Operationsziel
Perkutane retrokapitale distale Osteotomie des ersten Mittelfußknochens zur chirurgischen Behandlung des Hallux valgus.
Indikationen
Leichte bis mittelschwere Hallux-valgus-Deformität bei Jugendlichen und Erwachsenen.
Wiederauftretende Hallux-valgus-Deformität nach vorangegangener Operation.
Kontraindikationen
Schwere degenerative Veränderungen des ersten Metatarsophalangealgelenks (Hallux valgus et rigidus).
Vorheriges Keller-Verfahren.
Operationstechnik
Eine perkutane distale lineare Osteotomie des ersten Mittelfußknochens wird durchgeführt und mit einem Kirschner-Draht stabilisiert. Die Operationstechnik umfasst folgende Schritte: distale Einführung des Kirschner-Drahts; Hautschnitt; sparsame Ablösung der Knochenhaut; distale retrokapitale Osteotomie des ersten Mittelfußknochens; Korrektur des ersten intermetatarsalen Winkels durch seitliche Verschiebung des Kopffragments; Stabilisation durch Einführung des Kirschner-Drahts in den proximalen Mittelfußknochen; postoperativer Verband.
Ergebnisse
Nach 118 konsekutiven perkutanen Verfahren mit einer Nachuntersuchungszeit von durchschnittlich 35,9 Monaten (24–78 Monate) waren 107 (91%) der Patienten mit dem Ergebnis zufrieden. Auf der „hallux metatarsophalangealinterphalangeal“-Skala der American Orthopaedic Foot and Ankle Society (AOFAS) zur klinischen Beurteilung wurde bei den Nachuntersuchungen ein durchschnittliches Ergebnis von 88,2 ± 12,9 erreicht. Die klinischen Ergebnisse können mit denen der offenen Techniken verglichen werden, haben aber den Vorteil eines minimalinvasiven Verfahrens.