Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten

, Volume 118, Issue 6, pp 724–737 | Cite as

Zur Frage der James'schen Sporozoitentheorie

  • Heinrich Ruge
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Annahme vonJames: Eindringen der Sporozoiten in das Reticuloendothel, Umwandlung der Sporozoiten daselbst in andere Formen (Merozoiten?) und erst hiernach Befall der roten Blutkörperchen findet auf Grund meiner Untersuchungen an 33 sorgfältig beobachteten Kranken, die mit Blutmalaria infiziert waren, eine indirekte Stütze.

     
  2. 2.

    Des weiteren wird diese Hypothese dadurch gestützt, daß sich die Inkubationszeit der Tertiana nicht durch mehrfaches Stechenlassen oder massenhaftes Einbringen von Sporozoiten in die Blutbahn verkürzen läßt — im Gegensatz zur Blutimpfmalaria, wo man durch die entsprechende Einverleibungsart und vermehrte Parasitenmengen die Inkubationszeit beeinflussen kann.

     
  3. 3.

    Im gleichen Sinne sprechen auch 2 Fälle, bei denen es nach vorhergehender massenhafter Infektion des Reticuloendothels mit Sporozoiten trotz für den Normalfall ausreichender Behandlung zu zahlreichen Rückfällen kam, obgleich die Arzneimittelmengen bereits beim rrsten Rückfall wesentlich gesteigert worden war.

     
  4. 4.

    Auch die Erfolge der neuzeitlichen Malariabehandlung mit Atebrin-Plasmochin (Vermeidung der Rückfälle), sprechen offenbar für die Sporozoitentheorie und lassen die Vermutung gerechtfertigt erscheinen, daß es sich bei diesen beiden Mitteln um eine kausale Wirkung auf die Sporozoiten handelt.

     

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Schriftennachweis

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1936

Authors and Affiliations

  • Heinrich Ruge
    • 1
  1. 1.Hygienischen Abteilung des Sanitätsamtes der Marinestation der OstseeKiel

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