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Research in Experimental Medicine

, Volume 94, Issue 1, pp 76–83 | Cite as

Über die Norm des Harnsäurespiegels im Blute

  • Günter Schmidt
Article

Zusammenfassung

Im Blute wird nach der Methode vonMorris undMacleod mit Enteiweißung nachFolin undWu der Harnsäurewert der Norm aus 2000 entsprechend ausgewählten Harnsäurebestimmungen mit 3,53 mg-% gefunden, während aus 4268 keiner Auswahl unterworfenen Blutharnsäurebestimmungen der Mittelwert 4,28 mg-% beträgt. Die Grenzen der Breite der Norm sind die Werte 2,085 mg-% und 4,967 mg-%. Der mittlere Fehler des Mittelwertes beträgt 0,161 mg-%=5,58% der Breite der Norm.

Die weitere Bestimmung des Blutharnsäurespiegels bei einer Anzahl von Erkrankungen zeigt hier ein verschiedenartiges Verhalten desselben. So zerfallen die Erkrankungen des uropoetischen Systems in 2 Gruppen, die sich bezüglich des Blutharnsäurespiegels entgegengesetzt verhalten. Ähnlich stehen sich von den Gelenkerkrankungen die Arthritis urica und Arthritis rheumatica gegenüber. Eine weitere Gruppe bilden die Erkrankungen, die die Situation der Arteriosklerose und vor allem der Arteriolosklerose bedingt, bei denen der Blutharnsäurespiegel erhöht ist. Hierbei ist die Harnsäureüberladung des Blutes bei der Coronarsklerose noch höher als bei der Manifestation des sklerotischen Prozesses an den Nierengefäßen. Die niedrigsten Werte finden sich bei Akromegalie und Leberatrophie, während der höchste Mittelwert wie auch der höchste Blutharnsäurewert überhaupt bei der Urämie erreicht wird.

Ein Vergleich der Methoden vonMorris undMacleod und vonThannhauser an nach beiden Methoden ceteris paribus bestimmten Werten zeigt, daß die Methode nachThannhauser im allgemeinen wesentlich niedrigere Werte ergibt.

Ein Vergleich der Blutharnsäurewerte in Serum und Plasma des gleichen Blutes vor und nach Zusatz von Harnsäure and mehreren Fällen nach den Methoden vonMorris undMecleod und vonThannhauser ergibt, daß die zu dieser Arbeit benutzte Methode der Blutharnsäurebestimmung nachMorris undMacleod im Serum den größeren Fehler aufweist. Danach findet man außer der zugefügten Harnsäuremenge noch 9% zu viel wieder. Bei der Bestimmung nachThannhauser im Plasma wird von der zugefügten Harnsäuremenge 2% zu wenig gefunden. Für die nachMorris undMacleod erhaltenen Werte ist daher eine Reduktion gemäß dem größeren Fehler erforderlich.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1934

Authors and Affiliations

  • Günter Schmidt
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitätsklinik Halle a. S.Halle a. S.Deutschland

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