Archives of Gynecology and Obstetrics

, Volume 254, Issue 1–4, pp 1323–1328 | Cite as

Laparoskopische Therapie der Eileiterschwangerschaft mit Prostaglandinen

  • R. Deckardt
Geburtshilfe Prostaglandine In Der Geburtshilfe
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Zusammenfassung

19 Patientinnen mit laparoskopisch gesicherter Eileiterschwangerschaft (EU) und gleichbleibenden oder ansteigenden Serum β-HCG Werten wurden im Rahmen einer prospektiven Studie mir Prostaglandinen behandelt. Die Patientinnen erhielten laparoskopisch mit Hilfe einer 22 Gauge Spinalnadel 5 mg Prostaglandin F2α (1 ml in 9 ml physiologischer Kochsalzlösung) in die Eileiterschwangerschaft injiziert. Postoperativ erhielten 15 dieser Patientinnen zusätzlich am ersten, zweiten und dritten postoperativen Tag je 500 µg SulprostonR intramuskulär. Die Behandlung galt als erfolgreich, wenn nach Prostaglandingabe die Serum β-HCG Werte unter die Nachweisgrenze von 5 mU/ml abfielen und auf Grund der Eileiterschwangerschaft bzw. einer damit im Zusammenhang stehenden Komplikation, keine weitere operative Intervention erforderlich war. 12 Patientinnen wurden erfolgreich behandelt. Eine dieser Patientinnen wegen einer EU 36 Tage vor der neuerlichen stationären Aufnahme laparotomiert und salpingotomiert worden. Sie klagte bei der Aufnahme über ziehende Unterbauchbeschwerden. Laborchemisch zeigte sich ein Anstieg ihrer β-HCG Werte. Sechs Patientinnen wurden wegen ansteigender β-HCG Werte nach Prostaglandingabe laparotomiert und salpingotomiert. Bei keiner der behandelten Patientinnen kam es durch die Gabe von Prostaglandin F2α zu einer intra- oder postoperativen Komplikation. Eine Patientin wurde am zweiten postoperativen Tag auf Grund klinischer Schmerzsymptomatik nach Sulprostongabe explorativ laparotomiert. Intraoperativ konnte kein pathologischer Befund erhoben werden. Diese Patientin wurde aus der Studie ausgeschlossen. In der Gruppe der erfolgreich behandelten Patientinnen (n=12) wiesen 11 von 12 β-HCG Werte<2500 mU/ml, während in der Gruppe der nicht erfolgreich behandelten Patientinnen (n=6) vier von sechs Patientinnen β-HCg Werte>2500 mU/ml aufwiesen. Die Gabe von SulprostonR hatte keinen Einfluß auf den Erfolg oder Mißerfolg der Therapie. Die Durchschnittliche Dauer des β-HCG Abfalls bis auf 10% des Ausgangswertes in der Gruppe der efrolgreich behandelten Patientinnen betrug 15,2 ± 7,23 Tage (x ± S.D.). Drei Menstruationszyklen nach Prostaglandingabe wurde bei sechs der 12 erfolgreich behandelten Patientinnen eine Hysterosalpingografie durchgeführt. Eine Patientin konnte wegen einer kurz nach der Therapie aufgetretenen intrauterinen Schwangerschaft nicht hysterosalpingografiert werden, drei Patientinnen lehnten den Eingriff ab, zwei Patientinnen hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung noch weniger als die vereinbarten drei Zyklen in Anschluß an die Prostaglandingabe.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1993

Authors and Affiliations

  • R. Deckardt
    • 1
  1. 1.Frauenklinik und Poliklinik der Technischen Universität München, Klinikum rechts der IsarMünchen

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