Schweizerische Zeitschrift für Hydrologie

, Volume 11, Issue 3–4, pp 411–422 | Cite as

Einige Bemerkungen zur Systematik und Tiergeographie der Diaptomiden Nordamerikas

  • V. Brehm
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Zusammenfassung

Während für die östliche Halbkugel und Südamerika bereits durchKiefer eine systematische Bearbeitung der Diaptomidenfauna besorgt wurde, fehlte bisher die Möglichkeit, die Diaptomiden Nordamerikas unter den gleichen Gesichtspunkten zu betrachten. Zwei Arbeiten, dieLight Kürzlich veröffentlicht hat, bieten endlich die Möglichkeit, die Diaptomiden Nordamerikas in tiergeographische Überlegungen einzubeziehen. Auf der atlantischen Seite zeigt sich ein teilweises Übergreifenidentischer Spezies zwischen Amerika und Europa, wenn wir den äußersten Norden in Betracht ziehen. Weiter südwärts treten zu beiden Seiten des Atlantiks verschiedeneSubgenera auf, über deren verwandtschaftliche Beziehungen nur Vermutungen geäußert werden können. Auf der südlichen Halbkugel steigern sich die Divergenzen, so daß in Südafrika und im südlichen Südamerika verschiedeneGattungen bzw.Familien einander gegen überstehen. Während das östliche Südamerika vom Norden bis zum La Plata noch von Diaptomiden eingenommen wird, so wie der korrespondierende Teil von Afrika, leben südlich von La Plata Boeckelliden, die auch den ganzen gebirgigen Westen des Kontinents innehaben und über die Antarktika in den australischen Sektor vordringen. Ihnen stehen auf afrikanischer Seite die von den Diaptomiden im engeren Sinne stark abweichenden GattungenParadiaptomus, Metadiaptomus bzw.Lovenula (Parabroteas) gegenüber. Die vom Norden nach Süden zunehmende Divergenz der Verwandtschaft steht mit der AuffassungWegeners im Einklang, da\ während langer geologischer Zeiträume das Aufrei\en der atlantischen Spalte in der Richtung von Süd nach Nord stattgefunden habe, da\ also Südafrika und Südamerika schon seit dem Mesozoikum keinen Kontakt mehr hatten, während im Bereich des nördlichen Eismeers die Verbindung beider Kontinente noch ins Glazial hineinreichte. Eher etwas reichlicher sind die Übereinstimmungen zwischen der pazifischen Seite Amerikas mit dem entsprechenden Teil Asiens, was mit der fast noch rezenten Verbindung beider Teile im Bereich der Beringstraße zusammenhägen mag. Die Beziehungen Nordamerikas zu Südamerika sind hinsichtlich der Diaptomidenfauna noch nicht hinlänglich geklärt, da das nördliche Südamerika, Zentralamerika und die Antillen nur unzulänglich durchforscht sind. Doch dürfte der Unterschied sehr kraß sein, da bisher keine sichere gemeinsame Form bekanntgeworden ist. Die Beurteilung der verwandtschaftlichen Verhältnisse unterliegt noch einer begreiflichen Skepsis, da die «tiergeographische Valenz» der zur Anwendung kommenden Speziesmerkmale oft strittig ist, was an etlichen speziellen Fällen erörtert wird.

Summary

Some short papers have recently been published byLight in which he deals with the diaptomid fauna of the U.S.A. after the model ofKiefer's investigation of extinct diaptomids. These papers provide an opportunity for considering American diaptomids in the light ofWegener's theory of the displacement of continents. In the case of the northern speciesminutus andcastor there is a mutual encroachment on both continents, and, as these two species are not circumpolar—asLight erroneously supposes—this fact can be interpreted inWegener's sense. The abnormal distribution of thesarsi species is regarded as probably due to passive spreading, which is borne out by the fact that in the unexpected localities the diaptomids are found in basins of botanical gardens where exotic plants are grown. According toWegener's theory closely related instead of identical species should occur in the middle latitudes of the northern hemisphere. Whether this is actually the case can only be decided when the phyletic value of certain characteristics has been more clearly established. This problem is discussed with reference to the hypothetical relations betweendiaptomus incrassatus and theoregonensis group, as well as to several other cases. In accordance with the theory the differences between extinct and recent diaptomids increase as one moves southward. A short description of conditions in South America will be found in a manuscript about to be published in Argentina, and a cartographical representation of those of North America, which have been briefly mentioned above, is contained in a recently published paper:Brehm, V.,Reflexiones sobre relaciones zoogeograficas de la fauna de agua dulce de la peninsula Iberica (Publ. Instituto de Biologia aplicada, Barcelona 1948).

Mitteilung aus der Biologischen Station Lunz

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Bibliographie

  1. 1).
    Kiefer,Über die Systematik der südamerikanischen Diaptomiden, Zool. Anz.116 (1936).Google Scholar
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    Brehm, Zool. Anz.132 (1940).Google Scholar

Copyright information

© Verlag Birkhäuser 1949

Authors and Affiliations

  • V. Brehm

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