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Uro-News

, Volume 21, Issue 5, pp 11–11 | Cite as

Änderungen im Lebensstil können Menschen mit Nykturie helfen

  • Ine Schmale
Medizin aktuell

Die Nykturie schränkt bei älteren Menschen häufig das Schlafvermögen und damit die Lebensqualität ein. Dabei ist es offensichtlich möglich, über die Änderung der Ernährung und die Behandlung von anderen schlafbeeinträchtigenden Störungen das Leiden zu vermindern. Ein womöglich leicht zu ändernder Lebensstil bei älteren Menschen mit Nykturie ist die Reduktion der Salzaufnahme, so das Ergebnis einer japanischen Studie von Matsuo Tomohiro, Nagasaki/Japan, und Kollegen [Tomohiro M, et al. EAU 2017, Poster #399]. In Japan ist die Salzaufnahme durch die traditionelle Ernährung generell sehr hoch. Daher wurden 321 Japaner und Japanerinnen, die von einer hohen Salzaufnahme über die Nahrung berichteten und unter Nykturie litten, über eine salzarme Ernährung unterrichtet und zu Änderungen der Häufigkeit nächtlicher Toilettengänge infolge der verringerten Salzzufuhr befragt. Der Erfolg der Aufklärung wurde über einen Zeitraum von zwölf Wochen biochemisch gemessen. 223 der Studienteilnehmer schafften es, die Salzaufnahme von täglich 10,7 g auf 8,0 g zu reduzieren und erreichten damit die durchschnittliche nächtliche Frequenz von 2,3 Toilettengängen auf 1,4 zu senken. Bei 98 Studienteilnehmern, die ihre tägliche Salzaufnahme von 9,6 g auf 11,0 g erhöhten, wurde im Gegensatz dazu eine Steigerung der Frequenz von 2,3 auf 2,7 Toilettengänge pro Nacht beobachtet. Wurde die Salzaufnahme reduziert, musste die Toilette auch tagsüber weniger häufig aufgesucht werden. Die Beantwortung eines Standardfragebogens zur Lebensqualität („core lower urinary tract symptom score-quality of life“, CLSS-QoL) wies auf eine deutliche Verbesserung derselben durch die Reduzierung der nächtlichen Toilettengänge hin.

Auch die Behandlung einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) kann zur Reduktion von nächtlichen Toilettenepisoden führen, fanden niederländische Forscher um Sajjad Rahnama‘i, Maastricht/Niederlande, heraus [Degalliers S, et al. EAU 2017, Poster #566]. 256 Patienten, von denen 206 männlich sowie 50 weiblich waren, denen aufgrund der Schlafapnoe eine CPAP(„continuous positive airway pressure“)-Maske verordnet wurde, nahmen an der Studie teil. 69 % dieser Patienten berichteten von mehr als einem Toilettengang pro Nacht. Mit dem Gebrauch der Maske wurde bei 65 % der Patienten eine Reduktion des nächtlichen Harndrangs beobachtet. Es sei vielleicht überraschend, dass Atemprobleme eine exzessive Urinproduktion anregen, aber das Problem sei durchaus real, kommentierte Marcus Drake, University of Bristol, für die EAU. Daher sei der Hinweis auf diesen Zusammenhang und der mögliche Nutzen der OSA-Therapie sehr hilfreich für die Praxis.

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Ine Schmale
    • 1
  1. 1.

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