Heilberufe

, Volume 69, Issue 12, pp 60–60 | Cite as

Deutsches Pflege Forum

Landespflegekammer erarbeitet Berufsordnung

  • Springer Medizin
PflegePositionen 12 / 2017
  • 56 Downloads

Auf dem Deutschen Pflege Forum sprach Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, über die bisherigen Kammererfahrungen in Rheinland-Pfalz. Und er machte gleich zu Beginn deutlich: „Kammergründungen bedeuten, mit Widerstand zu kämpfen“.

Mai sagte, es sei es sinnvoll, „einer klaren Strategie für den Aufbau der Landespflegekammer zu folgen“. Hierfür seien in Rheinland-Pfalz 116 Maßnahmen bis zum Jahr 2020 festgelegt.

Kammer stärkt die Altenpflege

Aktuell habe die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz rund 38.700 registrierte Mitglieder. Der Anteil der Krankenpflegerinnen und -pfleger liege bei 72% der Mitglieder, der der Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger bei 8%. Nur 20% aller Mitglieder seien der Altenpflege zuzuordnen. Im Altenhilfesektor arbeiten als Pflegefachkräfte somit wesentlich mehr Krankenpfleger als Altenpfleger. Daher ziehe die „ganze Argumentation“ der Kritiker, dass Pflegekammern den Altenhilfesektor schädigen, nicht, sagte Mai.

Die Zugehörigkeit zu einer Pflegekammer, so der Kammerpräsident, habe eine elementare Bedeutung in der Gesellschaft und sei „als besonderes Recht“ zugleich eine Auszeichnung für den Berufsstand. Das habe auch das Verwaltungsgericht Mainz mit seiner Entscheidung im April 2017 anerkannt. Demnach sei das allgemeine Interesse an einer Pflegekammer größer als das Einzelinteresse. Mai weiter: „Die Pflegekammer ist ein zutiefst demokratischer Organismus. Die Steuerung erfolgt durch die Mitglieder. Wir gestalten unseren Berufsstand selbst“.

Zur Frage, was die Kriterien eines guten Arbeitsplatzes und damit auch eines guten Arbeitgebers sind, werde es demnächst von der Kammer eine Antwort geben, versprach der Landeskammerpräsident im Verlauf des Deutschen Pflege Forums. Möglich sei u.a. die Herausgabe eines Kammerzertifikats „Guter Arbeitgeber in der Pflege“. Dabei erkenne er bereits jetzt, dass sich „schlechte Arbeitgeber“ in Rheinland-Pfalz auch aufgrund der Kammergründung anfangen zu bewegen — hin zum Positiven.

Berufsordnung: Grundgesetz pflegerischer Berufsausübung

„Die Berufsordnung ist das Grundgesetz der pflegerischen Berufsausübung. Dort wird die professionelle Pflege definiert“, betonte Mai. Bisher habe man dieses Feld anderen überlassen. Damit sei jetzt Schluss. Die Pflege bestimme das künftig selbst. Mai ist sich sicher, dass sich die Arbeitgeber die 2018 von der Landespflegekammer zu verabschiedende Berufsordnung sehr genau ansehen werden und die für deren Umsetzung benötigen Maßnahmen einleiten werden. „Die Berufsordnung ist die Grundlage für begründete Forderungen nach Verbesserungen im Arbeitsfeld der Pflege“, erklärte Mai. Und abschließend: „Die Landespflegekammer ist in Rheinland-Pfalz in allen Ebenen anerkannt“. Hier seien die professionell Pflegenden stark.

Für ganz Deutschland gelte dies jedoch noch nicht. „Wir brauchen eine starke Bundespflegekammer, zu deren Gründung zusammen mit dem DPR jetzt die Initiative ergriffen wurde“.

Literatur

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH 2017

Authors and Affiliations

  • Springer Medizin

There are no affiliations available

Personalised recommendations