Über das unterschiedliche Inhibitionsvermögen (keimwachstumhemmende Vermögen) lebender (überlebender, absterbender) Oberflächen, demonstriert an excidierten Stücken Haut, Schleimhaut, Pleura, Peritoneum und Aorta von Kaninchen

  • Hermann Dold
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Es wurde das Inhibitionsvermögen (keimwachstumhemmende Vermögen) verschiedener lebender (überlebender) Oberflächen gegenüber B. prodigiosum geprüft, indem bei frisch getöteten Kaninchen Stücke von Haut, Schleimhaut (Trachea), Pleura, Peritoneum und Aortenintima excidiert und in gleicher Weise mit gleichen Mengen von B. prodigiosum beimpft und unter gleichen Bedingungen in feuchten Kammern gehalten wurden.

     
  2. 2.

    Dabei ergaben sich große Unterschiede in dem Inhibitionsvermögen der geprüften lebenden (überlebenden) Oberflächen gegenüber dem Wachstum von B. prodigiosum.

     
  3. 3.

    Während Gefäßendothel (Intima der Aorta) kein Inhibitionsvermögen erkennen ließ, betrug die Inhibitionsdauer auf der Serosa der Pleura costalis etwa 10 Stunden, auf der Serosa des Peritoneums etwa 15 Stunden, auf der Schleimhaut der Trachea 24–48 Stunden und auf der Haut (Innenfläche des äußeren Ohres des Kaninchens) 72 bis 96 Stunden.

     
  4. 4.

    Der Grad der Inhibinwirkung der lebenden Oberflächen nimmt mit der Zunahme des Deckgewebes zu.

     
  5. 5.

    Diejenige Oberfläche, die mikrobiellen Angriffen am meisten ausgesetzt ist, die Haut, besitzt den stärksten Schutz. Dieser Schutz ist nicht nur ein mechanischer, wie bisher angenommen wurde, sondern auch ein biologischer. Er gründet sich auf die primäre Inhibition. Mit abnehmender mikrobieller Gefährdung nimmt dieser primäre Inhibinschutz der Gewebsoberflächen ab. Wo der primäre Inhibinschutz mehr oder weniger vollständig fehlt, kommt es im Infektionsfall bald zur Vermehrung der betreffenden Keime, wodurch die sekundären Schutzeinrichtungen des Körpers (die entzündlichen Reaktionen usw.) auf den Plan gerufen werden.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1947

Authors and Affiliations

  • Hermann Dold
    • 1
  1. 1.Hygiene-Institut der Universität Freiburg i. Br.Freiburg i. Br.Deutschland

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