Falvonole, Flavone und Anthocyane als natürliche Antioxidantien der Nahrung und ihre mögliche Rolle bei der Prävention chronischer Erkrankungen

Summary

Flavonoids are non-nutritive compounds of plants that have been intensively investigated during the past years due to their possible protective effects against chronic diseases. In vitro studies were able to demonstrate for flavonols, flavones, and most recently also for anthocyanins a considerable antioxidative activity, mainly based on scavenging of oxygen radicals.

Flavonols and anthocyanins are commonly found in European fruits and vegetables. In addition, black tea and red wine may have a high content of these compounds. Those food items are the main sources of flavonol consumption each contributing to a different degree to the overall intake.

The absorption of a aglycones has been established before. However, only recently could the absorption of flavonolglycosides be demonstrated. The mean intake of flavonols of the German population was calculated using data from the National German Food Consumption Survey. According to this analysis, the daily per capita intake was about 11.5 mg flavonols, mainly derived from fruits and vegetables, but also from black tea and red wine.

Epidemiological studies have been directed to investigate the association between flavonol consumption and disease risk. An inverse association between flavonol intake and mortality from myocardial infarction was observed. According to one of three studies, the flavonoid intake can be inversely correlated with cancer risk.

This review summarizes the current knowledge on the occurrence, intake, bioavailability, and antioxidative properties of flavonols, flavones, and anthocyanins as well as the associations between flavonol intake and disease risks. Possible health related effects especially of flavonols are critically reflected, and the necessity of further research is outlined.

Zusammenfassung

Flavonoide sind nichtnutritive Pflanzenstoffe, deren Eigenschaften in den letzten Jahren hinsichtlich möglicher protektiver Einflüsse auf chronische Erkrankungen intensiv untersucht wurden. So konnte für Flavonole, Flavone und neuerdings auch Anthocyane in vitro eine teilweise erhebliche antioxidative Aktivität, die vor allem im Abfangen freier Sauerstoffradikale besteht, nachgewiesen werden.

In europäischem Obst und Gemüse sind besonders Flavonole, aber auch Anthocyane weit verbreitet. Erhebliche Mengen beider Flavonoide können auch in schwarzem Tee und Rotwein enthalten sein. Diese Lebensmittel stellen mit unterschiedlichen Anteilen die wichtigsten Quellen für die Aufnahme von Flavonolen dar. Während die Absorption der Aglykone seit längerem nachgewiesen ist, konnten erst jüngste Untersuchungen die Absorption von Flavonolglykosiden aus dem Dünndarm belegen. Die durchschnittliche Aufnahme von Flavonolen in der bundesdeutschen Bevölkerung wurde anhand der Daten der Nationalen Verzehrsstudie ermittelt. Sie betrug etwa 11,5 mg pro Person und Tag und stammte überwiegend aus Obst und Gemüse, aber auch aus Tee und Rotwein.

In epidemiologischen Studien wurde untersucht, ob die Höhe der Flavonolaufnahme mit dem Auftreten bestimmter Erkrankungen assoziiert ist. Es konnte gezeigt werden, daß ein inverses Verhältnis zwischen tödlich verlaufenden Herzinfarkten und dem Umfang der Flavonolaufnahme besteht. Eine inverse Beziehung von Flavonoidaufnahme und dem Risiko von Krebserkrankungen ließ sich bisher in einer von drei Studien nachweisen.

Diese Übersicht stellt den aktuellen Wissensstand über Vorkommen, alimentäre Aufnahme, Bioverfügbarkeit und antioxidative Eigenschaften von Flavonolen, Flavonen und Anthocyanen sowie die mit der Flavonoidaufnahme verbundenen Krankheitsrisiken dar. Die möglichen gesundheitlichen Effekte, besonders von Flavonolen, werden vor diesem Hintergrund kritisch beleuchtet und der daraus resultierende Forschungsbedarf genannt.

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Abbreviations

DNA:

Desoxyribonucleinsäure

LDL:

Low-density lipoprotein

HPLC:

Hochdruckflüssigchromatografie

IC:

Inhibitory concentration

ROS:

Reaktive Sauerstoffspezies

SD:

Standardabweichung

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Eingegangen: 21. August 1997, Akzeptiert: 17. Januar 1998

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Böhm, H., Boeing, H., Hempel, J. et al. Falvonole, Flavone und Anthocyane als natürliche Antioxidantien der Nahrung und ihre mögliche Rolle bei der Prävention chronischer Erkrankungen. Z Ernährungswiss 37, 147–163 (1998). https://doi.org/10.1007/PL00007376

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Key words

  • Flavonoids
  • flavonols
  • flavones
  • anthocyanins
  • bioavailability
  • antioxidative effects
  • prevention

Schlüsselwörter

  • Flavonoide
  • Flavonole
  • Flavone
  • Anthocyane
  • Bioverfügbarkeit
  • antioxidative Wirkungen
  • Prävention