Über die Beeinflussung des Organismus durch intrapulmonale Farbstoff- und Fettinjektionen

  • Fu-hua Lü
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Zusammenfassung

  1. 1.

    Es wind ein Literaturstudium iiber die Resorption von intratracheal eingebrachten Flüssigkeiten gemacht, woraus hervorgeht, daß die Resorption von wäßrigen Lösungen in der Lunge au ßerordentlich schnell vor rich geht, noch schneller als durch die serösen Haute, fast so schnell wie bei der intravenösen Injektion. Es wird zurückgeführt auf die von Seemann betonte Tatsache der mangelhaften Auskleidung der Alveolen mit Epithelzellen.

     
  2. 2.

    Durch wiederholtes Farbstoffeinbringen in die Kaninchenlunge und daran anschließende Lungenödemerzeugung zwecks einer Mobilisierung der Alveolarepithelien, läßt rich feststellen, daß die sog. Alveolar epithelien, in ungeheurer Menge mit Farbstoff beladen and abgestoßen sind. Daneben befinden sich aber auch farbstofffreie, ähnlich beschaffene große Zellen frei in den Alveolen. Durch vergleichenden Lungenödemversuch, bei welchem die mesenchymalen histiocytaren Elemente durch wiederholte intravenöse Farbstoffeinspritzung markiert rind, läßt sich zeigen, daß these Zelle nur neuregenerierte Alveolarepithelien sein können, da eine Auswanderung von den mesenchymalen histiocytaren Elementen in die Lungenalveolen trotz Aktivierung nicht zu sehen ist. Somit wird die kiirzlich von Fried wieder verteidigte Ansicht der Mesenchymalabstammung der Alveolarepithelien abgelehnt.

     
  3. 3.

    Auch die kolloidgelösten Substanzen werden von der Lunge resorbiert. Es wird auf die Unbrauchbarkeit der von anderen Autoren in diesem Sinne angewandten EiweiB- and Stärkelösung and die Zweckmäßigkeit der Farbstoffeingießung hingewiesen.

     
  4. 4.

    Durch wiederholte intratracheale Einspritzungen von kolloidgelöster Farbstofflösung in die Kaninchenlunge wird eine allgemeine Farbstoffspeicherung, eine Vitalfarbung des Gesamtorganismus erzielt. Die Brauchbarkeit dieser Art der Vitalfarbung wird auch an der Uranvergiftung erprobt. Die Vorzüge and Nachteile der angewandten beiden Farbstoffe, Lithioncarmin and Trypanblau, werden besprochen.

     
  5. 5.

    Beim intratrachealen Einbringen von fein kolloidalgelöstem Cholesterin wird eine schon sehr friih einsetzende Fettablagerung in dem Reticuloendothelialsystem beobachtet. Es werden die verschiedenen Möglichkeiten der Verfettung des genannten Zellsystems, vor allem der Kupf ferschen Sternzellen besprochen. Es wird eine Resorption des Cholesterins, dessen Verseifung im Organismus vorauszusetzen ist, vermutet.

     
  6. 6.

    Beim Einbringen von einem äußerst fein emulgierten Fett wird außer einer Fetteinlagerung in das Reticulumendothelialsystem eine Fettembolie in den Lungengefäßen festgestellt. Die Moglichkeit einer spontanen Fettembolie konnte ausgeschlossen werden, so daß es als eine Resorptionserscheinung aufgefaßt werden muß.

     
  7. 7.

    Zum Vergleich wurde dieselbe Fettemulsion intravenös eingespritzt, und zwar in recht großen Mengen (bis 50 ccm). Es fällt dabei auf, daß es gar nicht zu einer Fettembolie gekommen ist, iiberhaupt war nur relativ wenig Fett in den Lungen zu finden. Die Hauptmasse wird in der Leber, Milz, aber auch in der Niere gefunden. Dieser Seemann wider-sprechende Befund, der mit noch feinerer disperser Fettlösung : Chole-sterinsol gearbeitet hat, wird zurückgeführt auf die Spezifität der Lunge als Abfangorgan fur bestimmte Fettstoffe, in diesem Fall eben das Cholesterin. Ferner wird die Landausche Arbeit in Erinnerung gebracht, und die Moglichkeit der Fettausscheidung aus der Niere besprochen und ibr auf Grund eigener Befunde an der Kaninchenniere zugestimmt.

     

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1934

Authors and Affiliations

  • Fu-hua Lü
    • 1
  1. 1.Pathologischen Institut der Universität Freiburg i. B.Freiburg i. B.Deutschland

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