Die von den oberen und unteren Kollimatorblöcken rückgestreuten Photonen und Elektronen führen zu einer – bei den verschiedenen Akzeleratoren unterschiedlichen – bedeutenden Zunahme der messbaren Ionenladung. Wir haben den Effekt dieser Rückstrahlung für den Linearbeschleuniger Clinac-1800 bei 6-MV- und bei 18-MV-Photonenenergie untersucht.
Material und Methode: Die Variabilität des Austrittfaktors wurde zunächst an unterschiedlichen asymmetrischen Feldern definierter Größe untersucht, die bei konstanter Position des unteren Kollimatorblockes festgelegt war durch den verschiebbaren oberen rechten Kollimatorblock sowie einen verschiebbaren Block aus Cerrobend, einer bei niedriger Temperatur schmelzenden Legierung. Die austretende Strahlung wurde bei Dmax an einem Polysterolphantom im geometrischen Zentrum des asymmetrischen Feldes gemessen. Der Rückstreueffekt wurde außerdem mit einem Paar 20 × 20 × 7,5 cm großer Cerrobend-Blöcke untersucht, deren Lochung (ø 6 mm) teleskopartig mit den das Feld begrenzenden Lichtstrahlen eine Linie bildete. Die Ionisierungskammer befand sich 25 cm hinter der zweiten Lochung. Bei den Messungen in Luft wurden die oberen und unteren Kollimatorblöcke einzeln oder zusammen verändert. Zum Vergleich wurden ähnliche Untersuchungen für Theratron-780C-Kobalt-60-Strahlen durchgeführt.
Ergebnisse: Im asymmetrischen Feld wurde festgestellt, dass, solange der Kollimatorblock die Mittellinie nicht überquert, der Austrittfaktor für 6- und für 18-MV-Photonenstrahlen fast konstant ist. Bei extremer Feldasymmetrie nahm der Austrittfaktoren für 6- und für 18-MV-Photonen um 3,2 bzw. 4,3% ab. Die teleskopische Analyse unter Verwendung der gelochten Cerrobend-Blöcke ergab für 6- und für 18-MV-Photonenstrahlung eine Verminderung des Austrittfaktors um 4,0 bzw. 3,9% wenn nur die oberen Blöcke verschoben wurden. Eine Felddefinition allein durch die unteren Blöcke verminderte den Austrittfaktor für 6 und 18 MV um 3,3 bzw. 2,0%. Wurden mit beiden Kollimatorblöcken quadratische Felder erzeugt, so veränderte sich der Austrittfaktor für beide Photonenenergiewerte in ähnlicher Weise wie durch Verschieben des oberen Blockes. Kobalt-60-Messungen mit der teleskopartigen Anordnung ergaben für die Austrittstrahlung keine signifikante Abhängigkeit von den Feldveränderungen, falls feldabhängige Streuung am Gehäuse der Strahlungsquelle und an den Kollimatorblöcken ausgeschlossen wird.
Schlussfolgerung: In diese Untersuchung wurde für 6- und für 18-MV-Photonen eine maximale Dosisreduktion um 4 bzw. 4,3% beobachtet, die vor allem der Rückstreuung am oberen Kollimatorblock zuzuschreiben ist. Für asymmetrische Felder scheint die direkte Messung der Austrittstrahlung zuverlässiger, um Fehler beim Ermitteln des Austrittfaktors zu vermeiden.