Die Arteriosklerose ist eine entzündliche Erkrankung.
Entzündliche Prozesse spielen sowohl in der frühen
Plaqueentstehung als auch in fortgeschrittenen Stadien der
Arteriosklerose und bei den Komplikationen wie der
intraarteriellen Thrombose eine wichtige Rolle. Eine Methode zur
Aufdeckung von Entzündungsprozessen in den Koronararterien
könnte eine lokale oder auch systemische Aktivierung der
arteriosklerotischen Erkrankung erkennen. Vulnerable Plaques
bzw. vulnerable Gefäße könnten besser charakterisiert werden.
Die intrakoronare Thermographie misst ein Kardinalzeichen der
Entzündung, die Überwärmung. Wärme im Bereich der
Koronararterien wird wahrscheinlich von Makrophagen produziert.
Experimentelle Arbeiten beschreiben, dass Temperaturunterschiede
in Plaques nachgewiesen werden können und ein Temperaturanstieg
im Bereich von entzündlichen zellulären Infiltrationen zu
verzeichnen ist, besonders durch Makrophagen. Erste Arbeiten bei
Patienten im Katheterlabor konnten nachweisen, dass die
intrakoronare Thermographie mittels verschiedener Systeme
durchführbar und sicher ist. Es wurde eine abgestufte Beziehung
zwischen klinischer Symptomatik und intrakoronarer
Temperaturerhöhung beschrieben, wobei Patienten mit akutem
Myokardinfarkt die größte Temperaturdifferenz aufwiesen. Der
Nachweis einer Temperaturerhöhung schien in einer Studie mit
einer schlechteren Langzeitprognose verbunden. Die intrakoronare
Thermographie kann möglicherweise neue Kenntnisse über die
Lokalisierung und Ausdehnung von entzündlichen Prozessen und die
prognostische Bedeutung liefern. Zurzeit werden diese neue
Methode und die zugrunde liegenden Konzepte intensiv
evaluiert.