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Heilberufe

, Volume 69, Issue 12, pp 52–52 | Cite as

Aus den Ländern

Superwahljahr in NRW geht spannend zu Ende

  • Daniela Schlosser
Sonstiges
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Das Jahr 2017 stand für den BLGS-Landesverband Nordrhein-Westfalen ganz im Zeichen der Wahlen. Der Fokus der Arbeit lag in der Unterstützung einer potenziellen Pflegekammer für NRW. In Zusammenarbeit mit dem Landespflegerat startete 2016 eine Initiative, die das Ziel hatte, die Mitglieder der Pflegeberufe über die Pflegekammer zu informieren. Diese Multiplikatorenschulungen der BLGS-Landesmitglieder sind inzwischen abgeschlossen, wodurch eine breite Information der Pflegefachkräfte zur Pflegekammer ermöglicht wird. Im Hinblick auf die im Koalitionsvertrag erwähnte Befragung der Pflegenden durch die neue Landesregierung ist dies unumgänglich: „Diese Befragung (…) soll über die Frage einer Landespflegekammer sowie der Alternative des Bayerischen Modells erfolgen.“ Die Errichtung einer „Vereinigung der Pflegenden“ (Bayrisches Modell) lehnen wir als BLGS ab. Wir kämpfen für die gänzliche Selbstorganisation der Pflege in Form einer Kammer. Hierzu soll bei Gelegenheit auch das Gespräch mit Landesminister Karl-Josef Laumann gesucht werden.

Der neue Landesvorstand steht

Auch unser Landesverband hat am 19. Oktober gewählt. Nach einem spannenden Rennen inklusive einer Stichwahl wurde Thomas Kutschke fast einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt. Er wird zukünftig von Evelyn Adams als stellvertretende Landesvorsitzende unterstützt. Adams stammt aus der Altenpflege und wird den BLGS NRW aus dieser Perspektive heraus stärken. Klaus Stinner und Monika Huth wurden als Vorstandsmitglieder eindrucksvoll bestätigt. Neu gewählt wurden: Torsten Edelkraut, Heinz Lönneßen und Volker Thiel. Am Ende musste der Kampf um den fünften Platz im Landesvorstand per Stichwahl entschieden werden. Thomas Kutschke dankte allen Kandidatinnen und Kandidaten und insbesondere den scheidenden Vorstandsmitgliedern Dirk Bross, Daniela Schlosser und Birgit Schulz-Meier, die sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatten.

Politische Entwicklungen

Auf der zuvor stattfindenden Fachtagung berichtete Gerhard Herrmann aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW über aktuelle politische Entwicklungen: Die Absolventenquote in der Altenpflege liegt derzeit bei 89%. Auch aus diesem Grund soll die Umlagefinanzierung fortgeführt werden. Weiterhin wurde die von der Landesregierung geplante Befragung der Pflegenden zur Einführung einer Pflegekammer bekräftigt. Neben den Pflegeberufen ist auch die Notfallsanitäterausbildung ein Thema im Ministerium, für die laut ministerieller Auffassung ein Bachelorabschluss für Lehrende genügen soll. Kutschke stellte demgegenüber klar, dass der BLGS sich auch weiterhin für eine Masterqualifikation als Standard für Lehrende in allen Gesundheitsberufen einsetzen wird. Weiterhin wurde berichtet, dass sich die Modellphase für die Erprobung akademischer Abschlüsse in den nicht-pflegerischen Gesundheitsberufen bis 2021 verlängert, ein Regelbetrieb im Anschluss aber angestrebt wird. Die Bund-Länder-AG habe sich bereits für die Einführung einer regelhaften Akademisierung in den Therapieberufen und im Hebammenwesen ausgesprochen. Aus dem Plenum wurde ein schnelleres Anerkennungsverfahren der Schulabschlüsse für Flüchtlinge gefordert.

Der neue BLGS-Landesvorstand NRW: (vlnr) Thomas Kutschke (Vorsitzender), Evelyn Adams (stellv. Vorsitzende), Torsten Edelkraut, Monika Huth, Heinz Lönneßen, Klaus Stinner (es fehlt Volker Thiel)

© blgs

Barbara von Kalckreuth aus dem Landesverband Berlin bestritt den zentralen Fachvortrag der Tagung, in dem einmal mehr Fragen zur Gestaltung generalistischer Ausbildungsgänge im Vordergrund standen. Als stellvertretende Schulleiterin der Wannseeschule Berlin gewährte sie Einblicke in die inhaltliche und organisatorische Arbeit zur Realisierung des dortigen generalistisch angelegten Ausbildungskonzepts. Auch die praktische Ausbildung wird seit geraumer Zeit im Landesverband stärker in den Blick genommen: Bislang können wir die erfolgreiche Einrichtung von Praxisanleiterkonferenzen in Düsseldorf und Köln verzeichnen — weitere sollen folgen.

Erstmalig plant der Landesverband NRW die Vergabe eines Nachwuchspreises 2018 für Berufspädagogen im Gesundheitswesen. Angesprochen sind Masterabsolventen der Berufspädagogik in Gesundheitsberufen, die ihr Studium in NRW absolviert haben oder in der Berufsbildung tätig sind. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und möchte hervorragende Arbeiten um Schul- und Unterrichtsentwicklung besonders honorieren. Eingereicht werden können Masterarbeiten, die mit mindestens „gut“ bewertet wurden und nicht älter als drei Jahre sind. Eine Ausschreibung auf Bundesebene ist angedacht.

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Authors and Affiliations

  • Daniela Schlosser
    • 1
  1. 1.LV Nordrhein-WestfalenNordrhein-WestfalenDeutschland

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