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Die Kammerprogression der Foraminiferen als Parallele zur HÄutungsprogression der Mantiden

  • Hans Przibram
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Zusammenfassung

  1. 1)

    Die progressive Grö\enzunahme der nacheinander von der Foraminifere angebauten Kammern ergibt für den Durchschnitt analoger linearer Dimensionen 1,267, eine Zahl, welche der dritten Wurzel aus 2 (= 1,26) sehr nahe kommt.

     
  2. 2)

    Daraus lÄ\t sich unter der Voraussetzung der Beibehaltung Ähnlicher Form und Beteiligung der ganzen Sarkode an jedem Kammerbau schlie\en, da\ die Volum- und mit ihr die Massenzunahme des Tieres vom Aufbau einer Kammer bis zum Aufbau der nÄchsten in der dritten Potenz dieser Zahl, also fast genau durch Verdopplung erfolgt.

     
  3. 3)

    Messungen der Schalendicken aufeinander folgender Schalen ergeben einen Durchschnitt von 1,29, der also auch nur wenig von der dritten Wurzel aus 2 abweicht.

     
  4. 4)

    Daraus lÄ\t sich wieder der Schlu\ ableiten, da\ die Masse der abgeschiedenen Schale von Kammer zu Kammer eine Verdopplung erfÄhrt.

     
  5. 5)

    In allen diesen Punkten finden wir eine Parallele zu den Wachstumsquotienten der GottesanbeterinSphodromantis bioculata von HÄutung zu HÄutung und von Haut zu Haut.

     
  6. 6)

    Unterschiede liegen darin, da\

    1. a)

      bei den Foraminiferen die neu zugebauten Schalen im Zusammenhang mit den alten bleiben und meist (aber nicht immer! —Hormosina) das Tier die alten mitbewohnt, wÄhrend die Mantiden bei jeder HÄutung die Haut ganz abwerfen;

       
    2. b)

      die Foraminiferen als einzellige Wesen die Verdopplung des Volumens nicht durch Teilung jeder Zelle unter Ausbildung von Zellgrenzen und nachherigem Anwachsen jeder Zelle zur ursprünglichen Grö\e durchführen können (doch findet vor den Kammerzubauten Fragmentierung der Kerne statt! —Orbitolites u. a.).

       
     
  7. 7)

    Die ErklÄrung für das periodische Eintreten physiologischer ZustÄnde, welche mit Notwendigkeit einen Neubau doppelter Grö\e aufführen, kann in beiden FÄllen in der Kernplasmarelation gefunden werden.

     

Diese mu\ sich mit dem zunehmenden Wachstum zu ungunsten des Kernes verschieben und führt bei einem bestimmten Grö\enverhÄltnis zwischen dem Kern und dem von ihm beherrschten Plasmabezirke zur Teilung; nun wird jedesmal wieder das VerhÄltnis für eine neue Teilung erreicht sein, wenn jedem Kern wieder dieselbe Plasmamenge zur Verfügung steht; für zwei Kerne wird dies also die doppelte Masse sein, sohin stets die Verdopplung der Masse einen neuen Teilungsschritt abschlie\en (vorausgesetzt, da\ die Teilung aller Kerne synchron erfolgt).

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Copyright information

© Verlag von Wilhelm Engelmann 1913

Authors and Affiliations

  • Hans Przibram
    • 1
  1. 1.Biologischen Versuchsanstalt in Wienösterreich

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