Ziel:
Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Validität verschiedener vertikaler Parameter im Fernröntgenseitenbild zu beurteilen.
Material und Methodik:
Insgesamt wurden die Modelle und Fernröntgenseitenbilder von 94 Patienten ausgewertet. Als Einschlusskriterien wurden festgelegt: skelettale Klasse I, Wachstumsabschluss, kieferorthopädisch unbehandelte Patienten. Als Kontrollgruppe dienten 34 Probanden mit sehr guter Okklusion (Überbiss 2–4 mm). Die Einteilung der Patienten erfolgte anhand des Überbisses am Modell: Gruppe 1 (n = 31) Patienten mit einem Deckbiss (Überbiss > 5,5 mm) und Gruppe 2 (n = 29) Patienten mit einem frontal offenen Biss (Überbiss < –0,5 mm). Neben den 24 kephalometrischen Messwerten der modifizierten Bergen-Analyse wurden die individualisierten Normwerte nach Segner & Hasund, der Overbite-Depth-Indicator (ODI) nach Kim, die Denture-Frame-Analyse (DFA) nach Sato und die Beurteilung des fazialen Typs nach Schopf in die statistische Auswertung einbezogen.
Ergebnisse:
Für alle vertikalen Parameter ergaben sich signifikante Unterschiede zwischen den drei Gruppen. Statistisch signifikante Klassifizierungsergebnisse ließen sich für die individualisierten Normwerte der Harmoniebox nach Segner & Hasund (83,8%), den ODI (77,7%) und den ML-AB Winkel (76,6%) nachweisen.
Schlussfolgerungen:
Anhand der vertikalen kephalometrischen Parameter gelang eine statistisch abgesicherte Abgrenzung zwischen den Gruppen mit offenem Biss bzw. Deckbiss und der Kontrollgruppe. Die sichere Beurteilung der vertikalen Relation im Fernröntgenseitenbild verlangt die Einbeziehung mehrer kephalometrischer Analyseparameter.