Zeitschrift für Kinderheilkunde

, Volume 55, Issue 1, pp 101–111 | Cite as

Beiträge zur Pathogenese des Säuglingsdurchfalls

I. Mitteilung
  • H. Langer
  • I. Pipirs
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Zusammenfassung

Es wird gezeigt, daß es bei eiweißreichen, sauren Milchnahrungen zu einer Entmischung des Mageninhalts kommt, indem der Eiweißanteil der Nahrung den Magen langsamer verläßt als die löslichen Kohlehydrate. Diese Entmischung des Mageninhalts ist bei Halbmilch und bei Vollmilch nicht ausgeprägt, sie wird aber bei Vollmilch bereits durch Zuckeranreicherung verstärkt, bei Frauenmilch ist die nur beim älteren Säugling nachweisbar. Die Entmischung wird durch Fettanreicherung der Milchnahrung aufgehoben, so daß es hier bei gleichzeitiger Verlangsamung der Magenentleerung zu einer Stagnation des gesamten Mageninhalts kommt.

Die Magenverweildauer der Nahrung hat die Aufgabe, die Entmischung der Nahrung zu fördern. Mangelhafte Entmischung einer Milchnahrung stellt einen wesentlichen Faktor in der Pathogenese des Durchfalls dar; durch sie wird dem Dünndarm ein Chymus zugeführt, der das Wachstum der pathologischen Dünndarmflora begünstigt. Verbindet sich mangelhafte Entmischung mit einer Verlängerung der Magenverweildauer (bei fettangereicherter Nahrung), so kommt es zur Stagnation des gesamten Mageninhalts, mit der bereits im Magen die Voraussetzungen bakterieller Zersetzungen gegeben sind. Die Förderung der Entmischung im Magen bezeichnet den Heilwert einer antidyspeptischen Kost und damit das Ziel diätetischer Maßnahmen, mit denen der Dyspepsiebereitschaft entgegengewirkt wird.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1933

Authors and Affiliations

  • H. Langer
    • 1
  • I. Pipirs
    • 1
  1. 1.Kaiserin Auguste Victoria-HausBerlin-Charlottenburg

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