Fühner-Wieland's Sammlung von Vergiftungsfällen

, Volume 7, Issue 1, pp A153–A156 | Cite as

Akute Formalin-Vergiftung (Selbstmord)

  • S. Scheidegger
Vergiftungsfälle
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Zusammenfassung

Ein 35jähriger Mann stirbt kurze Zeit nach Einnahme einer relativ geringen Menge 40proz. Formalins. Klinisch kommt es zu einem Schweißausbruch, starken Veränderungen des Pulses, Coma, anfänglich auch zu Erregungszuständen. Pathologisch-anatomisch liegt eine Hyperämie der inneren Organe vor, akutes Lungenemphysem und Ödem. Der Magen und der Ösophagus sind durch das Formaldehyd gehärtet und erscheinen fest fixiert, ohne tiefere Nekrosen oder Ulzerationen. Entzündliche Reaktionen an den Organen lassen sich nicht feststellen.

Das Gehirn zeigt starke Schwellung, besonders im Kleinhirn, mit Zeichen einer Kleinhirntamponade. Es finden sich hier Rindenerbleichungen und frische Ganglienzelluntergänge. Die Schädigung ist außer im Kleinhirn fast nur in der Brücke und im verlängerten Mark festzustellen. Es besteht die Möglichkeit einer besonderen Kleinhirnschädigung durch das Formaldehyd. Der Tod ist in diesem Fall als zentraler Tod durch Atemlähmung aufzufassen.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1936

Authors and Affiliations

  • S. Scheidegger
    • 1
  1. 1.Pathologisch-anatomischen Anstalt der Universität BaselBaselSchweiz

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