Heilberufe

, Volume 69, Issue 12, pp 6–6 | Cite as

Interview mit Katrin Havers

Pflegekammer — Niedersachsen wählt

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Im Frühjahr 2018 wird in Niedersachsen die Pflegekammer gewählt. Jetzt obliegt es dem Errichtungsausschuss unter Vorsitz von Katrin Havers, dafür in Rekordzeit rund 70.000 Pflegekräfte zu registrieren. Wie geht es voran? Wir fragten nach.

Katrin Havers

Vorsitzende des Errichtungsausschuss der Pflegekammer Niedersachsen

? Frau Havers, Niedersachsen wählt eine Pflegekammer — wie viele Pflegende müssen Sie dafür registrieren? Und kommen Sie gut voran?

Havers: Genaue Zahlen liegen derzeit nicht vor, wir gehen aber davon aus, dass die Pflegekammer Niedersachsen ca. 70.000 Mitglieder haben wird. Damit werden wir die größte Berufskammer in Niedersachsen sein, mit entsprechend starker Stimme für unseren Berufsstand sprechen und in den gesundheitspolitischen Gremien auftreten und mitentscheiden.

? Wann soll die Wahl stattfinden und bis wann erhalten die Wähler dafür ihre Wahlunterlagen?

Havers: Die Wahl wird im Frühjahr 2018 stattfinden. Die notwendigen Satzungen, wie die Wahlordnung, sind im Oktober im Errichtungsausschuss verabschiedet worden. Derzeit wird die Wahlordnung im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung juristisch geprüft. Im nächsten Schritt erfolgt die Veröffentlichung im Ministerialblatt. Diese formalen Schritte müssen wir abwarten, bevor wir voraussichtlich im Dezember unsere Mitglieder offiziell über das Procedere informieren können.

Selbstverständlich haben wir parallel dazu mit den internen Vorbereitungen und Planungen für die Durchfürung der ersten Kammerversammlung begonnen. Dazu gehören auch die Überlegungen, wie wir unsere Mitglieder motivieren können, sich sowohl als Kandidaten zur Wahl zu stellen als auch zur Wahl zu gehen und ihre Vertreter für die Kammerversammlung zu wählen.

Was passiert eigentlich, wenn sich potenziell wahlberechtigte Pflegende nicht bis zum Stichtag registriert haben?

Havers: Unser Ziel ist es, mindestens 50% der geschätzten 70.000 Mitglieder vollständig zu registrieren, bevor wir die Wählerverzeichnisse schließen. Dementsprechend haben wir zwar einen Stichtag ins Auge gefasst, es ist aber je nach Verlauf des Registrierungsprozesses möglich, diesen der aktuellen Situation anzupassen. An dieser Stelle zeigt sich sehr deutlich, wie flexibel wir im Errichtungsprozess auf die aktuellen Gegebenheiten reagieren. Dennoch: Mitglieder, die sich bis zur Schließung der Wählerverzeichnisse nicht vollständig registriert haben, können bedauerlicherweise nicht an der Wahl zur ersten Kammerversammlung teilnehmen. Es ist uns also ganz wichtig: Sich zu registrieren heißt auch, aktiv mitgestalten zu können und Einfluss darauf zu nehmen, welche Kollegen und Kolleginnen in die Kammerversammlung gewählt werden.

? Aufbruch oder Ablehnung — wie ist die Stimmung?

Havers: Die Stimmung bei den Informationsveranstaltungen ist sehr unterschiedlich. Viele Kollegen sind konstruktiv an uns herangetreten und setzen sich offen mit dem Thema auseinander. Selbstverständlich gibt es auch kritische Stimmen zur Errichtung der Pflegekammer aus unserer Berufsgruppe. Das gehört aus meiner Sicht auch dazu. Unsere Erfahrungen zeigen aber, dass der direkte Austausch und der persönliche Kontakt unglaublich wichtig sind. Zumal nach wie vor viele Fehl- oder Falschinformationen in den Köpfen verankert sind.

? Wie ist das Feedback von den Arbeitgebern — positiv? Oder wird die Zusammenarbeit eher verweigert?

Havers: Auch das ist sehr unterschiedlich. Wir sind bereits auf verschiedene Arbeitgeber, Verbände und Gewerkschaften zugegangen. Auch hier hat sich gezeigt, wie fruchtbar persönliche Gespräche sein können. Es gibt aber Arbeitgeber, die die Zusammenarbeit verweigern. Aktuell spiegelt sich das in der Verweigerung, die Daten der Kammermitglieder im Rahmen der Erstregistrierung zu übermitteln. Allerdings definiert das PflegeKG hierfür einen Handlungsrahmen, den wir, unter zusätzlicher juristischer Beratung, anwenden.

? Kann ich mich eigentlich der Pflegekammer noch entziehen?

Havers: Die Pflegekammer Niedersachsen ist eine Kammer des öffentlichen Rechts. Sie übernimmt öffentliche, gesetzlich anerkannte Aufgaben für den Staat. Körperschaften des öffentlichen Rechts dienen der beruflichen Selbstverwaltung. Um dem gerecht werden zu können, ist die Einrichtung einer Kammer nach §4 des Wirtschaftsverwaltungsrechts mit einer Pflichtmitgliedschaft verbunden.

Das Interview führte Katja Kupfer-Geißler.

Das vollständige Interview lesen Sie online auf: www.springerpflege.de

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