peter Aslan, Sydney/Australien, stellte Ergebnisse der ersten Studie zur SIRT („selective internal radiation therapy“) bei Nierenzellkarzinompatienten vor [Aslan P, et al. EAU 2017, Poster #360]. Bei der SIRT werden radioaktive Kügelchen, sogenannte Mikrosphären, über eine Nierenarterie direkt in das gut durchblutete Tumorgewebe appliziert. Das in den Mikrosphären enthaltene Yttrium-90 strahlt mit hoher lokaler Wirkung über mehrere Tage hinweg in das Tumorgewebe. In der RESIRT-Studie erhielten insgesamt 21 Patienten eine SIRT in verschiedenen Dosierungen. Nach der SIRT wurden die Patienten über zwölf Monate in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Primäre Endpunkte der Studie waren die Sicherheit und die Toxizität 30 Tage nach Applikation. Die sekundären Studienendpunkte enthielten die Sicherheit und Toxizität zu anderen Zeitpunkten, die renale Funktion und das Tumor-ansprechen. Zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses waren die Patienten durchschnittlich 75 Jahre alt, nahezu ein Viertel war im CKD(„chronic kidney disease“)-Stadium 1, ein Fünftel im Stadium 2 und mehr als die Hälfte der Patienten im CKD-Stadium 3. Die mediane Nachbeobachtungszeit bei Auswertung der präsentierten Daten betrug 12,0 Monate. 14 Patienten hatten die zwölf Monate Nachbeobachtungszeit komplettiert, fünf Patienten verstarben vor Studienende, ein Patient zog nach neun Monaten Nachbeobachtungszeit seine Einwilligung zurück und ein Patient war bei Auswertung noch in der Studie. Während der ersten 30 Tage nach der SIRT berichteten 85,7 % der Patienten über Nebenwirkungen. Die der SIRT zugeordneten Nebenwirkungen waren alle von Grad 1–2 und nicht klinisch relevant. Während der zwölfmonatigen Nachbeobachtungszeit wurde bei allen 21 Patienten von Nebenwirkungen berichtet, bei jeweils fünf Patienten von wenigstens Grad 3 sowie Grad 5. Keine der schweren Nebenwirkungen oder der Grad ≥ 3-Ereignisse wurde mit der SIRT assoziiert. Auch in Bezug auf die renale Funktion erwies sich die SIRT als sicher, sogar bei Patienten mit grenzwertiger Nierenfunktion. Das beste renale Tumoransprechen war eine partielle Remission bei 2/20 Patienten (10 %) sowie eine stabile Erkrankung bei 17/20 Patienten (85 %) und ein Pseudoprogress, der sich später als stabile Erkrankung erwies. In dieser Pilotstudie habe sich die SIRT mit Y-90-Mikrosphären in allen Dosierungen als machbare Therapieoption für Nierenzellkarzinompatienten gezeigt, die für eine konventionelle Therapie nicht geeignet sind, so das Fazit der Autoren.

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Ine Schmale
    • 1
  1. 1.

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