Hintergrund
Die Inzidenz supraventrikulärer Arrhythmien (SVA) ist bei Patienten mit Mitralklappenprolaps (MVP) hoch. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, für die Vorhersage der Entwicklung von SVA bei MVP-Patienten die Bedeutung von Parametern zu ermitteln, welche den Nachweis einer Heterogenität der Vorhofüberleitung liefern, z. B. die P‑Wellen-Dispersion (PWD) und die atriale elektromechanische Verzögerung (AEMD).
Methoden
Dazu wurden 76 Patienten mit MVP (56 Frauen, 20 Männer) in die Studie einbezogen. Die Patienten wurden – je nach Vorliegen von SVA oder nicht – in 2 Gruppen unterteilt: Der Non-SVA-Gruppe wurden 36 Patienten zugewiesen und der SVA-Gruppe 40 Patienten. Herzfrequenzvariabilität (HRV), PWD und AEMD-Werte wurden ermittelt und verglichen.
Ergebnisse
In der SVA-Gruppe erwies sich die PWD als höher denn in der Vergleichsgruppe. Die interatriale EMD betrug 32,00 ms (25,00–35,00) bei Patienten mit SVA, während sie 18,00 ms bei Patienten ohne SVA betrug (11,00–23,75); die intraatriale EMD lag bei 17,0 ms (10,00–20,00) bei Patienten mit SVA, dagegen bei 10,00 ms (4,00–14,00) für Patienten ohne SVA. In der SVA-Gruppe wurde eine niedrigere HRV festgestellt.
Schlussfolgerung
In der SVA-Gruppe waren PWD und AEMD erhöht, während die HRV-Werte niedriger waren. Noninvasive Parameter können möglicherweise zur Vorhersage des Vorliegens und der Inzidenz von SVA im Rahmen der Nachuntersuchung bei dieser Patientengruppe beitragen.