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„Gerichtetes Wahrnehmen“, „Stimmung“, „soziale Verstärkung“

Zur historischen Semantik einiger Grundbegriffe der Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv
  • Julian BauerEmail author
Artikel/Articles

This article analyses three basic concepts of Ludwik Fleck’s Genesis and Development of a Scientific Fact. It shows first that Fleck’s notion of „directed perception“ is closely linked to Jakob von Uexküll’s writings on the „Umwelt“ of animals and humans. The article then proposes to regard the epistemological debates surrounding parapsychology as an important testing ground for the Fleckian concept of „mood“ and his concomitant hypotheses about „the tenacity of systems of opinion and the harmony of illusions“. It finally argues that Fleck’s modification of Wilhelm Jerusalem’s idea of the „social consolidation“ of knowledge helps us to understand the indebtedness of Fleck towards early functionalist sociology as well as his strong belief in „specific historical laws governing the development of ideas“. The historical semantics of Fleck’s works hence proves that his insights are neither marginal nor revolutionary but rather deeply rooted within scientific traditions from the late 19th and early 20th centuries.

Schlüsselwörter

Wahrnehmung Umwelt Affekte Suggestion Verdichtung 

„Directed Perception“, „Mood“, „Social Reinforcement“. Sketches Towards the Historical Semantics of Ludwik Fleck’s Genesis and Development of a Scientific Fact

Keywords

perception environment emotion suggestion consolidation 

Einleitung: Begriffsgeschichte mit und nach Ludwik Fleck

Dass „jede Erkenntnistheorie ohne geschichtliche und vergleichende Untersuchungen ein leeres Wortspiel, eine Epistemologia imaginabilis“ bleibt (Fleck 1980: 31), gehört zu den Grundüberzeugungen der Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv. Gemeinhin wurde dieser Satz als eine Aufforderung verstanden, wissenschaftliche Disziplinen zu historisieren (siehe stellvertretend Kuhn 1996, Rheinberger 2006: 21–36, Latour 2007: 189–200). Seltener sind Versuche unternommen worden, Flecks Lehre selbst mit einem historischen Index zu versehen.1 Diese Beiträge verweisen nicht immer, aber oft entweder auf die Gepflogenheiten der Herkunftsdisziplin von Fleck, das heißt der Medizin, oder auf nationale Denktraditionen. Die vorliegende Abhandlung beschränkt sich im Sinne einer in Flecks Schriften angelegten und diskursanalytisch aufgeklärten historischen Semantik2 darauf, die Resonanzräume spezifischer Fleck’scher Konzepte auszuloten. Geht man mit Fleck davon aus, dass das „Individuum […] nie, oder fast nie das Bewußtsein des kollektiven Denkstiles“ hat (Fleck 1980: 56–57), dann eignen sich begriffsgeschichtliche Verfahren, um sowohl die selbstreflexiven als auch die abgesunkenen, habitualisierten Bestandteile seines Werks zu identifizieren. Die Trias aus „gerichteter Wahrnehmung“, „Stimmung“ und „sozialer Verstärkung“ gestattet es, drei Sonden in die Gedankenwelt Flecks zu versenken. Mittels „gerichteter Wahrnehmung“ lässt sich die Geschichte der Konzeptionierung wissenschaftlicher Praktiken der Beobachtung und des Versuchs bei Fleck fokussieren, wohingegen der Stimmungsbegriff die Initiation und die Vorstellung von sozialer Verstärkung die Reproduktion von Forschungsgemeinschaften auf soziologischer und epistemologischer Ebene scharf stellen.

Einen reflexiven Baustein des Theoriegebäudes von Fleck bildet nun erstens der Umweltbegriff Jakob von Uexkülls. Ohne die Erforschung der Umwelt und Innenwelt der Tiere wäre der „Denkstil als gerichtetes Wahrnehmen“ (Fleck 1980: 130) genauso wenig vorstellbar wie das Denkkollektiv als ein „mehr funktioneller als substanzieller Begriff“ (ebd.: 135), da es Uexküll gelang, die Variabilität der Wahrnehmung nachzuweisen und mittels des Konzepts der Umwelt ein relationales Wirklichkeitsverständnis zu prägen, das im Kern zeichentheoretisch strukturiert ist (Uexküll 1909, 1920a, siehe auch Fleck 2011b, o).

Zweitens lässt sich Flecks praxeologisches Schema der wissenschaftlichen Ausbildung (siehe Fleck 1980: 137, g, i: 283–289) auf Erkenntnisse der Parapsychologie beziehen, die ähnlich wie so genannte Pseudowissenschaften aufgrund ihres kontroversen Gehalts Anhaltspunkte liefert, „was in gegebenen zeitlichen und fachlichen Kontexten als Wissenschaft gelten sollte und was nicht“ (Ash 2008: 451, siehe auch Borck 2011: 465–468). Einerseits behandeln Carl du Prels Studien aus dem Gebiet der Geheimwissenschaften bereits um die Jahrhundertwende die Trägheit wissenschaftlicher Theoriegebilde und nehmen die Überlegungen zur „Beharrungstendenz der Meinungssysteme“ von Fleck vorweg (siehe unter anderem Prel 1905a: 1, 35, b: 128–130, Fleck 1980: 40–53, Zitat 40). Andererseits wird von Karl Blacher in den 1920er Jahren anhand des Okkultismus ein Modell vom „Suggestionskollektiv“ entworfen, das der „rein autoritäre[n] Gedankensuggestion“, wie sie Fleck vorschwebt, überraschend nahekommt und mithin ein „historisches Apriori“ der Fleck’schen Arbeiten bildet.3

Schließlich referiert das Konzept der „sozialen Verstärkung“4 auf die frühe Wissenssoziologie und wandelt die Vorstellung Wilhelm Jerusalems von „sozialer Verdichtung“ unwesentlich ab (Jerusalem 1909, 1921a, 1923, 1924). Ein genauer Blick in die Argumentation bei Jerusalem zeigt zudem, dass der Verdichtungsbegriff mit einer robusten, makrosoziologischen Differenzierungstheorie einhergeht, die erklärt, warum Fleck noch Ende der 1930er Jahre hofft, die „unabhängigen Gesetze […] der Soziologie des Denkens“ zu finden (Fleck 2011k: 331, 1980: 15, 23). Der allgemeine, große Optimismus Flecks (siehe auch Zittel 2007) kann hierdurch präzisiert und in den zeitgenössischen Diskussionen der Wissenssoziologie lokalisiert werden, so dass es sich bei seinem Œuvre eben gerade nicht um „ein leeres Wortspiel, eine Epistemologia imaginabilis“ (Fleck 1980: 31) handelt.

Bevor ich zum Nachweis dieser drei Zusammenhänge übergehe, muss erläutert werden, was es im Einzelnen heißt, mit und nach Ludwik Fleck Begriffsgeschichte zu betreiben. Aus Flecks Arbeiten ergeben sich vor allem zwei Einsichten zur Legitimierung der weiteren Vorgehensweise. Mit Fleck kann man von einer doppelten Relativität der Begriffe sprechen. Begriffe sind aus seiner Warte sozial und temporal gebunden. In nuce charakterisieren Flecks Beiträge eine begriffsgeschichtliche Haltung, die man heutzutage mit Reinhart Koselleck assoziiert und die eine zweifache Form der Lektüre historischen Materials nahelegt: „als geschichtliche Selbstartikulation der in den Quellen zur Sprache kommenden Handlungsträger und als sprachliche Artikulation bestimmter Bedeutungsstrukturen“.5

Werkgenetisch besehen entwickelt sich der erste Aspekt, das heißt die soziale Bindung des Sprach- und Begriffsgebrauchs, aus den frühen medizinphilosophischen Beiträgen (siehe Fleck 2011a, c, d). So wird im Aufsatz „Über einige spezifische Merkmale des ärztlichen Denkens“ (1927) auf allgemeiner Ebene die besondere Stellung ärztlichen Wissens, die Abgrenzung ihrer Forschungsgegenstände und Begriffe von den Naturwissenschaften behandelt, wohingegen der Text „Über den Begriff der Art in der Bakteriologie“ (1931) rezente Erkenntnisse und Sprechweisen in Botanik und Bakterienlehre kritisch analysiert.6 Die temporale Dimension wird in diesen Arbeiten unterschwellig spürbar, wenn beispielsweise in der Abhandlung über das ärztliche Denken von „Entwicklungsetappen eine[s] spezifischen Denkstil[s]“ (Fleck 2011a: 43) geredet wird. Eine geschichtsphilosophisch unterfütterte Erörterung der epochalen Spezifik von Begriffen liefert Fleck in einer Replik auf Kurt Riezler „Zur Krise der ‚Wirklichkeit‘“ (1929). Zu Beginn wiederholt er das soziologische Argument, dass man „das soziale Moment der Entstehung der Erkenntnis nicht außer acht lassen“ (Fleck 2011b: 53) dürfe, wohingegen am Schluss in folgender Diagnose die temporale Relativität wissenschaftlicher Begriffsbildung eingeführt wird:

Wir haben gegenwärtig das Glück, das Schauspiel der Geburt, der Erschaffung eines neuen Gedankenstils zu erleben. Man lasse den Schaffenden den Fachleuten, freie Bahn!

Vieles wird über kurz oder lang anders werden: das Kausalitätsgesetz, der Objektivitäts- und Subjektivitätsbegriff. […]

Man wird anders zum Leben erziehen, Leben und Kunst anders gestalten. Man wird eine neue, zeitgemäße Wirklichkeit schaffen. (Fleck 2011b: 63)

Der weitere Ausbau der geschichtsphilosophischen Sichtweise erfolgt dann im Aufsatz über die Bordet-Wassermann-Reaktion (1934) und mündet kurze Zeit später in den Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Über Formulierungen wie das „organische […] Sich-Entwickeln einer Idee“ (Fleck 2011f: 181, Hervorhebung im Original) oder die Vorstellung von „Präidee[n]“ (ebd.: 187, Hervorhebung im Original) im Artikel zur Bordet-Wassermann-Reaktion beziehungsweise „Urideen“ in der Monographie (Fleck 1980: 35–40, Zitat 35) ließen sich Parallelen zu zeitgenössischen periodischen Geschichtstheorien feststellen, die Fleck mit Autoren wie Oswald Spengler oder Henry E. Sigerist verknüpfen.7 Hier interessieren jedoch weniger die Grundlagen der Urteile Flecks als vielmehr die Folgen dieser Ansichten für dessen Begriffsverständnis. Vorbereitet durch die Analyse der Wurzeln des zeitgenössischen Syphilisbegriffs im ersten Kapitel von Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache gelangt Fleck zur Erkenntnis, dass es „keine Generatio spontanea der Begriffe gibt, sie sind, durch ihre Ahnen sozusagen, determiniert“ (Fleck 1980: 31). Man kann also mit den methodischen Ergebnissen Flecks selbst annehmen, dass sein eigener Begriffsgebrauch sowohl einen sozialen Ort besitzt, der zum Teil reflektiert wird und dadurch problemlos bestimmbar ist, als auch die Fleck’schen Sprechweisen von untergründigen Zeitströmungen und Wortprägungen abhängen, die nicht mehr selbstreflexiv einholbar sind und dennoch seine Terminologie durchdringen (Müller 2005, Müller/Schmieder 2008).

Dieser Befund und das daraus abgeleitete Vorgehen lassen sich durch jüngere Forschungen zur historischen Semantik und Diskursanalyse anreichern. Will man nicht eine geringfügig modifizierte Ideengeschichte betreiben, die bei der Exegese kanonischer Autoren verharrt,8 sondern zu einer „Bewußtseinsgeschichte historischer Epochen“ (Busse 1987: 12) vordringen, wird es nötig, vor allem den von Fleck benannten Bereich des durchschnittlichen, alltäglichen und unbewussten Sprachgebrauchs zu thematisieren. Kennzeichnend für diese Arbeitsweise ist in etwa die „Analyse elementarer Sätze“ (Steinmetz 1993: 30–34, Zitat 30), der es darum geht, „die sprachliche Wirklichkeitskonstitution unterhalb der reflektierten Begriffsbildungen“ (ebd.: 33) in den Blick zu nehmen, um „der Erforschung von größeren semantischen Feldern, Satzmustern [und] Diskursen“ näherzukommen (Steinmetz 2008: 183).9 Flecks Schriften dürfen hernach nicht allein auf ausdrückliche Bezugnahmen untersucht werden. Explizite Referenzen, wie sie im Falle Jakob von Uexkülls und Wilhelm Jerusalems an einigen Stellen bei Fleck vorliegen, können zwar einen Ausgangspunkt der Erörterung bilden, sie müssen aber durch Untersuchungen ergänzt werden, die Textpassagen mit impliziten, weniger offensichtlichen Verweisstrukturen behandeln. Dieser Vorgabe folgen die Abschnitte zu Uexküll und Jerusalem in diesem Artikel sowie der Abschnitt über die Parapsychologie als historisches Apriori (Foucault 2002: 183–190) der Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv. Das Erscheinen Flecks ist aus dieser Warte kein irreguläres Ereignis, sondern in Verbindung mit semantischen Regelmäßigkeiten zu verstehen. Seine Arbeiten verlieren dadurch wohlgemerkt mitnichten an Wert oder Originalität. Sie gewinnen, im Gegenteil, eine höhere historische Plausibilität, die sich aus den ihm vorgängigen diskursiven Traditionen speist, und demonstrieren eindringlich im Selbsteinschluss, dass es kein „ahistorisches, von der Geschichte abgetrenntes Erkennen“ (Fleck 2011i: 299, Hervorhebung im Original) geben kann.

„Gerichtetes Wahrnehmen“: Fleck und die Umweltforschung Jakob von Uexkülls

Der einzige direkte Bezug auf Jakob von Uexküll im Werk Flecks befindet sich in einer Anmerkung des letzten Kapitels von Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Fleck konzediert eingangs, „[ä]hnlich, in mancher Beziehung zumindest, erfaßt Uexküll das Problem der Subjektbedingheit des Weltbildes“, und bezieht sich an dieser Stelle auf die zweite Auflage von Uexkülls Theoretischer Biologie (Fleck 1980: 138, Anm. 6, siehe auch Uexküll 1928). Nach ein paar belegenden Zitaten aus der Schrift Uexkülls geht Fleck zur harschen Kritik über:

Abgesehen von vielen Sätzen der Uexküllschen Umweltlehre, die nicht annehmbar sind: es fehlt seiner Auflösung das richtige Bewerten des sozialen Faktors der Erkenntnis. Auch kann man der Einteilung in Merk- und Wirkwelt nicht beistimmen, da sie praktisch unhaltbar ist und in unnütze Metaphysik führt. (Fleck 1980: 138, Anm. 6)

Was lässt sich diesen Abschnitten entnehmen? In einer minimalen Lesart wird hier lediglich belegt, dass Fleck Uexküll rezipiert hat und neben Lob nicht an negativen Urteilen spart. Der Zweck oder die Absicht Flecks bleibt unklar. Da es sich aufgrund mangelnder Dokumentation verbietet, Spekulationen über die Fleck’schen Motive anzustellen, ist es bei Weitem fruchtbarer, zusätzliche Textstellen in Flecks Arbeiten heranzuziehen, die den unerkannten Gebrauch von Uexkülls Einsichten belegen. Auf diesem Weg lassen sich wenigstens vier Gemeinsamkeiten feststellen: erstens die Zurichtung und Selektivität von Wahrnehmung, zweitens die Relativierung der Subjekt-Objekt-Unterscheidung, drittens die Pluralisierung der Wirklichkeit und viertens die „Deontologisierung des Realen“.10

Eine der prägnantesten Definitionen des Denkstils bei Fleck führt zum ersten Schnittpunkt: dem gerichteten Wahrnehmungsverständnis. So heißt es in Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache: „Wir können also Denkstil als gerichtetes Wahrnehmen, mit entsprechendem gedanklichen und sachlichen Verarbeiten des Wahrgenommenen, definieren.“11 Genau auf diesen Zusammenhang zielen die Forschungen Uexkülls zur Umwelt und Innenwelt der Tiere und Menschen. Einerseits nimmt er auf epistemologischer Ebene an, zum Teil unter Berufung auf Kant, dass Wissenschaft und die Erkenntnis der Wirklichkeit erst durch Abstraktion entstehen.12 Die Leistungskraft des menschlichen Verstands bestimmt demnach recht selbständig die Erkennbarkeit der Welt. Andererseits sind es nicht bloß individuelle Entscheidungen, die der Grenzbestimmung dienen, sondern die Ergebnisse empirischer Forschung, die zeigen, dass (tierische wie menschliche) Wahrnehmung und Wirklichkeit durch spezifische Eigenarten der jeweiligen Sinnesorgane determiniert werden: „In der Welt des Regenwurmes gibt es nur Regenwurmdinge, in der Welt der Libelle gibt es nur Libellendinge usw.“ (Uexküll 1921: 45). Dazu liefert Uexküll plastische Beispiele aus eigener oder benachbarter Forschungsarbeit, die unter anderem aufzeigen, wie sich Bienen im Raum orientieren und was sie dabei wahrnehmen.13 Die Menschen sind von diesem Sachverhalt nicht minder betroffen: „Auch wir Menschen leben in einer Umwelt des anderen [Menschen]“ (Uexküll 1909: 252). Wissenschaftliche Beobachtungsvorgänge werden, so Uexküll weiter, „samt und sonders mit der Gesetzmäßigkeit unserer Aufmerksamkeit belastet“ (Uexküll 1920a: 63, 1928: 67). Angesichts dieser prononciert selektiven Steuerung menschlicher Wahrnehmung vertreten sowohl Uexküll als auch Fleck einen Beobachtungsbegriff, der für hohe Fehleranfälligkeit offen ist (siehe Uexküll 1920a: 73–75, Fleck 1980: 44).

Die Relativität der Unterscheidung von Erkenntnissubjekt und -objekt bildet eine zweite Schnittfläche zwischen Fleck und Uexküll. Fleck hebt beispielsweise im Aufsatz „Zur Krise der Wirklichkeit“ (1929) hervor, dass das „Beobachten, Erkennen […] immer ein Abtasten, also wörtlich Umformen des Erkenntnisgegenstandes“ ist (Fleck 2011b: 59, Hervorhebung im Original, siehe auch 54) und bringt Variationen dieser Anschauung in späteren Buchbesprechungen und Beiträgen (Fleck 2011e: 174, h: 240), aber auch an zahlreichen Stellen seiner Monographie zur Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv (Fleck 1980: 17, 53, 69–70, 114, 148, hier Schluss der Anm. 7). Hierin liegt nun ebenfalls eine der epistemologischen Pointen des Funktionskreises von Uexküll seit den frühen 1920er Jahren, der

die Umweltdinge eines Tieres als solche durch eine doppelte Beziehung zum Tier charakterisiert. Einerseits entsenden sie spezielle Reize zu den Rezeptoren (Sinnesorganen) des Tieres, andrerseits bieten sie spezielle Angriffsflächen seinen Effektoren (Wirkungsorganen). Die doppelte Beziehung […] ermöglicht es uns, die Umwelt in zwei Teile zu zerlegen, in eine Merkwelt, die die Reize der Umweltdinge umfaßt, und in eine Wirkungswelt, die aus den Angriffsflächen der Effektoren besteht. (Uexküll 1921, 45, Hervorhebung im Original)

Eine genaue Analyse des Funktionskreises zeigt, dass Uexküll die diversen Wirklichkeitszugänge der Tiere und Menschen mit beachtlicher Raffinesse anlegt, da sämtliche Objekte nie direkt fassbar sind, sondern ausschließlich mittelbar als „eingepasste“ Gegenstände über die „Merkmal-“ respektive „Wirkungsträger“ und später sogar Rückkopplungseffekte einkalkuliert werden.14
Aus diesen Annahmen resultiert drittens ein plurales Wirklichkeitsverständnis, das die beiden Gelehrten teilen. Obgleich Fleck stärker soziologisch argumentiert (siehe Fleck 2011b: 53–54, 1980: 137–142), trifft der von ihm insinuierte Vorwurf, dass „seiner [Uexkülls] Auflösung das richtige Bewerten des sozialen Faktors der Erkenntnis“ fehlt (Fleck 1980: 138, Anm. 6), höchstens bedingt zu, da die staatstheoretischen und sozialphilosophischen Gelegenheitsarbeiten von Uexküll im Stil der frühen „organismischen“ Soziologie gehalten sind und von der Vielfalt gesellschaftlicher Wirklichkeiten handeln (siehe Uexküll 1919: 88–89, 1920b: 24–28). Daraus ergibt sich viertens eine allgemeine Skepsis gegenüber ontologischen Aussagen. Uexküll schreibt im Vorwort der Theoretischen Biologie 1920:

[D]ie Natur erteilt keine Lehren, sondern weist nur Veränderungen in ihren Erscheinungen auf. Diese Veränderungen können wir dazu benutzen, um sie als Antworten auf unsere Fragen zu deuten. […] Die einzige Autorität, auf die sich ein Lehrsatz stützt, ist nicht die Natur, sondern der Forscher, der seine eigene Frage selbst beantwortet hat. (Uexküll 1920a: 5, 1928: v)

Fleck vertritt denselben Standpunkt. In der „Antwort auf die Bemerkungen von Tadeusz Bilikiewicz“ heißt es Ende der 1930er Jahre, „daß man jegliche ontologische Aussagen über die ‚Wirklichkeit‘ vermeiden soll“ (Fleck 2011l: 353). Ähnliche Partien verteilen sich über Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache (siehe Fleck 1980: 70, 135, 147–148, hier Fortsetzung der Anm. 7). Wenn man sich also nicht allein auf die bisweilen kritischen Kommentare Flecks verlässt, sondern stattdessen tiefer in die Faktur der Texte vordringt, gewinnt man mehr Klarheit über die Verwurzelung seiner Aussagen im historischen Kontext. Uexkülls Umweltlehre bildet einen gewichtigen Teilbereich des vorhandenen beziehungsweise häufiger: des zuhandenen Vokabulars von Fleck.15 Der Denkstil als gerichtete, selektive Wahrnehmungsform, die Relativierung der Differenz zwischen Subjekt und Objekt, die Pluralisierung der Wirklichkeit und ein deontologisiertes Verständnis von Realität gehören zu Flecks zuhandenem Begriffshaushalt, der ihn mit Uexküll verquickt.

„Stimmung“: Parapsychologie als historisches Apriori des „Denkkollektivs“?

Auf den ersten Blick mag es wenig offensichtlich erscheinen, Ludwik Fleck in einen Zusammenhang mit der Parapsychologie zu bringen. Direkte Bezüge finden sich jedenfalls nicht in seinen Schriften. Sieht man etwas genauer hin, ergeben sich unvermutete Einblicke in die Bewusstseinsgeschichte der Jahrzehnte zwischen 1880 und 1930. Dieser Perspektivwechsel lässt sich organisationssoziologisch begründen, weil die Parapsychologie als randständiges wissenschaftliches Feld einem spürbar höheren Legitimationsdruck als die universitär etablierten Fächer ausgesetzt war. Orthodoxe und hochangesehene Disziplinen wie beispielsweise die Physik mussten ihre Vorgehensweise, die Bedeutung ihrer Arbeit und die Gültigkeit ihrer Ergebnisse zu dieser Zeit nicht im gleichen Maße und mit deutlich geringerer Intensität begründen, als es von Vertretern peripherer Felder verlangt wurde, die erst ihre eigene Institutionalisierung anstrebten und deshalb besonders gründlich und reflexiv ihr eigenes und das übrige wissenschaftliche Tun beobachteten und protokollierten (siehe Whitley 1984). Viele epistemologische und methodologische Beiträge zur Parapsychologie seit dem späten 19. Jahrhundert weisen daher auf die praxeologische, affekttheoretische Modellierung wissenschaftlicher Ausbildungs- und Entdeckungsprozesse bei Fleck voraus. Dass Fleck von der „Beharrungstendenz der Meinungssysteme“ und der „Harmonie der Täuschungen“ reden kann (Fleck 1980: 40–53, Zitate 40), liegt auch an Arbeiten wie Carl du Prels Studien aus dem Gebiete der Geheimwissenschaften (Prel 1905a, b) oder Karl Blachers Essay über Das Okkulte von der Naturwissenschaft aus betrachtet (Blacher [1925]). Man bekommt es, anders ausgedrückt, mit einem historischen Apriori der Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv zu tun, das die „Realitätsbedingung[en] für Aussagen“ (Foucault 2002: 184) Flecks angibt und „ausgedehnter ist als das Spiel der Einflüsse […] oder das Gebiet der expliziten Polemiken“ (ebd.: 183, siehe auch Foucault 2001: 35–38, Sarasin 2003: 33–35).

Mit dem Begriff der „Stimmung“, der im Werk von Fleck in kaum zu überblickender Fülle auftaucht, aber zugleich keine kontrastreiche Definition erhält, beschreibt er zwei allgemeine Phänomene wissenschaftlicher Arbeit, die seiner Meinung nach nicht hinreichend in rationalen Kategorien fassbar seien.16 Es geht ihm erstens um die Ausbildung, die „Einführungsweihe“ (Fleck 1980: 73), junger Forscher und zweitens um irreduzible, irrationale Komponenten im Prozess der Entdeckung und Stabilisierung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die enge Beziehung zwischen beiden Dimensionen verdeutlicht folgende Passage aus Flecks Aufsatz „Über die wissenschaftliche Beobachtung und die Wahrnehmung im allgemeinen“ (1935):

Der Forscher hat […] kein Bewußtsein der Auswahl, im Gegenteil, die Auswahl drängt sich ihm direkt und bindend auf, indem sie aus seiner Denkstimmung, aus dem Komplex seiner geistigen Bereitschaften, aus seinen Denkgewohnheiten hervorgeht – kurz gesagt: aus dem, was ich Denkstil nenne.

Der so gefaßte Denkstil ist das Ergebnis theoretischer und praktischer Ausbildung der gegebenen Person, und indem er vom Lehrer auf den Schüler übergeht, stellt er einen gewissen traditionellen Wert dar, der einer spezifischen geschichtlichen Entwicklung und spezifischen soziologischen Gesetzen unterliegt. (Fleck 2011g: 219, Hervorhebung im Original)

Die am Schluss des Zitats genannten historischen und soziologischen Determinanten behandelt Fleck breiter in zwei aufeinander folgenden Unterkapiteln von Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Zuerst vertieft er den geschichtlichen Aspekt „[ü]ber die Beharrungstendenz der Meinungssysteme“ (Fleck 1980: 40–53) und bespricht im Anschluss den soziologischen Faktor in den „[e]inführenden Bemerkungen über das Denkkollektiv“ (ebd.: 53–70). Weil der soziologische Teil zum „Denkkollektiv“ im nachfolgenden Abschnitt des vorliegenden Aufsatzes zur Sprache kommt, konzentriere ich mich hier zunächst auf Flecks geschichtliche Überlegungen zur „Beharrungstendenz der Meinungssysteme“. Unter dieser Tendenz versteht Fleck nicht „bloße Trägheit […] oder Vorsicht vor Neuerungen, sondern […] eine aktive Vorgehensweise“, die widersprüchliche Erkenntnisse übersieht, verschweigt, wegerklärt oder kurzerhand nicht zulässt (ebd.: 40–41). So sei es möglich, dass wissenschaftliche Dogmen und eine „Harmonie der Täuschungen“ entstünden, „die dann im Bereiche eines bestimmten Denkstiles auf keine Weise aufzulösen ist“ (ebd.: 46–53).
Der von Fleck beschriebene Sachverhalt wurde fast fünfzig Jahre früher von Carl du Prel diskutiert. Seine monistische Seelenlehre mit dem mutigen Untertitel, Ein Beitrag zur Lösung des Menschenrätsels, beginnt mit einer historischen Betrachtung über „Erbfehler der Wissenschaft“, die herausarbeitet, „dass Gelehrte […] wegen ihrer Gelehrsamkeit, die zur Systembildung führt, […] weniger […] geeignet sind, die Existenz neuer Thatsachen unbefangen anzuerkennen“ (Prel 1888: 1–47, Zitate 1 und 25; siehe auch Kaiser [2008], Weber 2007). Mit Hilfe einer wissenschaftshistorischen Herangehensweise relativiert Prel die Vorstellung ewiger oder transzendentaler Erkenntnisse. Wissenschaftliches Wissen sei im Gegenteil, so Prel, dynamisch und immer nur vorläufig.

[D]urch historische Rückblicke auf die Entwicklungsgeschichte der Wissenschaften […] sehen [wir] dann, dass die Meinungen der Menschen in beständiger Umwandlung begriffen waren, und dass, was oft Jahrhunderte lang als Aberglaube verworfen war, schliesslich zum Bestandteil wissenschaftlicher Systeme wurde. (Prel 1888: 34)

Umgekehrt müsse man genauso mit der Trägheit wissenschaftlicher Theorien rechnen, die die Gewinnung neuer Erkenntnis erschwere: „Ein fertiges System und eine neue Thatsache sind […] unvereinbar, und da man das System nicht aufgeben will, muss […] die Thatsache weichen“ (Prel 1888: 41, Hervorhebung im Original). Dass demnach Erfahrung auf einer „verwickelte[n] Erzogenheit“ beruht, wie es Fleck an einer Stelle ausdrückt (Fleck 1980: 17), hat zweifelsohne Prel bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert erkannt (siehe zum Beispiel Prel 1905a: 1, 35, 45, 81, b: 128–130, 228–229).
Wenn Fleck nun im weiteren Argumentationsgang von Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache seine Haltung verschärft und annimmt, dass während der wissenschaftlichen „Lehrlingszeit […] rein autoritäre Gedankensuggestion stattfindet“ und „der heilige Geist […] sich auf den Neuling herab[senkt]“ (Fleck 1980: 136–137), dann gleicht diese Position nahezu der Karl Blachers über Das Okkulte von der Naturwissenschaft aus betrachtet (1925), da in dem Essay die wissenschaftstheoretischen Einsichten Prels und anderer parapsychologisch interessierter Autoren unter Rückgriff auf Uexküll mit auffallender Gründlichkeit kategorisiert wurden.17 Blachers Text kennzeichnen vor allem drei bemerkenswerte Gedanken: erstens argumentiert er medienwissenschaftlich, zweitens erweitert er die Umweltforschung affekttheoretisch und drittens wird die latente soziologische Dimension der Arbeiten Uexkülls markanter ausformuliert. Blachers Sensibilität für Kommunikationszusammenhänge speist sich aus der Beobachtung zeitgenössischer Massenmedien:

Wie viele haben, nachdem sie „ihre Zeitung“ gelesen haben, noch eine eigene Meinung? Wie viele halten ein Theaterstück noch für gut, wenn es der berufene Kritiker für „schlecht“ erklärt hat? […] Man unterschätze nicht die Bedeutung dieser psychischen Erscheinungen trotz ihrer Alltäglichkeit. Danach kann es nicht wundernehmen, wenn wissenschaftliche Voreingenommenheit durch theoretische Dogmen […] gleichfalls zu den ganz gewöhnlichen Erscheinungen gehört.18

Im vorangehenden Zitat klingt zudem das affekttheoretische Thema an. Unter Zuhilfenahme jüngerer neurologischer, psychologischer und psychoanalytischer Arbeiten baut Blacher die Umweltforschung von Uexküll aus. Wichtige Bezugspunkte neben Uexküll sind Sigmund Freud, Hippolyte Bernheim, Jean-Martin Charcot, Auguste Forel und Eugen Bleuler (siehe unter anderem Blacher [1925]: 14–16, 18–21). Blachers erste Überlegungen setzen bei Uexkülls Theoretischer Biologie an. Er entnimmt der Schrift von Uexküll das Konzept der „Merkwelt“ und zieht daraus ähnliche Konsequenzen zugunsten eines pluralen Verständnisses der Wirklichkeit. Erst wenn „die Merkwelten zweier Subjekte, A und B, in ihrem Bereich dieselben Merkmalsträger [haben], so gibt es eine gewisse Verständigung“ (ebd.: 11). Aus der eigenwilligen Kombination von Uexküll, Freud, Bleuler und anderen resultiert der Begriff des „Suggestionskollektivs“. „[G]ewöhnlich sind die Menschen zu Subjektkollektiven geschart […]. Eine jede Organisation: Staat, Volk, Stamm, Familie, Verein, stellt […] solch ein Suggestionskollektiv dar“, erklärt Blacher (ebd.: 12) und ergänzt in der zugehörigen Anmerkung: „Man kann die Vertreter der heutigen offiziellen Wissenschaft in ihrer Stellung zu den okkulten Phänomenen gleichfalls als Suggestionskollektiv auffassen“ (ebd.: 51, Anm. 10). Obschon sein Verständnis der Affekte und des Unterbewusstseins spekulative und monistische Untertöne aufweist – es ist zum Beispiel die Rede von einer „prinzipielle[n] Allwissenheit des menschlichen Unterbewußtseins“ (ebd.: 23, Anm. **) –, berührt die Arbeit von Blacher sich augenfällig mit Flecks Auffassung der irrationalen Momente wissenschaftlicher Praxis, der – partiell mit Verweis auf Gustave Le Bon, William McDougall und Sigmund Freud – festhält, dass eine „sehr intensive gemeinsame Stimmung […] sogar zu sogenannten Massensuggestionen und -halluzinationen führen“ kann“.19

Sowohl „Beharrungstendenz der Meinungssysteme“ als auch „Harmonie der Täuschungen“ (Fleck 1980: 40) erweisen sich als Denkfiguren, die in eine Zeit vor Flecks Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv zurückreichen. Ihre heterodoxen Ursprünge verwundern wenig, sofern man bedenkt, dass es sich bei der Parapsychologie an der Wende zum 20. Jahrhundert um ein umstrittenes Wissensfeld handelt, dem ein großer Legitimationsbedarf innewohnt und das dadurch zwangsläufig einen reflexiven Standpunkt zum Wissenschaftsbetrieb in den traditionellen Fächern entwickeln muss.20 Neben dieser institutionellen Perspektive bleibt auf einer diskursgeschichtlichen Ebene ferner festzuhalten, dass Flecks Vorstellungen eines „Denk-“ oder „Stilzaubers“ als zentrales Element der Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache (siehe Fleck 2011i: 285–286, 1980: 11, 59) überdies durch Prels Betrachtungen zu „Erbfehler[n] der Wissenschaft“ (Prel 1888: 1) und Blachers Ausführungen über Suggestionskollektive in den Bereich des Sagbaren rücken.

„Soziale Verstärkung“: Wissenssoziologische Wurzeln der Lehre vom Denkstil

In etlichen Arbeiten über die Bezüge zur zeitgenössischen Wissenssoziologie im Fleck’schen Werk wurde nahegelegt, dass Fleck wenig von Vertretern dieser Subdisziplin gelernt habe (siehe zum Beispiel Schnelle 1982: 7, 69–82, Egloff 2007: 86, 89). Es stimmt zwar, dass die direkten bibliographischen Referenzen Flecks zu wissenssoziologischen Beiträgen rar gesät sind und in erster Linie aus Wilhelm Jerusalems „Vorbemerkungen des Herausgebers“ zur deutschen Ausgabe von Lucien Lévy-Bruhls Denken der Naturvölker (1921) sowie dem Aufsatz über „Die soziologische Bedingtheit des Denkens und der Denkformen“ (1924) bestehen, daraus folgt aber nicht unweigerlich deren Marginalität.21 Sobald man auf semantischer Ebene in Flecks Œuvre eindringt, stößt man auf eine große Fülle an Fundstellen, die Begrifflichkeiten und Problemstellungen der Soziologie des Wissens im Gepräge Jerusalems kontinuieren.22 Darüber hinaus schützt dieses Procedere davor, die oftmals kaustische Polemik von Fleck zu überschätzen. Stattdessen helfen diskursanalytische Verfahren, in der Soziologie des Erkennens (Jerusalem 1909, 1921a) eine weitere „Positivitätsform“ (Foucault 2002: 184) der Aussagen Flecks zu orten.23 Hierbei handelt es sich im Einzelnen vor allem um zwei Momente der Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv: erstens um einen kommunikationstheoretisch fundierten Strukturfunktionalismus und damit eng verknüpft zweitens um eine differenzierungstheoretische Formatierung der Geschichte tout court.

Beide Elemente bespricht Fleck im Aufsatz zur Bordet-Wassermann-Reaktion ein Jahr vor der Monographie über Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Er geht davon aus, dass einerseits „aus der spezifischen sozialen Struktur der Kollektive [Kräfte] hervor[gehen], die […] eine Verdichtung von Gedanken“ ermöglichen und andererseits, „ich […] erst einen bestimmten Gedanken [schaffe], indem ich mich an das Kollektiv, zu dem ich spreche, anpasse“ (Fleck 2011f: 198, Hervorhebung im Original). Dies erkläre nun „die Denkdifferenzierung einer Gesellschaft. Es gibt Menschen, die sich untereinander verständigen können, die gleich oder ähnlich denken, und Menschen, die sich auf keinen Fall verstehen“ (ebd.: 197, Hervorhebung im Original). Fleck folgt mit anderen Worten den gleichen Prämissen, die Jerusalem sich selbst, Durkheim und Lévy-Bruhl in den „Vorbemerkungen des Herausgebers“ attestiert, um den „Zusammenhang von Geistesart und Gesellschaftstypus“ darzustellen (Jerusalem 1921b: vi, siehe auch 1924: 187–189). Einen präziseren Eindruck vermittelt naturgemäß erst das ausführliche Buch zur Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv mit den einführenden „Bemerkungen über das Denkkollektiv“ (Fleck 1980: 53–70, Zitat 53). Man findet hier nicht bloß eine Vielzahl direkter Verweise auf die beiden Texte Jerusalems (Jerusalem 1921b, 1924), sondern sieht auf der Ebene des elementaren Satzgebrauchs, wie stark Flecks Vokabular von den Ansichten Jerusalems durchdrungen ist. So räumt Fleck insbesondere Sprache und Kommunikation einen hohen Stellenwert ein. Er rekurriert dazu anfangs ausdrücklich auf das Konzept der sozialen Verdichtung von Jerusalem und schreibt wenige Seiten später, dass schon „in dem Aufbau der Sprache […] eine zwingende Philosophie der Gemeinschaft [liegt], schon im einzelnen Worte […] verwickelte Theorien gegeben“ sind (Fleck 1980: 58, siehe auch 53 mit Anm. 21, 136, 143). Diese Betrachtungsweise entfaltet Jerusalem in seinen Arbeiten zur Soziologie des Wissens seit Beginn des 20. Jahrhunderts, zu denen auch die „Vorbemerkungen des Herausgebers“ in der deutschen Ausgabe von Lévy-Bruhls Denken der Naturvölker zählen. An einer besonders griffigen Stelle heißt es dort:

Die Kollektivvorstellungen oder[,] wie ich lieber sage, die sozialen Verdichtungen bleiben auch für die bisher erreichten höchsten Entwicklungsstufen des Denkens von maßgebender Bedeutung. Schon durch die Erlernung der Sprache gelangt auch der moderne Kulturmensch unter die Herrschaft sozialer Verdichtungen und das gesellschaftliche Milieu, die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Staate und zu einer bestimmten Nation übt nicht nur auf unser Fühlen und Wollen, sondern auch auf unser Denken einen großen und starken Einfluß aus. Selbst in der Wissenschaft merkt man bei genauerem Zusehen vielfach die Macht sozialer Verdichtungen. (Jerusalem 1921b: xvii, Hervorhebung im Original)

Manche der obigen Formulierungen, wie „höchste Entwicklungsstufen des Denkens“ oder „der moderne Kulturmensch“, deuten die zweite, differenzierungstheoretische Säule der Wissenssoziologie von Jerusalem an, die aufzuklären vermag, was Claus Zittel als „signifikante[n] Beschreibungs-, Verstehens- und Erklärungsoptimismus“ bei Fleck bezeichnet hat (Zittel 2007: 442, Hervorhebung im Original). Jerusalem führt jegliche „Höherentwicklung“ als „Folgeerscheinung der sozialen Differenzierung“ ein, „die hauptsächlich durch die […] fortschreitende Teilung der Arbeit hervorgerufen wird“ und fährt fort: „So lernt der Schmied immer neue Eigenschaften der Metalle, der Weber neue Eigentümlichkeiten der Wollfäden kennen“ (Jerusalem 1921b: xiv, Hervorhebung im Original, siehe auch 1924: 187–189). Den vorläufigen Endpunkt dieser Prozesse sieht Jerusalem in „Universalismus“ und „Kosmopolitismus“, die „sich […] mit psychologischer Notwendigkeit [vollziehen], […] aber überdies als historische Tatsache vielfach bezeugt“ sind.24
Fleck teilt diese Einschätzung. Im Text zur Bordet-Wassermann-Reaktion (1934) fallen beispielsweise kursorische Bemerkungen zu „Regeln“ des Denkens und der Geschichte sowie der oben erwähnte Begriff der „Denkdifferenzierung“. In einem weiteren Abschnitt beschreibt er ein soziales Sein zur Wahrheit: „Wenn es eine richtunggebende gemeinschaftliche Stimmung sowie ausreichend viele mitarbeitende Individuen gibt, dann muß sich eine Wahrheit finden lassen.“ (Fleck 2011f: 182, 197, 196, Hervorhebung im Original). Noch schlagendere Beispiele lassen sich einem frühen und einem späten Text entnehmen. Der Aufsatz „Zur Krise der Wirklichkeit“ (1929) schließt mit einer kryptisch anmutenden Vorsehung, die „das Glück, das Schauspiel der Geburt, der Erschaffung eines neuen Gedankenstils“ beschwört und fragt, wozu „plumpe Metaphysik, wenn die Physik von morgen jede Phantasie überflügeln wird“ (Fleck 2011b: 63)? Acht Jahre später wird Fleck „In der Angelegenheit des Artikels von Frau Izydora Dąmbska in ‚Przegląd Filozoficzny‘“ (1937) deutlicher:

Man kann keine Ansichten unabhängig von der Gesamtgestalt einer Kultur einer gegebenen Gesellschaft in einer bestimmten Epoche untersuchen. […] In der Epoche, der wir uns nähern, der Epoche der Synthese und des Verschwindens von Partikularismen, wird sie [die Soziologie des Denkens] unvermeidlich sein. Die Spezialisierung und die Differenzierung innerhalb der Gesellschaft wächst und wird weiter wachsen. (Fleck 2011j: 324–325)

Differenzierung der Gesellschaft, Arbeitsteilung und Spezialisierung sind hier Garanten des sozialen und wissenschaftlichen Fortschritts. Sei es nun Flecks „Epoche der Synthese und des Verschwindens von Partikularismen“ oder Jerusalems Ära des „Universalismus“ und „Kosmopolitismus“, beide Prognosen ähneln inhaltlich einander und basieren auf einem identischen, differenzierungstheoretischen Fundament.25

Eine Untersuchung der Bezüge Flecks zur Wissenssoziologie, die „unterhalb der reflektierten Begriffsbildungen“ ansetzt (Steinmetz 1993: 33), kann, so lässt sich zusammenfassend sagen, drei belangvolle Erkenntnisgewinne verbuchen: Die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv ruht erstens auf einer strukturfunktionalistischen Sozial- und Kommunikationstheorie (siehe auch Stachel 2004: 376; Coen 2012: 116–117). Zweitens entspringt Flecks starker Optimismus im Wesentlichen der makrohistorischen Differenzierungstheorie, die mit dem funktionalistischen Ansatz fest verschränkt ist. Drittens wurzeln beide Auffassungen in Flecks dokumentierter Rezeption der Soziologie des Erkennens von Wilhelm Jerusalem.

Weder marginal noch revolutionär, sondern originell und zeittypisch. Fleck im Erkenntnisraum des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Ludwik Fleck war weder ein marginaler Gelehrter, wie man an 19 unterschiedlichen, allgemeinen und fachwissenschaftlichen Rezensionen von Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache unmittelbar nach der Veröffentlichung sehen kann (Schnelle 1982: 78, 341–342, Werner/Zittel 2011: 12, Anm. 8), noch war er ein Revolutionär.26 Fleck war ein durchaus geistreicher Zeitgenosse von Jakob von Uexküll, Wilhelm Jerusalem und einigen weiteren, oben erörterten Personen. Was ist mit dieser Aussage erreicht? Aus den vorangehenden Untersuchungen hat sich auf einer mittleren Ebene folgendes Szenario im Sinne „eines epistemischen Bezugsrahmens der Möglichkeitsbedingungen historischer diskursiver Aussagen“ Flecks erschlossen (Busse 1987: 266–269, Zitat 268): Aus der Umweltforschung Uexkülls stammen vier Motive, die Flecks Werk zu Grunde liegen. Das zugerichtete, selektive Wahrnehmungsverständnis, die Relativierung der Unterscheidung zwischen Subjekten und Objekten, der pluralistische Wirklichkeitsbegriff und eine Deontologisierung des Realen bilden die gemeinsame Schnittmenge Uexkülls und Flecks. In den wissenschaftstheoretischen Debatten über die Parapsychologie weisen die Überlegungen Carl du Prels auf die Vorstellung Flecks der „Beharrungstendenz der Meinungssysteme“ voraus (siehe Prel 1888: 1–47, Fleck 1980: 40–53, Zitat 40), wohingegen Karl Blacher unter Rückgriff auf einen breiten Korpus psychologischer Forschungsliteratur Uexkülls Umweltlehre radikalisiert und mit dem Konzept des „Suggestionskollektivs“ (Blacher [1925]) Flecks Rede von einer „Harmonie der Täuschungen“ (Fleck 1980: 40) gleichsam denk- und sagbar macht. Eine dritte „Positivitätsform“ (Foucault 2002: 184) der Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv führt zur maßgeblich von Wilhelm Jerusalem eingeforderten Soziologie des Erkennens (Jerusalem 1909, 1921a, b, 1924). Hier wird einerseits ein kommunikationstheoretischer Strukturfunktionalismus entwickelt, der später dann Flecks Arbeiten grundiert, sowie andererseits eine makrogeschichtliche Differenzierungstheorie vertreten, auf der seit Mitte der 1920er Jahre der „Beschreibungs-, Verstehens- und Erklärungsoptimismus“ (Zittel 2007: 442, Hervorhebung im Original) von Fleck beruht.

Obzwar noch längst nicht alles zum schillernden Œuvre Flecks gesagt ist und wenigstens vier Bereiche weiter auszubauen wären – 1. die Soziologie, vor allem in Gestalt der Schriften Karl Mannheims (insbesondere Mannheim 1970, 1995), 2. die medizinphilosophischen Debatten (siehe Anm. 6), 3. die zeitgenössischen Gelehrtenpraktiken und wissenschaftlichen Moralökonomien (siehe Anm. 23), 4. Geschichtsphilosophie und Kunstgeschichte (siehe Anm. 7) –, tragen die vorgelegten Ergebnisse zu zwei Forschungszielen der letzten Jahrzehnte bei. So macht sich erstens eine verstärkte Historisierung von Philosophie und Wissenschaftstheorie bemerkbar und damit verbindet sich zweitens eine Auflösung manichäischer Erzählungen von großen Trennungen, wie beispielsweise zwischen analytischer und kontinentaler Philosophie beziehungsweise allgemeiner zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, und einsamen Traditionsstiftern.27 Ludwik Fleck schwebt genauso wenig im luftleeren Raum wie Edmund Husserl (Sommer 1985), Otto Neurath (Cartwright u. a. 1996), Rudolf Carnap (Friedman 1999), Moritz Schlick (Iven 2008), Michael Polanyi (Scott/Moleski 2005, Nye 2011) oder Thomas Kuhn (Fuller 2000, Isaac 2012), sondern steht, wie alle genannten Personen, in vielfältigen Bezügen zu diskursiven Traditionen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Hieraus erwächst ein komplexes Bild der Beziehungen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur, das für den Zeitraum von 1880 bis 1930 unter dem Schlagwort eines allgemeinen Modernismus diskutiert wird (siehe unter anderem Ross 1994, Beer 1996, Micale 2004, Borck 2011). Gerade über das pluralistische Wirklichkeitsverständnis, das in allen behandelten Texten aufscheint, lassen sich Uexküll, Blacher, Jerusalem und Fleck als Teil dieser Gemengelage verstehen (siehe auch Löwy 2008, Werner 2011 sowie Werner im vorliegenden Heft). Ludwik Flecks Werk ist folglich tief in zahlreichen Strömungen seiner Zeit verankert. Man hat es mit keiner „Epistemologia imaginabilis“ (Fleck 1980: 31) zu tun. Die untergründigen, eingehend erörterten Verweisstrukturen seiner Aussagen exemplifizieren und plausibilisieren die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv in unnachahmlicher Weise, so dass man nicht umhin kann, mit und über Fleck zuzugeben:

Ein ahistorisches, von der Geschichte abgetrenntes Erkennen ist unmöglich, ähnlich wie auch ein asoziales, von einem isolierten Forscher ausgeführtes Erkennen unmöglich ist. (Fleck 2011i: 299, Hervorhebung im Original)

Fußnoten

  1. 1.

    Siehe aber in jüngerer Zeit Cohen/Schnelle 1986, Löwy 2004, 2008, Stachel 2004, Egloff 2005, Griesecke 2008, Fehr/Jas/Löwy 2009, Egloff/Fehr 2011, Hedfors 2006, 2007a, b, Zittel 2007, 2010, 2011.

  2. 2.

    Siehe Reichardt 1985, 1998, Busse 1987, Steinmetz 1993, 2008.

  3. 3.

    Siehe Blacher [1925], Fleck 1980: Zitat 136, Foucault 2002: 183–190.

  4. 4.

    Fleck 1980: 53–70, Zitat 53, siehe auch Fleck 2011f, h, i, k, l.

  5. 5.

    Koselleck 2003: 215, siehe auch 114, 120, 2006: 60–61, 93.

  6. 6.

    Fleck 2011a, d. Die Auseinandersetzung mit den Spezifika der Medizin gegenüber der Physik und Chemie war Ende der 1920er Jahre ein gängiges Thema. Gerade Flecks partikularistisches Verständnis von Gesundheit und Krankheit, das „keine genaue Grenze [zulässt] zwischen dem, was gesund ist, und dem, was krank ist, und nirgends […] wirklich ein zweites Mal auf dasselbe Krankheitsbild“ trifft (2011a: 41); zweitens die Prämierung von Intuitionen in der medizinischen Diagnostik sowie drittens eine prozessualistische Sicht des Krankheitsgeschehens decken sich weitgehend mit den Urteilen von Richard Koch oder Louis R. Grote (siehe Koch 1917, Grote 1921). Ich gedenke, diesen Zusammenhang an anderer Stelle weiter aufzuhellen, da er von den Themen des vorliegenden Aufsatzes wegführt.

  7. 7.

    Siehe Fleck 2011j: 325, Spengler 1983: 31–36, 75–106, Sigerist 1926, 1929. Dem Urteil, dass „Fleck […] seine Theorie in Opposition zu solchen Transfers von Modellen und Begriffen entwickelt hat“ (Zittel 2011: 176, Hervorhebung im Original), stehe ich deshalb eher skeptisch gegenüber.

  8. 8.

    Siehe zur Kritik an der traditionellen Ideen- und Begriffsgeschichte Foucault 1999: 193–200, Reichardt 1985, 1998, Busse 1987: 43–76, Gumbrecht 2006: 19–21.

  9. 9.

    Steinmetz hat dieses Verfahren hauptsächlich an englischen Parlamentsdebatten erprobt. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Beiträge zum epistemischen Schreiben in der Geschichte von Natur- und Geisteswissenschaften (siehe Holmes/Renn/Rheinberger 2003, Hoffmann 2008, Krauthausen/Nasim 2010), liegt es nahe, die Untersuchung von kontingenten, habitualisierten und unreflektierten Sprach- bzw. Schreibpraktiken auf publizierte, wissenshistorische Materialien auszuweiten. Dafür lässt sich die Herangehensweise von Steinmetz jenseits ihres ursprünglich politikgeschichtlichen Horizonts (siehe auch Steinmetz/Gilcher-Holtey/Haupt 2013) gewinnbringend nutzen.

  10. 10.

    Die Formulierung einer „De-ontologisierung der Realität“ geht auf einen späten Text von Niklas Luhmann zurück (Luhmann 2005: 31–57, Zitat 35, Hervorhebung im Original). Siehe weiterführend zur Historisierung dieser Aussage alsbald eine Monographie des Verfassers auf der Grundlage von Bauer 2012.

  11. 11.

    Fleck 1980: 130, Hervorhebung im Original, siehe auch 44, 111, 137 sowie 2011f: 199, g: 211, h: 246–247, 251, k: 330, n: 381, o: 391, 397.

  12. 12.

    Uexküll 1909: 1, 58 sowie 1920a: 8–10, 19–21, 43, 67–68, 72–74, 258–259, Uexküll/Kriszat 1934: 10 jeweils mit zustimmenden und/oder abgrenzenden Hinweisen auf Kant. Weiterführend zu Uexküll Harrington 1999: 34–71, 223–236 (Anm.), Kull 2001, Mildenberger 2007.

  13. 13.

    Siehe Uexküll/Kriszat 1934: 15–16, 45–46, außerdem zum Beispiel Uexküll 1909: 32–39 (über Amoeba terricola), 235–247 (Libellen), aber auch die akribischen Versuchsreihen Karl von Frischs über den Farbensinn und Formensinn der Bienen (Frisch 1914) sowie weiterführend zu Frisch und der späteren Bienenforschung Munz 2005, Coen 2007: 319–326.

  14. 14.

    Siehe Uexküll 1920a: 30, 73–76, 84, 90, 96–130, 177–178, 201–202, 223, 227, 239–243, Uexküll/Kriszat 1934: vii–viii, 6–7, 91. Das Rückkopplungsgeschehen wird vor allem in Uexküll 1920a: 117, Figur 4 bzw. 1928: 133, Abb. 6 schematisch dargestellt.

  15. 15.

    Die im Untersuchungszeitraum des Artikels aufkommende Unterscheidung zwischen Vor- und Zuhandenheit geht auf Heidegger zurück und bezeichnet dort den alltäglichen, unbedachten Gebrauch von Gegenständen („Zeug“), die im Normalfall zur Hand sind, ihren Zweck erfüllen und erst durch Störungen oder Mängel Aufmerksamkeit auf sich ziehen und damit aus der Zu- in die Vorhandenheit treten (Heidegger 2001: 66–76). Mit dieser Differenz kann man ebenfalls Sprach- und Schriftgebrauch charakterisieren, siehe auch die in Anm. 9 genannten Arbeiten zum epistemischen Schreiben.

  16. 16.

    Siehe Fleck 2011f: 182, 188, 190, 198, g: 219, 229–230, k: 330, 1980: 5, 60, 67, 102–104, 121, 187–189.

  17. 17.

    Siehe Blacher [1925]. Weitere Texte, die ich hier aufgrund des beschränkten Platzes nicht näher untersuchen kann, sind unter anderem Leuenberg/Siegen 1915, Oesterreich 1921a, b, Tischner 1926.

  18. 18.

    Blacher [1925]: 11. Siehe zum kommunikationshistorischen Kontext auch Knoch/Morat 2003, Führer/Ross 2006 sowie zum Zusammenhang zwischen Wissenschafts-, Mediengeschichte und Parapsychologie vor allem die Arbeiten von Richard Noakes (unter anderem Noakes 1999, 2004) oder aus dem deutschsprachigen Raum Hahn/Schüttpelz 2009.

  19. 19.

    Siehe erneut Blacher [1925]: 18–21, 24–25 und bei Fleck vor allem 2011f: 190, 196–199, Zitat 198, g: 219, 229, 1980: 111, 121, 136–137, 142–144, 145–146, Anm. 7 (mit dem Hinweis auf Le Bon, McDougall und Freud), 187–189, 2011i: 285–286 sowie generell zum Thema Jensen/Morat 2008.

  20. 20.

    Die hier untersuchten historischen Materialien belegen die allgemeine These Richard Whitleys, dass „[p]arapsychologists and other deviant scientists […] have to present much more detail and substantiate their claims to a greater degree than if they were simply communicating the results of the orthodoxy“ (Whitley 1985: 18). Siehe auch Whitley 1984, Collins/Pinch 1982, Rupnow/Lipphardt/Thiel/Wessely 2008.

  21. 21.

    Siehe Fleck 1980: 62, Anm. 62 (Jerusalem, „Vorbemerkungen“), 64, 2011i: 261 (Jerusalem, „Die soziologische Bedingtheit“), Jerusalem 1921b, 1924 sowie in diesem Heft die Beiträge von Werner, Johach, Neumann, Egloff. Fleck zitiert den zweiten Text offenbar aus dem Gedächtnis, da es an beiden Stellen heißt: „Die soziale Bedingtheit des Denkens“ [Hervorhebung J.B.] beziehungsweise im späteren Aufsatz zum „Problem einer Theorie des Erkennens“ nicht „und der Denkformen“ (so noch 1980: 64), sondern „und seiner Formen“ (2011i: 261) folgt.

  22. 22.

    Siehe Fleck 2011f: 196–199, h: 248, 254, 1980: 53–70, 53, 58, 65–67, 136, 143, 2011i: 261–262, j: 325, l: 358, m: 364.

  23. 23.

    Neben diesem methodischen Argument ließe sich außerdem historisch belegen, dass Invisibilisierungsstrategien und polemische (Schein-)Gefechte im frühen 20. Jahrhundert unter Gelehrten weit verbreitet waren. Man denke nur an Martin Heideggers Rezeption der Schriften Uexkülls, Kurt Goldsteins eigenartige Kritik an Louis R. Grote oder die frühen Schriften von Bronisław Malinowski, siehe Heidegger 2001: 45–88, 102–113, 2004: 284–388, Goldstein 1934: 265–292, Malinowski 1993 sowie weiterführend Harrington 1999, Ash 1995: 275–283, Thornton/Skalník 1993). Diese wissenschaftliche Moralökonomie (Daston 1995) muss man zur Kenntnis nehmen und kann sie aus historischer Distanz beschreiben, ohne ihr unkritisch folgen zu müssen. Ich werde dieses Thema in einer gesonderten Abhandlung vertiefen.

  24. 24.

    Jerusalem 1921b: xv, Hervorhebung im Original. Siehe auch 1924: 196–198. Das Thema einer Globalgesellschaft und die differenzierungstheoretischen Vorstellungen verzahnen Jerusalem diskursgeschichtlich mit der frühen, „organismischen“ Soziologie des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wie sie unter anderem Albert Schäffle und der junge Émile Durkheim repräsentieren (siehe dazu demnächst ein Buch vom Verfasser basierend auf Bauer 2012). Ein weiterer, begriffshistorischer und ansatzweise von Jerusalem selbst thematisierter Strang führt zur Sprachwissenschaft und Völkerpsychologie, vor allem zu den Schriften von Heymann Steinthal und Moritz Lazarus, der 1862 einen kurzen Aufsatz zur „Verdichtung des Denkens in der Geschichte“ publizierte (Lazarus 2003, 27–38, siehe auch ebd.: 195–197, Lazarus/Steinthal 1860: 64–65, Steinthal 1970: 480, Jerusalem 1905, 1922 sowie die Beiträge von Neumann und Egloff in diesem Heft). Man sieht, inwiefern auch Jerusalem auf den „Schultern von Riesen“ (Merton 1985) steht.

  25. 25.

    Fleck 2011k legt zwar an einer Stelle (331) nahe, dass eine reine, unreflektierte Makroperspektive Gefahren birgt und plädiert für die Untersuchung „einzelne[r] Denkgemeinschaften“ (ebd., Hervorhebung im Original), hält dagegen zugleich an „unabhängigen Gesetzen der Soziologie des Denkens und der Entwicklung des Denkens“ (ebd.) fest und beschließt seinen Essay mit der optimistischen Erwartung, dass die „Theorie der Denkkollektive und der Denkstile“ dabei helfe, „das Problem der Abhängigkeit der Wissenschaft von der allgemeinen Umwelt und der Epoche“ zu lösen, womit er sich zweifellos wieder auf einer vermutlich nicht naiven, aber dennoch: makroskopischen Ebene bewegt (ebd.: 334 f.). In der Nachkriegszeit weitet sich Flecks Zuversicht in Richtung des social engineering: „Die Vorteile aus einer so gefaßten Soziologie des Denkens sind klar: Sie bietet die Möglichkeit, das intellektuelle Leben der Gesellschaft rational zu lenken“ (2011o: 415, siehe dazu auch Etzemüller 2009, Greiner/Müller/Weber 2011, Solovey/Cravens 2012).

  26. 26.

    Siehe als Beispiele dieser zwei Deutungsstränge Löwy/Jas/Fehr 2009: 7–9, Hedfors 2006: 138, 2007a: 72, 77–78, Zittel 2007: 460–462, 2010: 198–199, 2011: 176, 181, Anm. 29, 195, 202–204.

  27. 27.

    Siehe nur Cartwright/Cat/Fleck/Uebel 1996, Friedman 2004, Porter 2006, Ortolano 2009, Domski/Dickson 2010, Feest 2010, Isaac 2012.

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Copyright information

© Springer Basel 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich Geschichte und SoziologieUniversität KonstanzKonstanzDeutschland

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