Zeitschrift für Kinderheilkunde

, Volume 63, Issue 6, pp 697–710 | Cite as

Über die „Poliomyelitis superior”

  • K. Schott
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Zusammenfassung

Die Poliomyelitis superior im SinneWickmans als zusammenfassender Begriff für jene die oberen Teile des Zentralnervensystems befallenden Poliomyelitiserkrankungen ist auf Grund des Epidemiogramms vonde Rudder zu unterteilen in
  1. 1.

    Fälle mit cerebraler Lähmung (Hirnnerven- und spastische Lähmungen). Die immer noch umstrittene „PolioencephalitisStrümpell” gehört hierher.

     
  2. 2.

    Fälle mit encephalitischer bzw. meningoencephalitischer Form des akuten Stadiums („Encephalitis bzw. Meningoencephalitis poliomyelitica”).

     

Die überwiegende Mehrzahl isolierter Facialislähmungen im Kindesalter gehört zweifellos zur ersten Gruppe, wenngleich das seltene Vorkommen anderer Ätiologien nicht ganz von der Hand zu weisen ist. ZurStrümpellschen Polioencephalitis mit spastischer Halbseitenlähmung werden zwei einschlägige Fälle klinisch mitgeteilt.

Bei derencephalitischen Form der Poliomyelitis lassen sich zwei verschiedenartigste klinische Bilder unterscheiden. Von spinalparalytischen Formen führen übergänge zu solchen, dievon einer Encephalitis anderer Ätiologie-klinisch nicht zu unterscheiden sind. Sie könnenentweder unter dem klassischen Bilde der Poliomyelitis mit meist spinalen Lähmungen beginnen und im weiteren Verlauf encephalitisch werden,oder sie setzen akut mit encephalitischen Symptomen ein und bleiben dann aller Voraussicht nach frei von spinalen Paralysèn. Kombinationen mit verschiedensten cerebralen Lähmungen kommen vor. Die Häufigkeit der encephalitischen Formen scheint starken zeitlichen und örtlichen Schwankungen zu unterliegen. Bemerkenswert ist die verhältnismäßige prognostische Gutartigkeit auch schwerster encephalitischer Erkrankungen dieser Art.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1943

Authors and Affiliations

  • K. Schott
    • 1
  1. 1.Universitäts-Kinderklinik Frankfurt a. M.Frankfurt a. M.Deutschland

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