Zusammenfassung
Das Activ-L-Implantat (B. Braun/Aesculap, Tuttlingen,
Deutschland) ermöglicht einen minimalinvasiven endoprothetischen
Bandscheibenersatz der Lendenwirbelsäule
(LWS). Verankerung mittels Spikes, Keel oder einer Kombination
aufgrund seines modularen Designs möglich.
Translation in begrenztem Ausmaß durch ein UHMWPEInlay
möglich. Frühe klinische Ergebnisse sind mit bereits
etablierten Implantatkonzepten vergleichbar.
Operationsziel
Restauration der Funktion des lumbalen Bewegungssegments
mit anhaltender Schmerzreduktion und normaler
Belastbarkeit. Rasche klinische Reintegration des Patienten
in Berufs- und Privatleben.
Indikationen
Gescheiterte konservative Behandlung bei nachgewiesener
Bandscheibendegeneration eines oder mehrerer Bewegungssegmente
und Ausschluss einer nicht diskogenen
Schmerzursache.
Kontraindikationen
Spondylitiden und Diszitiden des Segmentes, Frakturen,
Wirbelkörpermetastasen, Z. n. Fusionsoperationen, Osteoporose,
metabolische Knochenerkrankungen, schwere Allgemeinerkrankungen,
allgemeine Kontraindikationen, die
gegen einen abdominellen Eingriff sprechen, unklare lumbale
Schmerzzustände.
Operationstechnik
Minimalinvasiver ventraler Zugang zur Lendenwirbelsäule,
Darstellen der ventralen Zirkumferenz des Segmentes,
Ausräumen des Zwischenwirbelraumes, Höhenbestimmung
mit dem Probeimplantat, Festlegung, ob Keel- oder
Spike-Verankerung individuell für jede Endplatte, Implantation
der Prothese in der Mittellinie, Röntgenkontrollen,
Wundverschluss.
Weiterbehandlung
Mobilisation 6 Stunden postoperativ, stabilisierende Physiotherapie
ab der 3. Woche postoperativ.
Ergebnisse
Veröffentlichte klinische und radiologische Ergebnisse decken
sich mit den bereits publizierten Ergebnissen der Literatur
für andere Prothesentypen. Publizierte Ergebnisse
von In-vitro-Untersuchungen des Polyethylenabriebs zeigen
einen signifikant niedrigeren Abrieb als bei vergleichbaren
Implantattypen, was unter Umständen am Testverfahren
liegen kann.