Ziel
Das Ziel der vorliegenden Umfrage war es, den Einfluss von Arztbewertungsportalen (ABP) auf die Arztwahl, insbesondere bei Kieferorthopäden, zu ermitteln.
Material und Methode
Mittels Fragebogen wurden soziodemographische Daten, Gründe für die Kieferorthopädenwahl, Art der Internetnutzung sowie Informationen zur Kenntnis, Nutzung und Bewertung von 14 genutzten ABP erhoben. Ausgewertet wurden 506 Fragebögen, die deskriptive statistische Auswertung erfolgte mit dem χ2-Test.
Ergebnisse
Der Großteil der Befragten gab an, den Behandler auf Empfehlung ausgewählt zu haben (andere Ärzte 35 %, Familie/Freunde 33 %, Überweisung 14 %). Zu den derzeit bekanntesten Portalen, meist durch Internetsuche, zählen jameda.de (36 %) und arztauskunft.de (19 %). Schon einmal einen (Zahn‑)Arzt bewertet zu haben gaben 5 % an. Nutzer von ABP beschreiben diese zu 70 % als hilfreich und zu 28 % als empfehlenswert, 2 % nutzten die Portale regelmäßig. Der Bekanntheitsgrad von ABP korreliert mit der Höhe des Schulabschlusses (p = 0,024) und der Häufigkeit der Internetnutzung (p < 0,001).
Schlussfolgerung
Bei der (Zahn-)Arztwahl, insbesondere des Kieferorthopäden, spielen ABP derzeit eine untergeordnete Rolle. Die Wahl basiert auf persönlichen Empfehlungen des direkten Umfelds. Aufgrund des geringen Bekanntheitsgrads der Portale ist die Sorge von Behandlern vor negativen Bewertungen vorerst unbegründet.