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Zeitschrift für Kinderheilkunde

, Volume 44, Issue 5–6, pp 556–575 | Cite as

Über Einflüsse der Ernährung und der Umwelt auf wachsende Tiere. II. Depot- und Zellfett

  • Ph. Bamberger
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Zusammenfassung

Im Rahmen der Grundfragestellung, ob teleologisch gedacht, die Natur dem rasch wachsenden Säugetier aus dem Grunde eine artgleiche Nahrung gibt, weil sich etwa rasch wachsende Gewebe dem Angebot ungewohnter Quantitäten oder Qualitäten in einer artfremden Nahrung nicht zu erwehren vermögen und weil etwa auch bei artfremder Nahrung die Körperzusammensetzung ebenso wie bei arteigener, analog Bunges Befunden die Züge des Nahrungsgemisches annimmt, wurde nach Beziehungen von Nahrungs-, Depot- und Zellfetten gesucht.

Es wurde zur Beantwortung dieser Frage eine neue Methode der Fettextraktion aus Körpergeweben ausgearbeitet, welche die chemische Struktur der Fette unverändert erhält und die quantitative Ausbeute, gegenüber den Fehlern von 20–30% der alten Methoden auf einen solchen von 2% reduziert. (Biochemische Zeitschrift 271.)

Es wurde eine neue Methode zur rationellen Charakterisierung der Fette mittels Kennzahlen angegeben. (Biochemische Zeitschrift 19272.) Es wurde festgestellt, daß bei Verfütterung verschiedener Fette, verschiedener Kohlehydrat- oder Eiweißmengen und verschiedener Umweltsbedingungen die Qualitäten des Depot- und Zellfettes bei edelrassigen Geschwistertieren gesetzmäßig differieren.

Als einflußreichster Faktor für die Qualität der Zellfette erwieß sich der Gehalt des Nahrungsfettes an flüchtigen wasserunlöslichen Fettsäuren. Gleichgültig, ob die verfütterte höhere Menge wasserunlöslicher Fettsäuren zusammen mit viel Eiweiß oder viel Kohlehydraten geschah, gleichgültig unter welchen Umweltsbedingungen die Tiere aufwuchsen, wo höhere Mengen flüchtiger wasserunlöslicher Fettsäuren verfüttert wurden, fanden sich in den Depot-und den Zellfetten aller Organsysteme ohne Ausnahme höhere Werte an flüchtigen wasserunlöslichen Fettsäuren als in den Geweben solcher Tiere, deren Nahrungsfett geringere Mengen flüchtiger wasserunlöslicher Fettsäuren enthielt.

Die Analysenwerte der beiden nicht gedeihenden Tiere des Versuchs fallen aus dem Rahmen der Analysenwerte der 12 gedeihenden Tiere heraus und zeigen in viel höherem Maße als dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit entspricht Extrem-Ausschläge in ihren Analysenwerten. Damit wird der Beweis erbracht, daß die Analysenwerte der gedeihenden Tiere mit deren Gedeihen und die abwegigen Analysenwerte der nicht gedeihenden Tiere mit deren Kümmerwuchs in Beziehung gebracht werden müssen.

Daraus folgt, daß ein Angebot ungewohnter Mengen bestimmter Nahrungsfaktoren und die darauf folgende Anhäufung bestimmter Nahrungsfaktoren in den Zellen zur biologischen Minderwertigkeit artfremder Nährgemische beitragen.

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Literaturverzeichnis

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    Neue Methoden zur Lösung dieser beiden Probleme werden in zwei demnächst erscheinenden Arbeiten in der biochemischen Zeitschrift veröffentlicht.Google Scholar
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    Über eine rationelle Charakterisierung der Fette mittels Kennzahlen.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1927

Authors and Affiliations

  • Ph. Bamberger
    • 1
  1. 1.Univ.-Kinderklinik GreifswaldGreifswaldDeutschland

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