Operationsziel
Wiederherstellung der Funktion der Sehne des M. tibialis anterior mit Dorsalflexion und Inversion.
Indikationen
Sowohl spontane als auch traumatische Rupturen der Sehne des M. tibialis anterior.
Kontraindikationen
Multimorbidität sowie fehlende funktionelle Einschränkungen.
Operationstechnik
Direkte Naht der Sehne des M. tibialis anterior mit Fiber-Wire-Naht und Augmentation mit Extensor-hallucis-longus-Sehnentransfer sowie ggf. Reinsertion der Tibialis-anterior-Sehne im Os cuneiforme mediale.
Weiterbehandlung
Sechs Wochen Entlastung der betroffenen Extremität, 3 Wochen in einem Unterschenkel-Baycast in 10°-Dorsalextension, danach Wechsel auf eine Baycast-Schiene, aus welcher für weitere 3 Wochen eine passive Beübung zur Vermeidung von Sehnenverklebungen erfolgt. Dann sukzessiver Übergang zur Vollbelastung über weitere 2–3 Wochen.
Ergebnisse
Nach einem mittleren Follow-up von 13,5 Monaten konnten 8 Patienten untersucht werden. Ein Patient zeigte eine Reruptur der augmentierten Sehne. Der durchschnittliche Ankle-Hindfoot-Score der American Orthopaedic Foot and Ankle Society (AOFAS) betrug 81,0 (Spanne 67–88). Die wiederhergestellte Kraft der Dorsalflexion im Sprunggelenk betrug im Median 67 % (Spanne 29,3–85,5 %) im Vergleich zur kontralateralen, gesunden Seite. Alle, ausgenommen des Patienten mit der rerupturierten Sehne, waren mit dem Operationsergebnis sehr zufrieden oder zufrieden.