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Über die isolierten Querfortsatzbrüche der Wirbelsäule mit besonderer Berücksichtigung ihrer Entschädigung in der Reichsunfall versicherung

  • Fritz Linow
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Zusammenfassung

Der isolierte Lendenwirbelquerfortsatzbruch ist der einzige isolierte Querfortsatzbruch der Wirbelsäule, der praktisches Interesse hat, weil die anderen isolierten Querfortsatzbrüche ausgesprochene Raritäten sind.

Als Ursache spreche ich unter Zugrundelegung des Materials des Krankenhauses Bergmannstrost die direkte Gewalteinwirkung an.

Das einzige für die isolierte Lendenwirbelquerfortsatzfraktur typische klinische Symptom ist das Payrsche Phänomen: Das Rumpfneigen nach der gesunden Seite ist stärker behindert als nach der kranken Seite. In zweiter Linie kommt der lokalisierte Druckschmerz. Äußere Zeichen einer Verletzung brauchen nicht vorhanden zu sein.

Das Bild der isolierten Lendenwirbelquerfortsatzfraktur wird durch die Ercheinung ihrer Komplikationen in 1/3 der Fälle beeinflußt: Skoliose, Affektionen des Rückenmarks, der Niere, der Rippen und andere Nebenverletzungen.

Die sichere Diagnose der isolierten Lendenwirbelquerfortsatzfraktur wird in jedem Fall aber erst durch das Röntgenbild gestellt. Es ist daher bei entsprechender Anamnese und Befund nicht zu versäumen!

Die Behandlung besteht in 3 Wochen Bettruhe und anschließend in funktioneller Behandlung.

Nach 2–21/2 Monat ist das Heilverfahren beendigt und die Patienten verrichten in 2/3 der Fälle wieder ihre alte Arbeit. Jedoch macht der Schaden infolge des Unfalles dennoch bei 2/3 auch eine etwa 15%ige Rente notwendig für die nächsten zwei Jahre.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1930

Authors and Affiliations

  • Fritz Linow
    • 1
    • 2
  1. 1.Krankenhaus “Bergmannstrost”Halle a. S.
  2. 2.Dresden

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