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Niacin—ein komplementärer Therapieansatz zur Optimierung des Lipidprofils

Niacin—an Additive Therapeutic Approach for Optimizing Lipid Profile

Zusammenfassung

Hintergrund:

Klinische Untersuchungen haben gezeigt, dass eine konsequente Behandlung von Risikofaktoren zu einer nachhaltigen Senkung der Mortalität und Morbidität von Patienten mit koronarer Herzerkrankung führt. In der Behandlung der Dyslipoproteinämie stellen Statine die Substanzgruppe dar, für die zurzeit die am besten gesicherte Datenlage hinsichtlich Effektivität und Sicherheit in der Primär- und Sekundärprävention besteht. Dennoch sind aus der Klinik Lipidkonstellationen bekannt, bei denen durch eine alleinige Statintherapie keine Optimierung der Parameter gelingt. Hierbei gestaltet sich insbesondere die Therapie von Patienten mit einem erniedrigten High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (HDL-C) und erhöhten Triglyzeridwerten schwierig, z. B. beim metabolischen Syndrom.

Wirkung von Niacin:

Nikotinsäure, die auch unter der Bezeichnung Niacin bekannt ist, ist die am längsten bekannte Substanz, die in der Prävention der koronaren Herzerkrankung eingesetzt wird. Neben einer Senkung des Gesamt- und Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL-C) besteht die Hauptwirkungen dieser Substanz in einer deutlichen Hebung des HDL-C sowie einer Senkung der Triglyzeride und des Lipoprotein (a). Da die ursprüngliche Darreichungsform, bei der es zu einer unverzögerten Freisetzung der Substanz kam, häufig mit einer Flush-Symptomatik verbunden war, ist der Einsatz zunächst eingestellt worden. Seit Mai dieses Jahres steht in Deutschland eine Darreichungsform zur Verfügung, „extended release“-(ER-)Niacin, bei der es zu einer verzögerten Freisetzung der Substanz kommt. Untersuchungen aus den USA, wo die Substanz seit 1997 zugelassen ist, haben gezeigt, dass die Inzidenz der Flush-Symptomatik bei unveränderter Wirkung auf den Lipidstoffwechsel deutlich niedriger ist. In klinischen Studien konnten unter einer Kombinationstherapie aus Niacin und Statinen nicht nur günstige Effekte auf das Lipidprofil, sondern auch eine Senkung der kardialen Ereignisse beobachtet werden. Dabei wurde die Therapie von den Patienten gut vertragen und zeichnete sich durch eine hohe Sicherheit aus.

Schlussfolgerung:

Mit Niacin steht eine Substanz zur Verfügung, mit der eine effektive Steigerung des HDL-C und eine Senkung des Lipoprotein (a) erzielt werden können. Durch die ER-Darreichungsform ließ sich eine wesentliche Verbesserung der Verträglichkeit erreichen. In Kombination mit einem Statin stellt Niacin nicht nur einen effektiven komplementären Therapieansatz dar, sondern hat sich auch als sichere Therapieoption erwiesen.

Abstract

Background:

Large interventional studies have shown that the reduction of total cholesterol and low-density lipoprotein cholesterol (LDL-C) is one of the cornerstones in the prevention of coronary artery disease. However, in up to 40% of patients the recommended target of LDL-C is not reached with a monotherapy. Furthermore, risk stratification only by LDL-C disregards a substantial number of patients with dyslipidemia with increased triglycerides and decreased high-density lipoprotein cholesterol (HDL-C).

Effect of Niacin on Lipid Metabolism:

In consequence, niacin has gained attention as a component of a combined therapeutic approach in patients with dyslipidemia. Niacin substantially increases HDL-C and decreases triglycerides, LDL-C and lipoprotein (a). By this mechanism of action niacin exhibited, in combination with statins or bile acid-binding resins, favorable effects on the incidence of cardiovascular events in selected patients. Side effects like flush and hepatotoxicity seem to be in part dependent on the niacin formulations used. However, niacin has been shown to be a well-tolerated and safe therapy in controlled studies.

Conclusion:

On the basis of current data niacin should be considered a valuable therapy component in patients with dyslipidemia, in which a monotherapy fails to optimize an increased risk of coronary artery disease.

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Correspondence to Heinrich Wieneke.

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Wieneke, H., Schmermund, A. & Erbel, R. Niacin—ein komplementärer Therapieansatz zur Optimierung des Lipidprofils. Med Klin 100, 186–192 (2005). https://doi.org/10.1007/s00063-005-1020-6

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  • DOI: https://doi.org/10.1007/s00063-005-1020-6

Schlüsselwörter:

  • Niacin
  • HDL-Cholesterin
  • Koronare Herzerkrankung
  • Prävention

Key Words:

  • Niacin
  • High-density lipoproteins
  • Cholesterol
  • Coronary heart disease
  • Prevention