Heilberufe

, Volume 69, Issue 12, pp 57–57 | Cite as

IM FOCUS

Bayerische Interessenvereinigung: DPR lehnt Etikettenschwindel ab

  • Irene Maier
PflegePositionen 12 / 2017
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Der Deutsche Pflegerat lehnt die Vereinigung der Pflegenden in Bayern nach wie vor ab und fordert die bayerische Politik auf, ihre Position zu diesem losen Interessenverbund zu ändern. Die Vereinigung ist und bleibt ein Etikettenschwindel und soll den Pflegefachpersonen gegen ihren Willen übergestülpt werden.

Ein solcher Verbund kann nicht die einer starken Pflegekammer zugeschriebenen Aufgaben erfüllen. Daran ändern auch alle anderslautenden Beteuerungen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege nichts. Der Vereinigung fehlt es an der notwendigen Unabhängigkeit, da sie aus dem Staatshaushalt finanziert wird. Damit unterliegt sie einem Haushaltsvorbehalt. Auch repräsentiert sie nicht die ganze Berufsgruppe der Pflegefachpersonen. Sie beruht auf einer freiwilligen Mitgliedschaft.

Die Pflegefachpersonen in Bayern benötigen kein Placebo-Medikament und keine Mogelpackung. Was auf der Packung der Vereinigung steht, ist in dieser nicht drin. Die elementaren Entscheidungsbefugnisse der professionell Pflegenden werden durch sie massiv verwässert. Die Pflegefachpersonen wollen ihre Belange selbst in die Hand nehmen. Das kann nur durch die Gründung einer Pflegekammer erreicht werden. In dieser ist gewährleistet, dass es tatsächlich um die Interessen der Pflegefachpersonen geht und nicht Interessengruppen der Arbeitgeber Einfluss nehmen können, wie dies in Bayern der Fall sein wird. In Bayern wurde es verpasst, den professionell Pflegenden eine tatsächlich starke Stimme zu geben. Mehr Wertschätzung sieht anders aus.

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© Springer Medizin Verlag GmbH 2017

Authors and Affiliations

  • Irene Maier
    • 1
  1. 1.

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