Hintergrund:
Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) und etwaige Zusammenhänge mit dem Auftreten von Kammertachykardien (VT) wurden bei Patienten mit operativ versorgter Fallot-Tetralogie (ToF) untersucht.
Patienten und Methoden:
Die HRV wurde bei 23 konsekutiven Patienten (mittleres Alter 14 ± 6,6 Jahre; mittlere Nachuntersuchungszeit 10,6 ± 5,2 Jahre), die sich einer operativen Fallot-Korrektur unterzogen hatten, analysiert. Sieben Patienten hatten nicht anhaltende Kammertachykardien in Langzeit-Ekg-Aufzeichnungen. Zwei Kontrollgruppen wurden eingeschlossen: 18 Gesunde und 15 Patienten , die aufgrund einer anderen angeborenen Herzerkrankung operiert worden waren. Es fanden sich keine Unterschiede bezüglich des Alters, des Operationsalters (in den operativ versorgten Gruppen), der Nachuntersuchungsdauer und der durchschnittlichen Herzfrequenz zwischen den drei Gruppen. Jeweils vier Zeit- und Frequenzindizes wurden erfasst: die mittlere Dauer der RR-Abstände, die Standardabweichung aller RR-Intervalle (SD), die Quadratwurzel der mittleren quadrierten Differenzen aufeinander folgender RR-Intervalle (r-MSSD), die prozentuale Rate der Unterschiede zwischen angrenzenden RR-Intervallen (pNN50), die gesamte Power (TP), niedrige Frequenz (LF), hohe Frequenz (HF) und das LF/HF-Verhältnis.
Ergebnisse:
Die HRV-Indizes waren in beiden Kontrollgruppen identisch, bei Patienten mit ToF dagegen signifikant erniedrigt. Innerhalb der operierten Gruppen (ToF) waren die HRV-Indizes bei sieben Patienten mit nicht anhaltenden Kammertachykardien im Vergleich zu denjenigen ohne signifikant erniedrigt: SD (95 ± 15 vs. 135 ± 54 ms; p = 0,01), r-MSSD (26 ± 9 vs. 45 ± 20 ms; p = 0,03), pNN50 (4,4 ± 3,4 vs. 16,5 ± 12,5%; p = 0,001) und HF (111 ± 97 vs. 352 ± 291 ms2; p = 0,009). Eine schrittweise multivariate Regressionsanalyse zeigte pNN50, das Operationsalter, den Grad der pulmonalen Regurgitation und ein größeres Verhältnis von rechtem zu linkem Ventrikel als unabhängige prädiktive Variablen für Kammertachykardien (p < 0,0001; r2 = 0,85).
Schlussfolgerung:
Patienten mit ToF, insbesondere diejenigen mit Kammertachykardien, haben eine signifikante Störung des sympathikovagalen Gleichgewichtes, was durch eine Reduktion des vagalen Tonus geprägt ist.