Heilberufe

, Volume 69, Issue 12, pp 49–49 | Cite as

Nachgefragt

  • Springer Medizin
PflegeKarriere Kongress
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… bei Dipl.-Psychologin Franca Tüshaus. Auf dem Gesundheitspflegekongress berichtete sie über ihre Arbeit mit dem Therapiebegleithund „Snorre“ in der Kinder- und Jugendpsychosomatik am Universita?tsklinikum Schleswig-Holstein.

Franca Tüshaus

© Silje Paul/Springer Pflege (5 x)

? Frau Tüshaus, welche Tiere eigenen sich besonders für die tiergestützte Therapie?

Tüshaus: In der Therapie werden überwiegend Hunde und Pferde eingesetzt. Bei der Auswahl des einzelnen Tieres müssen insbesondere dessen individuelle Wesensart, Temperament und Körpergröße auf die Anforderungen des Einsatzortes abgestimmt sein. Für bettlägerige Patienten beispielsweise eignen sich daher auch Meerschweinchen sehr gut.

? Bei welchen Diagnosen werden Tiere eingesetzt?

Tüshaus: Zu den zahlreichen Indikationen für die tiergestützte Therapie gehören chronische und neurologische Erkrankungen, Traumafolgestörungen, Bindungsstörungen, depressive Erkrankungen oder Essstörungen. Aufgrund ihres hohen Aufforderungscharakters können Tiere eine ideale Brückenfunktion übernehmen und als ‚Eisbrecher‘ fungieren. Idealerweise bewegt sich der Patient aus seiner Krankenrolle heraus in die Rolle eines bewusst handelnden Menschen.

? Brauchen die Tiere eine spezielle Ausbildung?

Tüshaus: Für therapeutische Interventionen im klinischen Alltag, zum Beispiel mit Pferd oder Hund, ist eine Ausbildung des Tieres und der therapeutischen Fachkraft erforderlich. Bei der Auswahl der Ausbildungsstätte ist es empfehlenswert, das Anforderungsprofil des konkreten Einsatzortes des Tieres zu berücksichtigen.

? Und welche Besonderheiten sind beim Einsatz von Tieren im klinischen Alltag zu beachten?

Tüshaus: Das Tier benötigt eine feste Bezugsperson aber auch einen Rückzugsort vom Klinikalltag. Neben dem Ausschluss von Kontraindikationen auf Seiten des Patienten, der Berücksichtigung von Tierschutzrichtlinien, regelmäßigen tierärztlichen Kontrollen und Versicherungsnachweisen ist die Erstellung eines Hygieneplans erforderlich. Laut PD Dr. med. Andreas Schwarzkopf in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch Institut übersteigt jedoch der positive Einfluss der Heimtierhaltung auf den Menschen die mögliche Gefährdung. Besonders wichtig ist, dass sich das gesamte Behandlungsteam sowie Patienten und Angehörige umfassend informiert fühlen.

Das Interview führte Schülerredakteurin Giovanna Stryck

Andrang im Kongress-Hotel: 1.000 Pflegende besuchten den Kongress und die Industrieausstellung.

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Am Stand von SpringerPflege wurden fachliche und berufspolitische Themen diskutiert.

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Falk H. Miekley dankte Christa Meyer, UKSH, für ihre langjährige Unterstützung des Kongresses.

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Katrin Havers, Vorsitzende des Errichtungsausschusses der Pflegekammer Niedersachsen: „Wir gestalten die Zukunft der Pflege.“

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