„Screen Memory“: Hypertext und Deckerinnerung

Zusammenfassung

Die literaturtheoretische Aneignung von Hypertext oszilliert zwischen dem Schock, der Literatur unter den Bedingungen des Computers als etwas radikal Neues empfindet, und der utopischen Hoffnung, eine geschichtliche Vollendung der Medien zu erkennen. Die entsprechenden Konsequenzen, Texte entweder so zu lesen, als seien sie bereits gelesen, oder aber so, als seien sie unlesbar, sind als Symptome zu befragen.

Abstract

The theoretical appropriation of hypertext tends to oscillate between the shock which registers something radically new in literature under the conditions of the computer and the utopian hope of recognizing a historical fulfilment of media. Consequently, the reading of texts either as if they had already been read, or as if they are unreadable, will have to be interrogated.

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Lieterature

  1. 2

    Zur Frontstellung von Bibliothek und Technologietransfer gibt es mittlerweile ausgewogene Kommentare; etwa Rainer Kuhlen, Hypertext. Ein nicht-lineares Medium zwischen Buch und Wissensbank, Berlin 1991

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  2. 2a

    Nicholson Baker, „Discards“, in: The Size of Thoughts and other lumber, London 1996, 125–181

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  3. 2b

    Richard A. Lanham, The Electronic Word, Chicago 1993

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  4. 2c

    Richard J. Finneran (Hrsg.), The Literary Text in the Digital Age, Ann Arbor 1996. Siehe dazu auch im Internet etwa http://humanitas.ucsb.edu/shuttle/„Voice of the Shuttle“ in Santa Barbara, Kalifornien; oder http://gwis.circ.g-wu.edu/~gelman/hyperbib.html, die Hypertext- & Hypermedien-Bibliographie von Scott Stebelman an der George Washington University.

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  5. 3

    Leroy George Williams, An Experiment Testing Hypertext as a Method of Memory Stimulation, PhD, George Mason University, Washington DC 1995

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  6. 3a

    Josef Wallmannsberger, Methoden der Interaktion mit virtuellen Textuniversen, Dissertation, Universität Innsbruck, 1991.

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  7. 4

    Vgl. Jacques Derrida, Randgänge der Philosophie, Wien 1988, 115 und passim.

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  8. 5

    Wolfgang Hagen, „Die verlorene Schrift“, in: Friedrich A. Kittler, Georg Christoph Tholen (Hrsg.), Arsenale der Seele, München 1989, 211–229, hier: 227.

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  9. 6

    Niklas Luhmann, Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1997, 626

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  10. 6a

    Anm. 50. — Ein Rest: das kann das bedeuten, was überlebt hat oder zurückgelassen wurde, ersetzt oder ausgesetzt. Der Rest kann heilig sein, Träger der Zukunft nach der reinigenden Zerstörung, oder verdammt; der Rest kann Träger einer Warnbotschaft sein. Die Überlebenden von Damaskus und Efraim waren eine Warnung für Juda, siehe Jesaia 24,1–20. Der grundlegende Artikel von F. Dreyfus, „Reste d’Israel“, in: Dictionnaire de la Bible Supplement, Bd. X, Paris 1985, 414–437, unterscheidet „reste escape“ und „reste elite“, erwähnt aber auch „reste actuel“ als schuldige Überbringer eines Versprechens sowie „reste futur“, die nach dem Gericht Geretteten.

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  11. 7

    Fredric Jameson, The Political Unconscious, Ithaca 1980, 60–61.

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  12. 8

    Nicht alle Arten von Nichtlinearität werden jedoch von Hypertext ermöglicht. Vgl. David Kolb, Socrates in the Labyrinth, Eastgate Systems, Cambridge/Mass. 1996 sowie andere Produkte derselben Firma auf der Basis von deren Software Storyspace; vgl. auch „Hyperproof“ von Jon Barwise und John Etchemendy sowie „Turing’s World 4.0“ und „Tarski’s World 3.0“, letztere publiziert vom CSLI Stanford und erhältlich durch Stanford University Press. Andererseits ist der Einsatz solcher Programme auch nicht unbedingt fernliegend, wenn es etwa darum geht, Wahrscheinlichkeit, Wiederholung, Klischees und Kontraste zu kontrollieren.

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  13. 9

    Alan Turing ist berühmt geworden durch eine Aufgabe, die er nie löste: die Kon-struktion eines Tests, der auf statistischer Basis zeigen sollte, daß die Unterscheidung von menschlicher und computergenerierter Sprache jenseits des menschlichen Vermögens liegt. Turing selbst schreibt allerdings meist von einem „game“, nur zweimal von einem Test („Computing Machinery and Intelligence“, Mind LIX/236 [1950], 433–460). Es handelt sich um ein Spiel der Imitation: ein Interviewer stellt Fragen an einen Menschen und einen Computer. Wenn einer der beiden unsichtbaren Probanden sich nicht reziprok verhält, so kann der Interviewer innehalten und bestimmen, wer wer ist. Wenn aber die Imitation der menschlichen Verhaltensweisen seitens des Computers erfolgreich ist, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder das Spiel dauert ewig, oder es kann abgebrochen werden — dann aber nur von jemandem, der schon von vornherein die Position eines Schiedsrichters über Probanden und Interviewer eingenommen hatte, von einem externen Beobachter also. Wenn das Spiel nicht das Risiko der Endlosigkeit laufen soll, muß es diesen vermeintlich „externen“ Schiedsrichter geben: der jedoch kann nicht die Unentscheidbarkeit voraussetzen, sondern muß seinerseits, um Schiedsrichter zu sein, schon von Anfang an am Testziel zweifeln. (Somit stehen wir erneut vor der platonischen Aporie des Menon: kann man suchen, was man nicht kennt? Vgl. Jean Lassegue, „What Kind of Turing Test did Turing have in Mind?“, Tekhnema 3/1996, 37–58) — Turing ist andererseits jemand, der nicht nur auf seinem Feld der Forschung wirkt, sondern auch zum literarischen Stoff taugt: man denke etwa an Ian McEwans Stück „The Imitation Game“ (in: Three Plays for Television, Picador 1981), oder an die Biographie von A. Hodges (The Enigma of Intelligence, Unwin 1983). Kürzlich hat sich sogar Marvin Minsky, einer der unbeirrbaren Pioniere der Künstlichen Intelligenz, mit H. Harrison zusammengetan, um einen Science-Fiction Roman über Turing zu schreiben: The Turing Option, Warner Books 1992. Den umgekehrten Weg beschreiten seit einigen Jahren Lyriker mit experimentellen Computergedichten, die sich auf die programmatische Aussage von William Carlos Williams berufen, „a poem is a small (or large) / machine made of words“.

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  14. 12

    Vgl. jedoch zum komplexen Verdacht der literarischen Gedächtnisstörung durch Computerlyrik den kritischen Artikel von Josef Ernst, „Computer Poetry: An Act of Disinterested Communication“, New Literary History 23 (1992), 451–465.

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  15. 14

    Hugh Kenner und Joseph O’Rourke, „A Travesty Generator for Micros“, Byte 9/12 (November 1984), 129–131, 449–469. Das Material, so die grundlegende Erkenntnis, ist radikal begrenzt; sowohl technisch als auch ökonomisch geht es somit nicht um Materie, sondern um iterative Modalitäten der Verknüpfung.

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  16. 15

    R. Bogaschowsky, „Hypertext- / Hypermediasysteme. Ein Überblick“, Informatik-Spektrum. 15/3 (1992), 127–143

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  17. 15a

    Stefan Freisler, „Hypertext — eine Begriffsbestimmung“, Deutsche Sprache: Zeitschrift für Theorie, Praxis, Dokumentation 22/1 (1994), 19–50

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  18. 15b

    M. Hofmann, „Hypertextsysteme. Begrifflichkeit, Modelle, Problemstellungen“, in: Wirtschaftsinformatik 3 (Juni 1991), 177–185

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  19. 15c

    Peter Schnupp, Hypertext, Wien 1992; einen durchweg anderen Gebrauch des Wortes Hypertext finden wir bei Gerard Genette, Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe, Frankfurt a.M. 1993, wo er diesen dem Hypotext gegenüberstellt und so eine transtextuelle Relation definiert.

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  20. 16

    J. Nielsen, Multimedia and Hypertext, London 1996, 2

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  21. 16a

    Norbert Bolz, „Zur Theorie der Hypermedien“, in: Jörg Huber, Alois Martin Müller (Hrsg.), Raum und Verfahren. Interventionen 2, Basel, Frankfurt a.M. 1993, 17–27, hier: 26

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  22. 16b

    vgl. Theodor Holm Nelson, „Opening Hypertext: A Memoir“, in: Myron C. Tuman (Hrsg.), Literacy Online. The Promise (and Peril) of Reading and Writing with Computers, Pittsburgh 1992, 43–57.

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  23. 17

    Aleida und Jan Assmann, „Schrift und Gedächtnis“, in: A. Assmann, J. Assmann, Christoph Hardmeier (Hrsg.), Schrift und Gedächtnis, München 1983, 277 und 281.

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  24. 19

    George P. Landow, „Changing Texts, Changing Readers: Hypertext in Literary Education, Criticism, and Scholarship“, in: Bruce Henricksen, Thais E. Morgan (Hrsg.), Reorientations: Critical Theories & Pedagogies, Urbana 1990, 133–161

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  25. 19a

    vgl. auch George P. Landow (Hrsg.), Hyper/Text/Theory; Baltimore 1994 und Hofmann/Simon, Problemlösung Hypertext, Wien 1995, 101 („Faktoren der Entwicklung“).

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  26. 20

    So etwa Daniel Ferrer, „Hypertextual Representation of Literary Working Papers“, Journal of the Association for Literary and Linguistic Computing 10/2 (1995), 143–145

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  27. 20a

    Tim William Machan, „Chaucer’s Poetry, Versioning, and Hypertext“, Philological Quarterly 73/3 (1994), 299–316.

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  28. 21

    Edward Barrett (Hrsg.), The Society of Text, London 1989

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  29. 21a

    Charles Platt, „Why Hypertext Doesn’t Really Work“, The New York Review of Science Fiction 72 (August 1994), 1–5

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  30. 21b

    Stuart Moulthrop, „You Say You Want a Revolution? Hypertext & the Laws of Media“, in: Eyal Amiran, John Unworth (Hrsg.), Essays in Postmodern Culture, Oxford 1993, 69–97

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  31. 21c

    Robert Markley (Hrsg.), Virtual Reality and its Discontents, Baltimore 1996.

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  32. 22

    Jacques Lacan, „Psychanalyse et cybernetique, ou de la nature du langage“, Le Seminaire. Livre II: Le moi dans la theorie de Freud et dans la technique de la psychanalyse, Paris 1978, 339–354; vgl. Laurence Rickels, „Cyber-Lacan“, Nazi Psychoanalysis, 204–205 (im Druck).

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  33. 23

    Siehe z. B. Darryl Laferte, „Hypertext and Hypermedia: Toward a Rhizorhetorical Investigation of Communication“, Readerly/Writerly Texts: Essays on Literature, Lite-rary/Textual Criticism, and Pedagogy 3/1 (1995), 51–68.

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  34. 24

    Samuel Weber, Mass Mediauras, Stanford 1996, 3.

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  35. 25

    Zum allzu oft verdrängten Kontext von „il n’y a pas de hors-texte“, siehe Jacques Derrida, Grammatologie, suhrkamp taschenbuch Wissenschaft 417, Frankfurt a.M. 1983, 274 und passim. „Niemals“, so Derrida, werde „der Begriff der Technik ohne weiteres den Begriff der Schrift erhellen können“ (19). Überdies kündigt Derrida an, daß „der ganze, vom kybernetischen Programm eingenommene Bereich — ob ihm nun wesensmäßig Grenzen gesetzt sind oder nicht — ein Bereich der Schrift sein“ wird (21). Dem schließt sich Gregory Ulmer an, etwa in Applied Grammatology, Baltimore 1985, 303: „Derrida’s texts & already reflect an internalization of the electronic media, thus marking what is really at stake in the debate surrounding the closure of Western metaphysics.“ Andererseits wird dagegengehalten, die elektronischen Medien machten erst manifest, was Derridas Texte versprachen. So auch Mark Poster, The Mode of Information, Berkeley 1990, 128: „computer writing instantiates the play that deconstruction raises only as a corrective & albeit a fundamental one, against the hybris of logocentrism.“ Mark C. Taylor, Esa Saarinen, Imagologies, London 1994, Telewriting 9: „Deconstruction theorizes writerly practices that anticipate hypertexts.“ — Vgl. Geoffrey Bennington, „Derridabase“, Jacques Derrida, Paris 1994, 291: „cette machine est dejä en place, eile est le dejä meme bzw. http://glas.lake.de.

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  36. 27

    Jacques Derrida, Glas, Paris 1974. Die Sekundärliteratur zu Glas ist in meinem Glasweb erfaßt, http://www.hydra.umn.edu/derrida/glasbib.html bzw. http://www.la-ke.de/home/lake/hydra/glasbib.html. bzw. http://glas.lake.de.

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  37. 28

    „Glas and the personal computer appeared at more or less the same time. Both work self-consciously and deliberately to make obsolete the traditional codex linear book and to replace it with the new multilinear multimedia hypertext that is rapidly becoming the characteristic mode of expression both in culture and in the study of cultural forms. The ‚triumph of theory ‘in literary studies and their transformation by the digital revolution are aspects of the same sweeping change“ (J. Hillis Miller, „Literary Theory, Telecommunications, and the Making of History“, in: May Katzen [Hrsg.], Scholarship and Technology in the Humanities, London 1991, 11–20); vgl. auch Taylor, Saarinen (Anm. 25), die Glas als Derridas „most hypertextual text“ bezeichnen.

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  38. 32

    Gayatri Chakravorti Spivak, „Glas-Piece: A Compte Rendu“, diacritics 7 (1977), 22–43.

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  39. 33

    George P. Landow, Hypertext. The Convergence of Contemporary Critical Theory and Technology; Baltimore 1992, 2, 66–67 und passim.

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  40. 35

    Auch Rorty schließt sich der kollektiven Paramnesie des ‚immer schon ‘an: „In Glas, Derrida has, to be sure, spoken several languages at once, written several texts at once, produced a kind of writing which has no archai, no telos, and so on. But he is doing brilliantly and at length something most of his readers have been doing spasmodically and awkwardly in their heads. It is no small feat to get this sort of thing down on paper, but what we find in Glas is not a new terrain. It is a realistic account of a terrain upon which we have been camping for some time“ (Richard Rorty, Philosophical Papers, Bd. II, Cambridge University Press 1991, 100).

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  41. 37

    Glas, 16ai; vgl. auch Hubertus von Amelunxen, „Wieder-Gabe und Wiedergang“, in: Herta Wolf, Michael Wetzei (Hrsg.), Der Entzug der Bilder. Visuelle Realitäten, München 1994, 297–314

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  42. 37a

    sowie Holger Briel, „Derridas Hyperkarte: Glas“, Weimarer Beiträge 38/4 (1992), 485–505, und

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  43. 37b

    Pierre Pachet, „Le plus recent texte de Jacques Derrida: Une entreprise troublante“, Quinzaine Litteraire 197 (November 1974), 19–20: „une machine ä lire“. Auch Geoffrey Hartman, der die Rezeption im englischsprachigen Raum entscheidend beeinflußt hat, schließt sich an: „A deconstructive machine that sings: Glas“ (Saving the Text. Literature, Derrida, Philosophy, Baltimore 1981, 24). Eine Maschine, die funktioniert, ohne sich einer Wiederaneignung zu fügen — Hegel hätte dies für einen reinen Verlust gehalten.

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  44. 38

    Michael Riffaterre, „Syllepsis“, Critical Inquiry 6 (1980), 625–638, hier: 636; vgl. ders., „La trace de l’intertexte“, La Pensee 215 (1980): 4–18, sowie „Intertextuality vs. Hypertextuality“, New Literary History 25 (1995), 779–788.

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  45. 39

    Eugenio Donato, „,Here NowV’Always Already’: Incidental Remarks on Some Recent Characterizations of the Text“, diacritics: A Review of Contemporary Criticism 6/3 (1976), 24–29, zu Glas: 26.

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  46. 40

    Aleida Assmann, „Der Eigen-Kommentar“, in: Jan Assmann, Burkhart Gladigow (Hrsg.), Text und Kommentar, München 1995, 357. Den Begriff der Hydrapoetik prägte Nicholas Royle: „the thought of a critical glossolalia, a poetico-telephony or computer network operating multiple channels simultaneously“ (After Derrida, Manchester 1995, 40). Es geht hier um ein Leser- und Textmodell, das nicht mehr unter dem Zeichen der herkulischen Überwindung steht, sondern „den immer anderen Bauplan der Maschine lesen“ lernt, wie Heiner Müller schreibt („Herakles 2 oder die Hydra“, in: ders., Geschichten aus der Produktion 2, Berlin 1974, 103). Vgl. auch Platon, Politeia IV, Steph. 425f., Hegel, ]enaer Schriften, Werke, II, Frankfurt a.M. 1969, 493 sowie A. Lovejoy, The Great Chain of Being, Cambridge/Mass 1936, 233–284 und Glas 188: „ils ne savent pas qu’en fait ils decapitent, pour ainsi dire, l’hydre.“

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  47. 42

    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Wissenschaft der Logik, Werke, V, Frankfurt a.M. 1969, 275.

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  48. 44

    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorlesung über die Philosophie der Weltgeschichte, Werke, I, Hamburg 1988, 183.

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  49. 46

    Vgl. Jacques Derrida, Aporias, Stanford 1994, 15 und passim.

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  50. 47

    Jacques Derrida, Dissemination, Wien 1996, 15, vgl. 279.

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  51. 49

    Gabriella Baptist, H.C. Lucas, „Wem schlägt die Stunde in Derridas Glas?“, Hegel-Studien 23 (1988), 139–179, hier: 140.

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  52. 53

    „I am sufficiently convinced that Glas, like Finnegans Wake, introduces our consciousness to a dimension it will not forget“ (Geoffrey Hartman, „Crossing Over: Literary Commentary as Literature“, Comparative Literature 28/3 [1976], 257–276, hier: 268)

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  53. 53a

    — „& a work whose untranslatability must compare only to Finnegans Wake“ (James Arnt Aune, „Review of Glas“, Quarterly Journal of Speech 75 (1989), 354–356, hier: 356). Vgl. auch Landow (Anm. 33), 10: „implicit hypertext in nonelectronic form. Again, take Joyce’s Ulysses as an example.“

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  54. 54

    Baptist, Lucas (Anm. 49), 161; vgl. H.C. Lucas, „Zwischen Antigone und Christiane. Die Rolle der Schwester in Hegels Biographie und Philosophie und in Derridas Glas“, Hegel-Jahrbuch 1984–1985 (1988), 409–442, hier: 433: „ein Leseerlebnis, das wohl nur dem von Arno Schmidts Zettels Traum oder von James Joyces Finnegans Wake vergleichbar ist.“

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  55. 56

    Vincent D. Leitch, Deconstructive Criticism: An Advanced Introduction, New York 1983, 205.

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  56. 58

    Zit. nach Robert Moynihan, A Recent Imagining, Hamden 1986, xi.

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  57. 60

    Rene Wellek, „Destroying Literary Studies“, New Criterion 2/4 (Dezember 1983), 1–8.

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  58. 61

    John Llewelyn, „Glasnostalgia“, Bulletin of the Hegel Society of Great Britain 18 (1988), 33–38; vgl. Glas 231ai.

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  59. 62

    Walter Benjamin, Das Passagenwerk, Gesammelte Schriften, V.l, Frankfurt a.M. 1985, 594: „Zum Denken gehört ebenso die Bewegung wie das Stillstehen der Gedanken. Wo das Denken in einer von Spannungen gesättigten Konstellation zum Stillstand kommt, da erscheint das dialektische Bild. Es ist die Zäsur in der Denkbewegung. Ihre Stelle ist natürlich keine beliebige. Sie ist, mit einem Wort, da zu suchen, wo die Spannung zwischen den dialektischen Gegensätzen am größten ist.“

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  60. 63

    Merleau-Ponty benutzte den Begriff ‚ecart‘, um die Kluft nicht zwischen Sprache und Ding, sondern zwischen Zeichen und Bedeutung zu fassen. Auch Derrida bezieht sich auf diese Differenz; während jedoch ecart für Merleau-Ponty eine Differenz bedeutet, die in einer Kontinuität fußt, benutzt Derrida das gleiche Wort zur Bezeichnung einer diskontinuierlichen Differenz. Die modernen Brüche, Risse und Unterbrechungen schreiben sich ein in einen endlosen Aufschub von Totalität und kultivieren jene Differenz, die Unterschied von sich selbst ist. Vgl. etwa Maurice Merleau-Ponty, Le visible et Vinvisible, Paris 1964, 116 f. und passim, sowie Derrida, La voix et le phenomene, Paris 1967, 77 und passim; weiterhin Derrida, Spurs: Nietzsche’s Styles, Chicago 1979, 138: „il faut ecrire dans l’ecart entre plusieurs styles“.

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  61. 64

    Renate Lachmann, Gedächtnis und Literatur. Frankfurt a.M.: 1990, 35; weiterhin: „Der Gedächtnisraum ist auf die selbe Weise in den Text eingeschrieben, wie sich dieser in den Gedächtnisraum einschreibt.“

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  62. 65

    Vgl. auch Samuel Weber, Freud-Legende, Olten 1979, 139.

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  63. 66

    G. F. Hasel, The Remnant — The History and Theology of the Remnant Idea from Genesis to Isaiah, Berrien Springs, Michigan 1972, 51

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  64. 66a

    vgl. auch W.E. Müller, H. D. Preuss, Die Vorstellung vom Rest im alten Testament, Neukirchen-Vluyn 2/1973, 46.

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  65. 67

    Zit. nach Charles O. Hartman, The Virtual Muse, Hanover 1996, 105

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  66. 67a

    vgl. J. Hillis Miller, „The Ethics of Hypertext“, diacritics 25/3 (Herbst 1995), 27–39, hier 37: „could be argued that hypertexts do no more (although that is quite a lot) than make materially embodied and more easily available in a new technological mechanism what has always been the case about linguistic assemblages.“

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  67. 68

    Heiko Idensen, Mathias Krohn, „Kunst-Netzwerke: Ideen als Objekte“, in: Florian Rötzer (Hrsg.), Digitaler Schein. Ästhetik der Medien, Frankfurt a.M. 1991, 384.

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  68. 69

    Vilem Flusser, Schrift, Düsseldorf 1995, 79.

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  69. 72

    Vgl. Oskar Becker, Dasein und Dawesen, Pfullingen 1963, 119–120.

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  70. 74

    Vgl. Glas, 309a: „l’absolu du dejä-lä du pas-encore ou de l’encore du dejä plus“ gilt Derrida seit jeher als absolut irreduzibel auf Vertrautes, „der Horizont ist das ‚toujours- dejä-lä ‘einer Zukunft, die die Indetermination ihrer unendlichen Offenheit intakt hält“ (Jacques Derrida, Introduction ä ‚UOrigine de la geometrie de Husserl‘, Paris 1962, 123).

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  71. 76

    Julian Cowley, „Hypertext: Electronic Writing and Its Literary Tradition“, Moderna Sprak 87/2 (1993), 129–35

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  72. 76a

    David Burnley, „Scribes and Hypertext“, Yearbook of English Studies 25 (1995), 41–62.

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Correspondence to Peter Krapp.

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In Gedenken an Thomas Pfleiderer, 1968–1995

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Krapp, P. „Screen Memory“: Hypertext und Deckerinnerung. Dtsch Vierteljahrsschr Literaturwiss Geistesgesch 72, 279–296 (1998). https://doi.org/10.1007/BF03375528

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