Research in Experimental Medicine

, Volume 94, Issue 1, pp 596–619 | Cite as

Beiträge zur physikalischen Chemie der Nierentätigkeit

  • C. Häbler
  • R. Günther
  • H. Scheiner
  • F. Wagner
  • J. Wörner
Article

Zusammenfassung

Unter physiologischen Bedingungen läßt sich aus den vergleichenden Untersuchungen von Nierenarterien und-venenblut und Urin keine eindeutige osmoregulatorische Tätigkeit der Niere erkennen. Der Gefrierpunkt des Nierenvenenblutes liegt teils höher, teils niedriger als der der Arterie, ganz gleich, ob dieser hoch oder niedrig ist und der Urin ist (wie normalerweise beim Hund) stets hypertonisch gegenüber dem Blut. Auch seine absoluten Werte zeigen kiinen eindeutigen Zusammenhang mit den Verdünnungen des Blutes.

Wird durch Infusion stark hypotonischer Lösungen der osmotische Druck des Blutes herabgesetzt, so zeigt sich wohl eine osmoregulierende Tätigkeit der Niere darin, daß der Gefrierpunkt des Nierenvenenblutes stets höher ist als der des arteriellen, aber der Urin bleibt noch immer hypertonisch gegenüber dem Blut, wenn auch seine absoluten Werte relativ niedrig sind. Erst wenn vorher größere Mengen hypotonischer Lösung subcutan infundiert werden, kann es zur Abscheidung hypotonischen Urins kommen. Es wird hieraus der Schluß gezogen, daß die Hauptarbeit der Osmoregulierung dem Bindegewebe zukommt und die Niere ihre Tätigkeit mehr den Bedürfnissen des Wassergleichgewichtes des Körper, als denen des osmotischen Druckes anpaßt. Erst wenn das Bindegewebe „beschlagnahmt ist”, tritt die osmoregulierende Tätigkeit der Niere stärker hervor.

Bei Infusion hypotonischer Säurelösungen versagt infolge der „Säurenschädigung” die osmoregulatorische Tätigkeit der Niere vollkommen.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1934

Authors and Affiliations

  • C. Häbler
    • 1
  • R. Günther
    • 1
  • H. Scheiner
    • 1
  • F. Wagner
    • 1
  • J. Wörner
    • 1
  1. 1.Physico-chemischen Laboratorium der Chirurgischen Universitätsklinik WürzburgWürzburgDeutschland

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