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Forstwissenschaftliches Centralblatt

, Volume 105, Issue 1, pp 86–98 | Cite as

Statistische Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Waldschäden und Radioaktivität

  • B. Bösch
  • H. Heugel
  • G. Kihm
Article

Zusammenfassung

Mit mehreren Modellansätzen der multiplen Regression wurde versucht, einen signifikanten Einfluß vermuteter radioaktiver Emittenten auf Waldschäden nach zuweisen. Die hierbei gewonnenen Ergebnisse bestätigen diese Hypothese nicht. In diesem Zusammenhang stellt sich allerdings die Frage, inwieweit es sinnvoll ist, komplizierte Kausalzusammenhänge mit Hilfe okular gewonnener stark streuender Daten zu analysieren. Im Gegensatz zur allgemeinen Problematik des Waldsterbens können bei der Untersuchung konkreter Emittenten, wie z. B. Kernkraftwerke, die möglichen Schadstoffe im allgemeinen exakter erfaßt werden. Ein gezielt kausales ausbreitungsmodell mit den tatsächlich gemessenen Schadfaktoren als Einflußgrößen würde die wissenschaftliche Interpretation möglicher Zusammenhänge erheblich vereinfachen und zu qualitativ besseren Ergebnissenn führen.

Mit den hier gemachten Aussagen kann das Thema Radioaktivität und Waldsterben sicher nicht abschließend beurteilt werden. Eine Entlastung der Kernkraftwerke kann nur dann erfolgen, wenn alle Verdachtsmomente durch weitere wissenschaftliche Untersuchungen ausgeräumt werden.

Statistical investigations into the relation between forest damages and radio activity

Summary

Using several model approaches of multiple regression, it was tried to prove a significant effect of suspected radioactive emitters on forest damages. Results obtained here do not confirm such hypothesis. In this connection the question arises indeed in how far it does make sense to analyse complicated causal relations by using highly variable data obtained from ocular observations. In contrast to the general problem of the forest decline, investigation of actual emitters as for example nuclear power plants make it generally possible to define the potential pollutants. A systematic causal dispersion model, using actually measured damage factors, would simplify scientific interpretation of possible relations considerably and lead to qualitatively better results.

With the assertions made here, the topic of radioactivity and forest decline certainly cannot be judged conclusively. The blame can only be taken away from nuclear power plants if all factors causing suspicion can be eliminated by further scientific research.

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Copyright information

© Verlag Parey 1986

Authors and Affiliations

  • B. Bösch
    • 1
  • H. Heugel
    • 1
  • G. Kihm
    • 1
  1. 1.Abt. Biometrie und InformatikForstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-WürttembergFreiburg

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