Trotz eines erkennbaren technischen Fortschritts in der Strahlentherapie maligner Neoplasmen ist keine nennenswerte Verbesserung der Behandlungsergebnisse erzielt worden. Diese Stagnation beruht auf Interaktionen zwischen Tumorzelle und Photonenstrahlung. Die Strahlenresistenz des Tumors gegenüber der Photonenstrahlung kann durch Anwendung von Strahlung mit hohem linearenergetischen Transfer (LET) überwunden werden. Die Entdeckung des Nuklids Californium-252 (252Cf), einer Gamma-Neutronenstrahlungsquelle, hat neue Möglichkeiten in der radiotherapeutischen Anwendung von Neutronen eröffnet. Das Design einer automatischen Afterloading-Einheit für 252Cf-Neutronen-Brachytherapie ist ein bislang noch offenes Problem.
Material und Methodik: Die Afterloading-Einheit ist als eine im Bestrahlungsraum fest eingebaute Vorrichtung konstruiert, die sich aus drei miteinander verbundenen Elementen zusammengesetzt.
· Die Steuer- und Antriebseinheit besteht aus einem Steuercomputer und aus einem Motorantrieb mit Stahlseil, welcher den 252Cf-Strahler trägt.
· Der Strahler wird in einem wasserdichten Behälter in einem Aufbewahrungstresor untergebracht, der im Boden in einer Tiefe von 125 cm unter dem Bett des Patienten platziert wird.
· Das Afterloading-Applikationsmodul wird im Bestrahlungsraum aufgestellt.
Ergebnisse: Automatisches Afterloading ermöglicht einen preiswerten und höchst effizienten Strahlenschutz mit gleichzeitiger Arbeitssicherheit für das Bedienungspersonal. Die Quellen können während der Behandlung mit einer Positionsgenauigkeit von 0,5–1,0 mm beliebig über eine Entfernung von bis zu 520 cm vom Aufbewahrungsort im Tresorraum zur Applikationsstelle bewegt werden. Beide Afterloading-Systeme verwenden Indexer-Austritte, die elektronisch und mechanisch gegen etwaige unbeabsichtigte Bewertung der Quelle außerhalb der Applikationsröhre geschützt werden.
Schlussfolgerung: Das technische Konzept der präsentierten automatischen Afterloading-Einheit für die Neutronen-Brachytherapie stellt eine der möglichen Designvarianten dar, die – bei Minimierung der technischen und ökonomischen Anforderungen – dem Personal einen optimalen Strahlenschutz und Arbeitssicherheit bietet. Dieses Konzept erweitert so die Anwendbarkeit der Neutronen-Brachytherapie in der klinischen Praxis.