Falldarstellung: Ein 34-jähriger Sprengbeauftragter eines Steinbruchbetriebes führte seit etwa 1 Jahr mehrfach im Monat Großbohrlochsprengungen durch. Jeweils an den Sprengtagen litt er arbeitsparallel an Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und starke Konzentrationsstörungen, die noch mehrere Stunden über die Arbeiten hinaus anhielten.
Die klinische Untersuchung im beschwerdefreien Intervall zeigte einen altersentsprechenden unauffälligen Befund ohne neurologische Auffälligkeiten. Wegen der streng arbeitsparallel angegebenen Beschwerden wurden weitere technische Ermittlungen zur Exposition am Arbeitsplatz aufgenommen, die die Verwendung von nitrathaltigen Sprengstoffen (Ammoniumnitrat, Glycerintrinitrat, Ethylenglykoldinitrat) bei Nichteinhaltung sicherheitstechnischer Bestimmungen ergab. Die geäußerten Krankheitssymptome lassen sich im Zusammenhang mit den arbeitstechnischen Bedingungen als Kopfschmerz bei Exposition gegenüber Nitratsprengstoffen zusammenfassen. Ein Berufskrankheitsverfahren wurde durch Anzeige an den zuständigen Unfallversicherungsträger eingeleitet, auch mit dem Ziel der Überprüfung und der Verbesserung sicherheitstechnischer Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz.
Schlussfolgerung: Berufsbedingte Noxen als mögliche Auslöser von Kopfschmerzen unterstreichen die diagnostische Relevanz einer genauen Berufs- und Umweltanamnese.