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Research in Experimental Medicine

, Volume 94, Issue 1, pp 140–150 | Cite as

Untersuchungen über die Aktionsströme des menschlichen Herzens

VII. Mitteilung. Günstigste örtliche Ableitungen für die einzelnen Schwankungen des normalen Ekg und ihre Ergebnisse
  • Wilhelm Trendelenburg
Article

Zusammenfassung

Es werden aus densystematisch-ötlichen Ableitungen für die einzelnen Schwankungen desnormalen Ekg, sowie für das 1/r-Verhältnis,optimale Ableitungen angegeben und die gewonnenen Ergebnisse besprochen. DieSchwankung P läßt sich in Brustkreisableitung in maximaler Höhe oder in maximaler Aufspaltung darstellen. Maximale Aufspaltung von P wird ferner in unipolarer Herzkreisableitung und in Brust-Rückenableitung erhalten, aud zwar bis zu 4 Einzelzäckchen von P. DasIntervall P-Q ist nicht immer isoelektrisch, wie besonders die Ableitungen aus dem Herzkreis (oft auchEinthoven_Ableitungen) zeigen. DieSchwankung p kann angedeutet sein. Beides spricht dafür, daß die Tätigkeit der Vorhöfe nicht allein während der Zeitdauer von P erfolgt, oder nur durch P angezeigt wird, sondern sich bis Q erstreckt. DieSchwankung T ist bei Ableitung in der elektrischen Querachse (el QAT) gleich Null. Der Winkel zwischen elQAT und der gQA (geometrische Querachse), (elQAT), beiträgt normal durchschnittlich ziemlich genau 00 bei einer Fehlergrenze von etwa 50. Beim Sportherz wurde in einem Fall β zu −300 gefunden, ein Betrag, der ganz außerhalb der Fehlergrenze liegt. DieÜbergangsformen für T, mit langem und hoch anetzendem T, lassen sich im Brustkreis (bei etwa +200) sowie bei Brust-Rückenableitung und bei Herzkreisableitung regelmäßig erhalten. Die Schwankung U ist ebenfalls regelmäßig darzustellen, und zwar bei den Ableitungen, in denen T Übergangsform hat und besonders hoch ist. Die Schwankung U ist nicht an sich Ausdruck von Übertrainierung. Sie ist stets als normaler Bestandteil nachweisbar. Beziehung auf einen Basisvorgang (aktive Diastole?) liegt nahe. DasLinks- und Rechts-Ekg ist am besten aus dem Herzkreis bei unipolarer Ableitung zu berteilen. Es läßt sich aus den Höhen von T in den linken und rechten Ableitungen der l/r-Quotient (l/r-Quot.T) bilden, der normalerweise zwischen 1 und 4 liegt, bei “Überwiegen” der linken Kammer, so weit bisher angebbar, auf 10 und mehr steigen kann. Auch bei der Frage des Links- oder Rechts-Überwiegens müssen die Zeitverhältnisse (Kontraktionsdauer) berücksichtigt werden. Es werden schließlich diejenigen systematisch-örtlichen Ableitungen hervorgehoben, die voraussichtlich für diepraktische Elektrodiagnostik des Herzens vorzugsweise in Frage kommen, gewissermaßen als Stichproben zur Beurteilung des Gesamtgeschehens der Erregungsvorgänge im Herzen.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1934

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Trendelenburg
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität BerlinBerlinDeutschland

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