Sukzessionale Prozesse in Fichtenbeständen (Picea abies) des Osterzgebirges — Möglichkeiten ihrer waldbaulichen Beeinflussung und ihre Bedeutung für einen ökologisch begründeten Waldumbau

  • R. Küßner
Article

Zusammenfassung

Für die Fichtenreinbestände des Osterzgebirges ergibt sich aufgrund ihrer Instabilität und Naturferne ein dringender Bedarf an einem ökologisch begründeten Waldumbau. Unbeeinflußte sukzessionale Prozesse können in aufgelichteten Fichtenbeständen zwar zu vertikal stärker strukturierten Waldaufbauformen führen, an denen neben der in der Verjüngung dominierenden Fichte auch Weichlaubbäume (Birke, Eberesche) in hohem Maße beteiligt sind. Diese sukzessionalen Prozesse können durch waldbauliche Maßnahmen, wie die einer Bodenbearbeitung oder einer Bestandesauflichtung, beeinflußt werden. Direkt zielführend im Sinne eines gewollten Waldumbaus mit einem hohen Anteil anderer Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft (v. a. Buche, Bergahorn, Tanne) verlaufen unbeeinflußte Sukzessionsprozesse jedoch nicht. Sie müssen durch aktive waldbauliche Umbaumaßnahmen (z. B. Voranbau) ergänzt werden.

Secondary succession processes in Spruce (Picea abies) stands of the eastern Erzgebirge — possibilities for silvicultural control and their relevance for an ecologically based forest conversion

Summary

Instable stand structures consisting of mostly pure spruce which differ from naturally occurring forests in the eastern Erzgebirge require the urgent conversion of these artificial stands into forests which are more stable and are composed of more naturally occurring species (e.g. beech, fir). Secondary succession in opened-up spruce stands may lead to more vertically structured and to more diverse stand types with a high proportion of birch and Mountain ash, beside prevailing spruce, in the regeneration. These succession processes can be encouraged by silvicultural measures like soil preparation or regulation of the mature stands density. However, these processes do not result directly in the conversion of these forests into more naturally ocurring ones. Therefore, techniques favouring secondary succession must be supplemented by active silvicultural measures (e.g. advance planting).

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Copyright information

© Blackwell Wissenschafts-Verlag 1997

Authors and Affiliations

  • R. Küßner
    • 1
  1. 1.Institut fur Waldbau und ForstschutzTharandt

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