Zeitschrift für Kinderheilkunde

, Volume 58, Issue 6, pp 726–738 | Cite as

Über die Besonderheiten der Salz- und Wasserverteilung im Säuglingskörper

  • E. Kerpel-Fronius
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Der höhere Chlor, Natrium und Wassergehalt, sowie der niedrigere Eiweiß-, Reststickstoff und Kaliumgehalt des Muskels des Neugeborenen ist der Ausdruck einer von der Muskulatur des Erwachsenen unterschiedlichen Wasserverteilung in diesem Organ.

     
  2. 2.

    Der totale Wassergehalt des Muskels pro 1 g Eiweiß nimmt während des Wachstums gewaltig ab. Diese Wasserverarmung bedeutet jedoch nicht eine Abnahme der Wasserbindung des Eiweißes, da die Menge des eigentlichen Zellwassers pro Gramm Eiweiß während des Wachstums nahezu konstant bleibt. Die Wasserverarmung des Muskels geht ausschließlich auf Kosten des Interstitialwassers des Muskels. Der Muskel des Neugeborenen besitzt daher eine an den Ödemzustand des Erwachsenen lebhaft erinnernde Wasserverteilung.

     
  3. 3.

    Der gegenüber dem Erwachsenen bedeutend größere Reichtum des Neugeborenenkörpers an extracellulärem Wasser wird dadurch bedingt, daß einerseits die Hauptspeicher des extracellulären Wassers hier einen höheren Prozentsatz des gesamten Körperwassers einnehmen, andererseits enthält die Muskulatur prozentuell mehr Interstitialwasser als beim Erwachsenen.

     

Der an den ödemzustand des Erwachsenen erinnernde Reichtum des Säuglingskörpers an extracellulärem Wasser mag zur Hydrolabilität des Säuglingsalters nahe Beziehungen haben.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1937

Authors and Affiliations

  • E. Kerpel-Fronius
    • 1
  1. 1.Universitätskinderklinik BudapestBudapestUngarn

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