Anzeiger für Schädlingskunde

, Volume 38, Issue 11, pp 167–173 | Cite as

Untersuchungen über die Wirkung der Flächenspritzmittel Toxaphen und Endrin bei Hauskaninchen und weißen Mäusen

  • Gerhard Weigand
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Zusammenfassung

In Versuchen, die bis zu 21 Wochen dauerten, wurde mit Toxaphen und Endrin behandeltes Gras, das teilweise in siebentägigem Abstand gespritzt worden war, an Kaninchen verfüttert. Die Tiere befanden sich z. T. während der Dauer des ganzen Versuches ständig auf den mit den Präparaten behandelten Parzellen. Neben einer anfänglichen Gewichtsabnahme, die aber durch den Übergang von der Stallhaltung zur Freilandhaltung bedingt war, konnte bei allen Tieren keine auffallende Veränderung festgestellt werden.

Die Repellentwirkung der Wirkstoffe Toxaphen und Endrin bestätigte sich immer dann, wenn den Kaninchen zum erstenmal behandeltes Futter vorgelegt wurde, das nur zögernd angenommen wurde.

Eine achtfache Überkonzentration von Toxaphen und Endrin verursachte bei Toxaphen nur Fieber des Tieres und bei Endrin typische Vergiftungserscheinungen, die aber nach vier Tagen durch Verabreichung von unbehandeltem Futter wieder behoben waren.

Durch die ständige Fütterung von behandeltem Gras wurde die Fertilität der Kaninchen beeinflußt. Keine der Häsinnen wurde trächtig.

Zur Beurteilung der Giftigkeit eines Pflanzenschutzmittels dürfen die in der Natur auftretenden Krankheiten nicht übersehen werden. In unseren Versuchen gingen drei Kaninchen von den Toxaphenparzellen ein. Mit Sicherheit konnte Coccidiose bei zwei Tieren als Todesursache nachgewiesen werden.

Untersuchungen, ob das Blutbild durch Toxaphen und Endrin quantitativ verändert wird, verliefen negativ.

Versuche mit weißen Mäusen ergaben, daß das Blutbild keine Veränderung erfährt, daß aber wie bei den Kaninchen Fertilitätsstörungen auftreten. Die Vitalität der Jungen war bei Endrin geringer als bei Toxaphen.

Eine Gewöhnung der Mäuse an Toxaphen und Endrin ist vorhanden.

Summary

In experiments which lasted up to 21 weeks, grass prepared with Toxaphen and Endrin, which partly had been squirted in intervals of seven days, was given as feeding to rabbits. During the whole time of the experiment the animals steadily have been on the lots prepared with those preparations. Beside of an initial loss in weight which was, however, caused by the change from keeping them caged to keeping them in field, one could not state a striking change among all animals.

The repellency of the substances Toxaphen and Endrin was always confirmed then, when prepared food was given to the rabbits for the first time, which was only hesitatingly accepted by them. An eightfold overconcentration of Toxaphen and Endrin — concerning Toxaphen caused only fever of the animals, concerning Endrin typical symptoms of poisoning which, however, were removed after 4 days by giving unprepared food.

In the consequence of the permanent feeding of prepared grass the fertility of the rabbits was affected. No one of the female became pregnant.

Judging the toxic effect of a plant-protection-preparation the illnesses being in nature should not be overlook. During our trials three of twelve rabbits died on the Toxaphen lots. It is guaranteed, that two of these treated animals died of Coccidiose.

Researches, whether the blood was quantitatively changed by Toxaphen and Endrin took a negative course.

Experiments by means of white mice showed, that the blood is not affected by a change, that however, there appear fertility-disturbances as with the rabbits. The vitality of the young ones has been diminished more by using Endrin than using Toxaphen.

An accustoming of the mice to Toxaphen and Endrin is existing.

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Copyright information

© Verlag Paul Parey 1965

Authors and Affiliations

  • Gerhard Weigand

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