Fühner-Wieland's Sammlung von Vergiftungsfällen

, Volume 12, Issue 1, pp A125–A132 | Cite as

Ein Fall von tödlicher medizinaler Pantocain-Vergiftung durch Infiltrationsanästhesie

  • Wilhelm Doerr
Vergiftungsfälle
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Zusammenfassung

Es wurde über einen Fall einer tödlichen medizinalen Pantocainvergiftung bei einem 21 jährigen Manne berichtet, der durch 17 cm3 einer 0,5proz. Pantocainlösungen (Bayer) anläßlich einer zum Zwecke einer Leistenbruchoperation versuchten Infiltrationsanästhesie verursacht worden ist.

Das Besondere des Falles liegt in der tödlichen Wirkung der frisch bereiteten wäßrigen Pantocainlösung bei nur 5facher Überschreitung der empfohlenen Konzentration und bei geringer Gesamtmenge (17 cm3). Eine organische Grundkrankheit und ein Injektionsfehler (Luftembolie oder intravenöse Injektion) konnten ausgeschlossen, eine etwa vorgelegene individuelle Überempfindlichkeit gegenüber Pantocain unwahrscheinlich gemacht werden. Auf das Fehlen des empfohlenen Adrenalizusatzes wurde hingewiesen.

Pathologisch-anatomisch handelte es sich um eine toxisch bedingte Endothelläsion vorwiegend der Hirnkapillaren (Dysorie Schürmanns). Das so entstandene Hirnödem war als Todesursache aufzufassen.

Schrifttum

  1. Gehes Kodex. Dresden (1937), Schwarzeck-Verlag.Google Scholar
  2. Schoen, Ferdinand: Wien. klin. Wschr. 21, 1 (1939).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1943

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Doerr

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