Operationsziel
Offene Reposition und Osteosynthese posterolateraler Tibiakopffrakturen.
Indikationen
Tibiakopffrakturen, die den posterolateralen Quadranten betreffen.
Kontraindikationen
Kritische Weichteilverhältnisse.
Tibiakopffrakturen, die sich außerhalb des posterolateralen Quadranten befinden.
Operationstechnik
Seitenlagerung, gerader posterolateraler Hautschnitt über dem Fibulaköpfchen, Darstellung des Nervus peroneus, laterale Arthrotomie und Darstellung der lateralen Gelenkfläche, Präparation in die Kniekehle zwischen lateralem Musculus gastrocnemius und Musculus soleus. Identifikation des Gefäß-Nerven-Bündels (Arteria und Vena popliteae, Nervus tibialis). Stumpfe Präparation zwischen Musculus popliteus und Musculus soleus. Scharfes Ablösen des Musculus soleus von Tibia und Fibula bis knapp oberhalb des Eintritts des Nervus peroneus in die Peronealmuskulatur. Erhalt der Innervation des Musculus soleus. Darstellung des posterolateralen Tibiakopfes. Die dorsale Gelenkkapsel sowie die Popliteusecke werden geschont. Optische Kontrolle der Frakturreposition über die laterale Arthrotomie. Reposition der Fraktur von dorsal, Anmodellieren und Fixieren einer zu einer L-Platte umfunktionierten 3,5-mm-Radius-T-Platte ebenfalls von dorsal.
Weiterbehandlung
Teilbelastung von 10 kg für 6–8 Wochen, je nach radiologischer Heilung. Limitierung der Kniebeugung auf 90° für 6 Wochen.
Ergebnisse
In 2 Jahren wurden sieben Patienten über den modifizierten posterolateralen Zugang operiert. Alle sieben Patienten konnten nach 12–24 Monaten nachuntersucht werden. Sechs Patienten waren beschwerdefrei. Radiologisch zeigte sich sechsmal eine stufenlose Wiederherstellung der Gelenkfläche, einmal fand sich bei einer mehrfragmentären posterolateralen Luxationsfraktur ein verbleibender Defekt mit geringer Stufenbildung. Komplikationen durch den Zugang wurden nicht beobachtet.