Operationsziel
Wechsel einer gelockerten Prothesenpfanne. Einbau und sichere Fixation einer zementlosen Pressfit-Pfanne zur Wiederherstellung einer schmerzfreien Gelenkfunktion auch bei größeren Pfannendefekten.
Indikationen
Gelockerte Prothesenpfanne.
Wiedereinbau einer Prothesenpfanne nach Prothesenexplantation aufgrund eines periprothetischen Infekts.
Kontraindikationen
Knochendefektsituationen des Azetabulums, die keine ausreichende Pressfit-Verankerung der Pfanne (zumindest Dreiflächenfixation) erlauben.
Persistierender Infekt.
Operationstechnik
Darstellung des Azetabulums über einen Standardzugang. Entfernung der gelockerten Prothesenpfanne. Säuberung des Pfannengrundes mit dem scharfen Löffel. Fräsung des Pfannengrundes mit kleinerer Fräse zur Bildung eines neuen, in der Regel tieferen Pfannenzentrums, meist mit Bildung bzw. Vergrößerung eines zentralen Pfannendefekts. Stufenweise größer werdende Fräsung des Pfannengrundes ohne manuellen Druck (bei zentralen Pfannendefekten) bis zur Erzielung eines ausreichend erscheinenden Knochenkontakts am Pfannenrand (zumindest Dreiflächenfixation erforderlich). Einschlagen einer dünnwandigen Pressfit-Pfanne (z.B. AllofitS™), die zur Erzielung einer 4-mm-Pressfit-Verankerung in der nächstgrößeren Dimension als die zuletzt verwendete Fräse gewählt wird. Zusätzliches Einbringen von zwei bis drei langen Spongiosaschrauben in das Os ilium.
Weiterbehandlung
Thromboseprophylaxe, Physiotherapie, Gangschulung mit Teilbelastung der Gliedmaße von 10 kg für die Dauer von 6 Wochen. Anschließend Belastungssteigerung um 10 kg pro Woche.
Ergebnisse
52 Pfannenwechsel auf eine AllofitS™-Pfanne wurden mit einem durchschnittlichen Nachuntersuchungszeitraum von 35,8 ± 8,8 Monaten (26–53 Monate) klinisch und radiologisch analysiert. Der Harris-Hip-Score-Score stieg von präoperativ 46,4 auf 87,3 Punkte nach 2 Jahren. Zwei Pfannen wiesen eine Migration auf, eine Hüfte dislozierte. Eine Lockerung wurde bisher nicht beobachtet.