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Blutung – neue Erkenntnisse und ihre klinischen Implikationen

Bleeding—new insights and their clinical implications

Blutungsereignisse sind gefürchtete Ereignisse und können insbesondere bei kritischer Erkrankung zu besonders schwerwiegenden Verläufen mit erhöhter Morbidität und Mortalität führen. Im Gegensatz zu chirurgischen Disziplinen, bei denen operative Eingriffe und Traumata die führenden Ursachen darstellen, sind im konservativen Bereich die gastrointestinalen Blutungen von hervorzuhebender Häufigkeit. Des Weiteren spielt insbesondere die intrazerebrale Blutung im intensivmedizinischen Bereich eine wichtige Rolle. In den letzten Jahren haben sich insbesondere infolge eines besseren Verständnisses der Pathophysiologie, aber auch im Bereich der medikamentösen Möglichkeiten Veränderungen der therapeutischen Möglichkeiten ergeben. Zusätzlich steigt insbesondere im intensivmedizinischen Bereich infolge des wachsenden Einsatzes extrakorporaler Verfahren die Notwendigkeit des Einsatzes antikoagulatorischer Therapien. In diesem Zusammenhang freut es uns sehr, dass wir in dieser Ausgabe der Medizinischen Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin einen aktuellen Überblick zu diesen zentralen Themen des medizinischen Alltags liefern, neue Aspekte beleuchten und auch einen Ausblick in die Zukunft liefern können.

Herr Prof. Petros gibt im ersten Beitrag einen Überblick zu dem Gleichgewicht zwischen Pro- und Antikoagulation sowie den Ursachen und Abläufen der Gerinnungsveränderungen im Rahmen von Blutungsereignissen. Des Weiteren werden in dem Artikel die Möglichkeiten der Abbildung von Gerinnungsabnormitäten zur Steuerung der Therapie diskutiert.

Herr Dr. Drolz et al. diskutieren in ihrem Beitrag die Bedeutung der unterschiedlichen Blutungslokalisationen auf das klinische Management und die Prognoseeinschätzung. Hierbei werden neben epidemiologischen Aspekten auch Facetten von prophylaktischen Maßnahmen wie beispielsweise die Relevanz der Stressulkusprophylaxe sowie Gerinnungsoptimierung diskutiert.

Dem Management von Blutungen unter antithrombotischer Therapie widmet sich Herr Dr. Braun. In diesem Beitrag werden therapeutische Implikationen zum Management bei Blutungen unter Antikoagulanzien diskutiert und Vorschläge für das Vorgehen im klinischen Alltag präsentiert.

Herr PD Dr. Möhnle et al. bieten mit ihrem Beitrag einen praxisrelevanten Überblick zu gerinnungsaktiven Medikamenten und Antikoagulation. Hierbei werden verschiedenste Aspekte wie beispielsweise Thromboseprophylaxe im Intensivbereich, Vorgehen bei Entzündung und Sepsis, und auch Antikoagulation bei extrakorporalen Verfahren umfassend beleuchtet und auch praktische Handlungsempfehlungen für den Alltag gegeben.

Wir denken, dass diese hochinteressanten und relevanten Beiträge zum Leitthema „Blutung“ einen guten Überblick zum aktuellen diagnostischen und therapeutischen Vorgehen insbesondere bei Patienten mit kritischer Erkrankung bieten und wünschen viel Vergnügen beim Lesen der Beiträge.

Valentin Fuhrmann, Sirak Petros

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Correspondence to Valentin Fuhrmann or Sirak Petros.

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Interessenkonflikt

V. Fuhrmann weist auf folgende Beziehungen hin: Vorträge für ADVITOS, CSL-Behring, Merz. S. Petros erhielt Vortragshonorar von CSL Behring und Sanofi. Er hat außerdem eine Forschungskooperation mit folgenden Firmen: CSL Behring, Leo, Stago, Werfen.

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Fuhrmann, V., Petros, S. Blutung – neue Erkenntnisse und ihre klinischen Implikationen. Med Klin Intensivmed Notfmed 116, 473–474 (2021). https://doi.org/10.1007/s00063-021-00852-x

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